Biografie von Prof. Dr. Erardo Cristoforo Rautenberg

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 16. Februar 2017 20:02



Prof. Dr. Erardo Cristoforo Rautenberg wurde am 10.03.1953 in Comodoro Rivadavia/Argentinien geboren; er ist evangelisch-lutherischen Bekenntisses. Sein Vater Wilfried Karl Christophorus Rautenberg verwaltete in Patagonien zunächst die Estancia La Rosa seines 1945 verstorbenen Onkels und war dann Farmer auf der Estancia Bajo Grande (Las Heras). Er stammte wie seine Ehefrau Ingeborg Anna Minna Engel Marie Rautenberg, geborene Ahrens, aus dem Dorf Hohnstedt in Südniedersachsen. Beide hatten 1951 in Buenos Aires geheiratet. Ihr einziges Kind hat aufgrund seiner Abstammung die deutsche Staatsangehörigkeit (ius sanguinis) und aufgrund seines Geburtsortes die argentische (ius soli). Verwandtschaft lebt noch heute in Argentinien. Dabei handelt es sich um Nachkommen der Schwester seines Großvaters väterlicherseits, die vor dem Ersten Weltkrieg mit ihrem Mann nach Argentinien auswanderte. Es folgte nach dem Ersten Weltkrieg der Bruder seiner Großmutter väterlicherseits.


Comodoro Rivadavia (über 170.000 Einwohner)
Hafenstadt am Atlantik im südlichen Argentinien

Wir kommt man nun zu den Vornamen, die für deutsche Ohren doch  recht fremdländisch klingen. Erardo Cristoforo Rautenberg schreibt zu seiner Geburtsanzeige folgenden kleinen Kommentar.

Geburtsanzeige
 




"Bei dem Namen Erhard-Christoph ist es nicht geblieben: Da ich mit der Geburt in Argentinien auch die argentinische Staatsangehörigkeit erlangt hatte, musste mein Vorname nach der damaligen gesetzlichen Regelung ein inländischer sein. Aus Erhard ( nach meinem im April 1945 mit 17 als Luftwaffenhelfer gefallenen Bruder meines Vaters) wurde somit  in der Geburtsurkunde Erardo, aus Christoph aber nicht Cristobal, denn meine Mutter mochte den Namen nicht und meinem Vater gelang es, den Standesbeamten mit italienischen Wurzeln zu der italienischen Version zu überreden:Cristoforo. Doch wurde ich weiterhin Erhard-Christoph genannt, bis ich meine ersten Personalausweis beantragte, für  den der Name aus der Geburtsurkunde übernommern werden musste. Seitdem steht dieser Name in allen folgenden Ausweisen und Urkunden."
Die Taufe erfolgte am 7. März 1954 auf der Estancia Bajo Grande durch Pfarrer Wilhelm Mirus der Deutschen Evangelischen Gemeinde. Das Wort der Ansprache lautete: "Jesus spricht: Lasst uns hinüberfahren" (Markus 4,35). Der Taufspruch war das Geleitwort für das Jahr 1954: "Jesus spricht: Ich bin das Brot des Lebens" (Johannes 6,35).


Ingeborg und Wilfried Rautenberg mit Erhard-Christoph in Argentinien


Patagonien

1954 kehrten die Eltern mit ihrem Sohn nach Deutschland zurück, und zwar zunächst in das  Heimatdorf seiner Eltern: Hohnstedt bei Northeim (Niedersachsen).

Mutter und Sohn
auf der Schiffspassage
von Argentinien nach Deutschland