Biografie von Waldtraut Ribitzki

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 28. März 2011 10:37


 

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Waldtraut Ribitzki, geborene Umlauf, wurde am 10.08.1934 in Rathenow geboren. Am 21.04.1935 wurde sie in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche getauft und am 08.05.1949 in der Lutherkirche von Pfarrer Reichert konfirmiert. Sie besuchte die Geschwister-Scholl-Schule bis zur 8. Klasse und begann 1950 eine Lehre beim Rechtsanwalt und Notar Dr. Hagen in Rathenow. Nach Beendigung der Lehre zog sie nach Süddeutschland. 1953 heiratete sie und zog nach Köln. 1965 kehrte sie nach Berlin (West) zurück und war dadurch ihrer Heimat wieder etwas näher.
Am 25.07.1998 trat sie dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. bei und unterstützt seither den Wiederaufbau des Wahrzeichens der Stadt Rathenow. Am 26.05.2002 konnte sie in der wieder errichteten Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow das Jubiläum der Goldenen Konfirmation feiern.

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Waltraud Ribitzki mit ihrem Mann Dieter
auf der Jahresversammlung des Förderkreises 2007

Waldtraut und Dieter Ribitzki spendeten 2008 die Dachsteine Nr. 2439 – 2443 für das marode Kirchendach und die neu errichteten Kreuzgewölbe im Kirchenschiff

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Waldtraut und Dieter Ribitzki
mit Dachsteinurkunde

.

2010 spendete Waldtraut Ribitzki zu der Gedenkausstellung für die Ehrenbürgerin der Stadt Rathenow, Erika Guthjahr, zwei Gemälde der Künstlerin, deren Verkaufserlös für die Sterngewölbe im Kirchenschiff verwendet wurde.

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Colorierter Linolschnitt von der
Sankt-Marien-Andreas-Kirche

 


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Kirchgang um 1890
(Gemälde von Erika Guthjahr)

© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß

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Biografien

Biografie von Helga Knackmuß

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 28. März 2011 02:39


 

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Helga Ella Knackmuß, geborene Protz , wurde am 13.02.1941 in Rathenow geboren. Ihr Vater Richard Karl Arnold Protz war Werkzeug– und Maschinenschlosser und ihre Mutter Ella Anna Berta Protz, geborene Schulze, war Geflügelzüchterin.

clip_image003Arnold Protz

Der Vater war aus russischer Kriegsgefangenschaft entlassen worden und wurde von einem Trupp Russen wieder in Deutschland gefangen gesetzt und nach Russland zurück gebracht, wo er in einem Arbeitslager umkam. So musste die Mutter wie viele Frauen nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Tochter allein erziehen.

clip_image004Mutter Ella mit ihrer Tochter Helga

Sie wurde am 13.04.1941 durch Pfarrer Hubert Feist in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche getauft und am 15.05.1955 in der Lutherkirche in Rathenow von Pfarrer Fritz Korth konfirmiert. Ihr Konfirmationsspruch lautete: Ich weiß wohl, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides (Jeremia 29,11).

clip_image005Konfirmation in der Lutherkirche

Helga war als Kind gern bei ihrer Großmutter Marie Anna Emma Schulze (07.03.1892 -09.11.1970) in Prietzen. Sie hat schon als Kind gern gebacken und gekocht und erreichte darin später eine wahre Meisterschaft.

Die Familie bewohnte ein eignes Haus in Rathenow in der Rhinower Landstraße 340 (51) und zog später in die Röntgenstraße 13 um. Helga Knackmuß besuchte vom 01.09.1947 -31.08.1955 die Grundschule in Rathenow und vom 01.9.1955 -31.08.1957 die Mittelschule, die sie mit der 10. Klasse abschloss.

Nach der Schule erlernte sie in der Südsternapotheke in Rathenow von 1957 -1959 den Beruf des Apothekenfacharbeiters. 1959 -1971 war sie in der Südsternapotheke als Apothekenfacharbeiterin tätig und übernahem 1971 die Leitung der Zentralen Apothekenbuchhaltung der Staatlichen Apotheken des Kreises Rathenow. 1966 erkrankte sie an einem Nierenleiden, der zum Verlust einer Niere führte. Nur einem ruhigen bedachten Oberarzt in der Berliner Charité verdankte sie ihr Leben. Sie erholte sich aber wieder von der fast tödlich ausgegangen Erkrankung und arbeitete in ihrem Beruf weiter. Berufsbegleitend nahm sie an der Ingenieurschule für Pharmazie in Leipzig 1971 ein Fernstudium auf und schloss es 1975 als Ökonom des Gesundheits- und Sozialwesens ab. Am 21.09.1984 heiratete sie in der Marienkapelle des Berliner Doms den Kreishygienearzt von Rathenow, Dr. med. Heinz-Walter Knackmuß. Der Domprediger Dr. Schneider hatte als Trauspruch gewählt: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln (Psalm 23,1).

clip_image006Domprediger Dr. Schneider
bei der Trauung im Berliner Dom


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Nach der Trauung
vor dem Berliner Dom

1985 wurde n die Vereinigten Gesundheitseinrichtungen des Kreises Rathenow aufgelöst und die Staatlichen Apotheken in ein Pharmazeutisches Zentrum Rathenow überführt, dessen Leiterin der Abteilung Ökonomie Helga Knackmuß wurde.
Nach der Einheit Deutschlands wurden die staatlichen Apotheken privatisiert und Helga Knackmuß musste in einem Steuerbüro in Wachow und später in Potsdam arbeiten.
Helga Knackmuß war eine überaus freundliche hilfsbereite Frau, die gern lachte und mit ihrem Mann Russland, Ungarn und später auch Frankreich, Italien, Österreich und die skandinavischen Länder bereiste.

clip_image008Goldenes Dachl in Innsbruck

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Dr. Heinz-Walter Knackmuß und Helga
Knackmuß am 01.05.1996 in Lissabon

Helga Knackmuß  und ihr Mann hatten zu DDR-Zeiten jahrelang ein Abonnement an der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Man traf sich einmal im Monat mit Freunden aus Westberlin und ging gemeinsam in die Oper. Als die Einheit Deutschlands kam, gründete sich ein Freundeskreis der Lindenoper. Das war für Dr. Heinz-Walter Knackmuß der Anlass mit seiner Frau Helga  einen Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. am 15.09.1996 zu gründen. Helga Knackmuß war nach den umfangreichen Vorbereitungen am Gründungstag schon todkrank. Sie war im Sommer 1996  an einem Leberzellkrebs erkrankt, der am 16.11.1996 zum Tode führte. Es war eine schmerzlicher Verlust für die ganze Familie, denn Helga bildete doch den Mittelpunkt des Familienlebens. Helga hatte ein Herbarium von Rathenow angelegt.

 

clip_image014_thumb[4]Herbarium von Rathenow
Weiße Taubnessel

 

Taubnessel

Am Straßenrand, bedeckt mit Staub,
blüht eine Nessel, die ist taub.
Sie blüht bei Sonnenschein und Frost,
mühselig, aber doch getrost.

Dereinst, am Tage des Gerichts,
(sie hört von den Posaunen nichts)
wird Gott ihr einen Boten schicken.
Der wird die taube Nessel pflücken
und in den siebten Himmel bringen.
Dort hört auch sie die Engel singen.

Heinrich Waggerl

© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß

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Biografien

Marek Rusyniak und seine Familie spenden Dachsteine

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 25. März 2011 07:44


Rosyniak

(von links: Sophia Langner, Annika Langner mit Philipp Langner, Marek Rusyniak und Julia Langner)


Marek Rusyniak und seine Frau Annika Langner aus Berlin spendeten mit der ganzen Familie Dachsteine für die Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Der Förderkreis bedankt sich für die Spenden und überreichte der Familie die Dachsteinurkunden.

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Spenden

Biografie von Dr. med. Gabriele Ellsäßer

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 25. März 2011 06:05


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Dr. med. Gabriele Gertrud Rita Ellsäßer, geborene Feger, wurde am 23.01.1953 in Hechingen geboren. Ihr Vater, Siegesmund Feger, war Apotheker und ihre Mutter, Wilma Antonia Feger, geborene Ernst, war Pharmazeutisch Technische Assistentin (PTA). Dr. Gabriele Ellsäßer wurde 1953 in Hechingen getauft. Von 1958 an besuchte sie vier Jahre die Volksschule in Trossingen.  1962 erhielt sie in Trossingen die Heilige Kommunion. Nach der Volksschule wechselte sie auf den naturwissenschaftlichen Zweig (Mathematik, Physik) des Gymnasiums in Trossingen, wo sie 1970 ihr Abitur mit Auszeichnung ablegte. Von 1971 - 1977 studierte sie an der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg im Breisgau Humanmedizin. Von 1977 -1978 absolvierte Dr. Gabriele Ellsäßer ihr praktisches Jahr im Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Berlin und zwar je vier Monate auf der internen und der chirurgischen Abteilung. Weitere vier Monate arbeitete sie in der Sozialpsychiatrie der Freien Universität in Berlin-Charlottenburg. 1978 erhielt sie die Approbation als Ärztin. Von 1979 -1982 absolvierte Dr. Gabriele Ellsäßer am Krankenhaus in Berlin-Neuköln einen Teil der Facharztausbildung zur Fachärztin für innere Medizin. 1983 promovierte sie am Institut für Medizingeschichte der Freien Universität Berlin zum Dr. med. über das Thema: "Reformpsychiatrische Bürgerbewegung am Ende des 19. Jahrhunderts." Von 1983 - 1985 war sie als Ärztin im Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes Berlin-Tiergarten tätig und baute von 1985 -1989 den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst im Gesundheitsamt Berlin-Tiergarten auf und wurde dessen Leiterin. Berufsbegleitend absolvierte sie von 1984 -1989 eine kinderpsychiatrische Ausbildung. 1989 erhielt sie nach einer entsprechenden Ausbildung den Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen und arbeitete von 1989 -1992 als stellvertretende Amtsärztin im Gesundheitsamt Berlin-Charlottenburg, wobei ihr Hauptaufgabengebiet wieder der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst war. 1993 wurde sie Leiterin des Landesgesundheitsamtes in Brandenburg und  baute das Landesgesundheitsamt entsprechend den Vorgaben der Landesregierung zu einem modernen Fachamt für gesundheitliche Belange des Landes Brandenburg auf. Dabei kamen ihr ihre Begabung zum wissenschaftlichen Arbeiten und ihre großen sozialmedizinischen Fachkenntnisse zugute. Unzählige wissenschaftliche Veröffentlichungen und Fachvorträge in Deutschland und weltweit trugen zum guten Ruf des Landesgesundheitsamtes in Brandenburg bei. Alle Gesundheitsämter im Land Brandenburg nutzten die Beratungskompetenz des Landesgesundheitsamtes bei fachlich schwierigen Aufgaben. 1999 erwarb Dr. Ellsäßer  die Zusatzbezeichnung Umweltmedizin. Besondere Akzente setzte sie auf die Schutzimpfungen von Kindern und Jugendlichen im Land Brandenburg und auf Unfallprävention. Auf ihre Initiative hin  wurde eine Riesenküche als Wanderausstellung zur Verdeutlichung von Unfallperspektiven aus kindlicher Sicht in vielen Städten des Landes Brandenburg präsentiert. 1992 war sie dem Verband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes des Landes Brandenburg e.V. beigetreten.  1996 war sie verantwortlich für die Durchführung des Wissenschaftlichen Kongresses der Bundesverbände der  Ärzte und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes  e. V. in Berlin. Sie schuf dafür einen wissenschaftlichen Beirat, der die bis dahin recht seichten Fortbildungsangebote auf ein hohes Niveau brachte und seither der Garant für die hohe Qualität der jährlichen Fortbildungen für Ärzte und Zahnärzte der Gesundheitsämter in der Bundesrepublik Deutschland darstellt. 1997 wurde Dr. Gabriele Ellsäßer zur Stellvertretenden Vorsitzenden des Verbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes des Landes Brandenburg e.V. gewählt. 2001 wurde sie Vorsitzende des Ärzteverbandes und führte ihn bis 2005.

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Schatzmeister, Dr. Detlef Gagel, (links) Vorsitzende Dr. Gabriele Ellsäßer (Mitte) und stellv. Vorsitzende Dr. Heinz-Walter Knackmuß (rechts)
nach der Vorstandswahl 2001

Dr. Gabriele Ellsäßer engagierte sich sehr für den Öffentlichen Gesundheitsdienst im Land Brandenburg. Bei den Gesprächsrunden mit dem brandenburgischen Gesundheitsminister Alwin Ziel warb sie um Unterstützung für die Aufgaben der Gesundheitsämter.

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Dr. Gabriele Ellsäßer (2. von links) nach einem Gespräch
mit dem Gesundheitsminister Alwin Ziel
2002

Jahr für Jahr versuchte sie mit der Landesregierung ein Gespräch zu führen, um aktuelle Probleme des Öffentlichen Gesundheitsdienstes zu lösen oder nach Lösungswegen zu suchen. Nicht immer waren die Gespräche erfolgreich. Auch in Brandenburg waren inzwischen die finanziellen Kapazitäten knapp.

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Der Gesundheitsminister Günter Baaske (links)
nach einem Gespräch mit dem Vorstand 2003
(von links Dr. Gabriele Ellsäßer, Dr. Detlef Gagel, Dr. Heinz-Walter Knackmuß, Gudrun Stange)

Am 16.11.2007 wurde sie zum Ehrenmitglied des Verbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes der Länder Brandenburg und Berlin e.V. ernannt.
1979 wurde ihre Tochter Lenka Valeska Ellsäßer und 1982 ihr Sohn Florian Ellsäßer geboren. 1984 heiratete sie den Journalisten Michael Ellsäßer. Die Trauung fand in der evangelischen Kirche Borsigwalde (Berlin-Tegel) statt. Michael Ellsäßer verstarb an einem Krebsleiden. Am 10.04.2004 heirate Dr. Gabriele Ellsäßer den Rechtsanwalt Hermann-Josef Berg in der Sankt-Ludwigskirche in Berlin-Charlottenburg. Neben ihrem sehr anstrengenden Beruf als Leiterin des Landesgesundheitsamtes in Brandenburg und vielen wissenschaftlichen Veröffentlichungen verbringt sie gern ihre Freizeit mit ihren fünf Enkelkindern. Ihr Hobby sind Sprachen und hier besonders Französisch, Italienisch und Englisch. In jüngeren Jahren liebte sie auch sehr das Tango-Tanzen. Mit ihrem Mann zusammen geht sie oft ins Kino. Beide Eheleute sind  begeisterte Cineasten. Sie spielt auch gern Tennis. 

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Dr. Gabriele Ellsäßer
am 17.06.2008
in Rathenow in der Röntgenstraße 13

Dr. med. Gabriele Ellsäßer besuchte in ihrem Urlaub am 17.06.2008 die Sankt-Marien-Andreas-Kirche und ließ sich vom Vorsitzenden des Förderkreises durch die Kirche führen. Sie war so begeistert vom Wiederaufbau der im zweiten Weltkrieg schwer zerstörten Kirche, dass sie sofort entschied, dass ihr Mann, Hermann-Josef Berg und sie die Orgelpfeife Nr. 65 (100,00 €) spenden wollten. Außerdem trat sie dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche am 17.06.2008 bei

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Biografien

Kerstin Zink-Zimmermann spendet Säulensteine

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 23. März 2011 10:04


Kerstin

Kerstin Zink-Zimmermann feierte am 03.07.2010 ihren Geburtstag. Die Gratulanten schenkten ihr die Säulensteine Nr. 368 - 369 für den Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Chorraum der Sankt-Marien.-Andreas-Kirche. Es sollen drei neue Kreuzgewölbe im Chorraum der Sankt-Marien-Andreas-Kirche für ca. ½ Million € errichtet werden. Die Vorstellung der Menschen ist die, dass sie, wenn sie aus dem westlichen Dunkel die Kirche betreten, die vier Sterngewölbe als Symbol für das Menschliche durchschreiten und dann zu Gott in den Chorraum kommen, wo das Licht ist. (Ex oriente lux= aus dem Osten kommt das Licht oder Jesus). Deshalb wurden die Kirchen streng von West nach Ost gebaut. Der Chorraum mit seinen drei Kreuzgewölben (Vater, Sohn und Heiliger Geist) ist durch die sieben gotischen Fenster lichtdurchflutet und erhält durch die Kreuzgewölbe eine Leichtigkeit, wie sie nur die Gotik vermittelt. Vier Sterngewölbe im Kirchenschiff und drei Kreuzgewölbe im Chorraum ergeben dann die heilige Zahl Sieben, die in der christlichen Zahlensymbolik eine tiefe theologische Bedeutung hat. Das dritte Gebot heißt: Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Töchter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn. Nach dem Schöpfungsbericht der Bibel hat unsere Woche sieben Tage und der 7. Tag ist ein heiliger Tag, der zu Ehren des Schöpfers der Welt ihm gewidmet werden soll und an dem sich die Menschen ausruhen sollen.  Wir kennen die sieben Gaben des Heiligen Geistes (1. Weisheit, 2. Verstand/Einsicht, 3. Rat, 4. Stärke, 5. Erkenntnis/Wissenschaft, 6. Frömmigkeit, 7. Gottesfurcht). Ebenso sind sieben Tugenden für Christen erstrebenswert (1.Glaube, 2. Hoffnung, 3. Liebe, 4. Klugheit, 5.Gerechtigkeit, 6. Tapferkeit, 7. Mäßigung).Seit dem Mittelalter kenne die Christen auch sieben Todsünden (1. Stolz, 2. Geiz, 3. Wollust, 4. Neid, 5. Völlerei, 6. Zorn, 7. Trägheit) und die sieben Sakramente (1. Taufe, 2. Firmung/Konfirmation, 3. Eucharistie/Abendmahl 4. Bußsakrament, 5. Ehe, 6. Priesterweihe, 7. Krankensalbung). Das Mittelalter hielt für die Gläubigen eine Vielzahl von symbolischen Zeichen vor, die eng verwoben waren mit dem Kreuz Jesu. Wie wir bei dem Bau der Sterngewölbe im Mittelschiff sehen konnten, wurden die Rippen für die Gewölbe mit kreuzförmigen Steinen gemauert. So soll die Kirche auch mit ihren sieben Gewölben ein sichtbares Zeichen christlichen Glaubens sein.

© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß

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Spenden

Biografie von Renate Leverenz

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 22. März 2011 14:50



Renate Leverenz, geborene Börger, wurde am 30. März 1930 in Heide, der Kreisstadt im Dithmarschen (Schleswig-Holstein) geboren. Ihr Vater war von Beruf Kaufmann, Renate war die Jüngste von insgesamt vier Kindern des Ehepaares Börger.


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Renate Leverenz als Kleinkind

Von 1936 bis 1939 ging sie in Heide zur Schule; kurz  vor dem Beginn des 2. Weltkrieges zog die Familie nach Rathenow. Das hatte zwingende Gründe: Ein Onkel hatte in Rathenow  Lebensmittelgeschäfte in der Berliner Straße und in der Jägerstraße (heute Goethestraße)- und wurde zur Wehrmacht eingezogen. Der Vater von Renate Leverenz hatte eine Verwundung aus dem 1. Weltkrieg, die ihn  vor einem erneuten Wehrdienst schützte. So war er in der Lage, diese Geschäfte in Rathenow weiterzuführen.

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Blick auf die Berliner Straße von der Stadtschleusenbrücke in der Zeit um 1940

Renate Leverenz ist also schon seit über 70 Jahren eine Bürgerin der Stadt Rathenow, hat aber nie die Verbindung zu ihrer alten Heimat aufgegeben und kann manches erzählen von ihren Reisen ins Dithmarsche Land, das längst auch ein beliebtes Touristenziel geworden ist. So besucht sie gern eine alte Klassenkameradin dort und bewohnt dann an die zwei Wochen eine Ferienwohnung in dem Haus Luv in Büsum. Daneben steht, wie könnte es anders sein, das Haus Lee. In diesem Haus verlebte die norddeutsche Volksschauspielerin Heidi Kabel in den siebziger Jahren gern ihren Urlaub. (Noch heute kann man da ein  Minirad bewundern, das die berühmte Frau stehengelassen hat.)

Zu DDR-Zeiten waren solche Reisen bekanntlich nicht möglich. Frau Leverenz hat manches Erinnerungsstück aus ihrem langen Leben aufbewahrt, darunter auch ein lapidares Schreiben vom Volkspolizei-Kreisamt Rathenow, in dem eine Reise in ihre alte Heimat ohne Angabe von Gründen abgelehnt wurde.

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Für junge Menschen ist eine solche Willkür – zum Glück - heute kaum noch vorstellbar.

Renate Leverenz besuchte ab 1939 die Schule am Weinberg, ihre Klasse bestand aus 40 Kindern. Zusätzlich bekam sie Klavierunterricht, auch sportliche Betätigungen wie Schwimmen, Handball, Rudern und Wandern kamen im Laufe der Jahre hinzu.

1942, mitten im Krieg, kam sie im Rahmen einer sogenannten Kinderlandverschickung in ein Ferienheim an der Ostsee (im heutigen Polen). Das Leben dort war aus heutiger Sicht sehr hart: Fischerkaten, karges Essen, der ganze Tagesablauf war streng geregelt, es wurde Schulunterricht erteilt, viele Arbeiten füllten den Nachmittag aus, auch die Wäsche musste allein gewaschen werden. Das Ganze dauerte vier Monate.

In der dann folgenden Zeit zu Hause in Rathenow wurde das Leben nicht leichter; es fielen Bomben, die Not und die Bedrückung wurden immer größer. Am 05.03.1944 wurde Renate Leverenz in der Lutherkirche in Rathenow von Superintendent Heimerdinger konfirmiert.

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Ihr Konfirmationsspruch lautete: Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen (1. Korinther 13,13).

Aus dieser Zeit ist eine Beobachtung des damals 14jährigen Mädchens erwähnenswert. In einem großen Gebäude in der Rathenower Königsheide waren deutsche politische Gefangene kaserniert und wurden für Erntearbeiten eingesetzt. Beim Erdbeerpflücken mussten sie ständig pfeifen … ein heimliches Essen der Früchte war ihnen streng verboten.

1946 erlernte Renate den Beruf einer Anwalts- und Notariatsgehilfin bei dem Rechtsanwalt Picht. (Die Familie Picht ist  den Rathenowern seit einigen Jahren auch bekannt geworden als die Optiker, die die Linsen für den Optikpark-Leuchtturm hergestellt hatten.)

Am 17. Juni  1953 war Renate Leverenz an der Seite ihres Chefs auf der Straße gegangen, um gegen die damaligen stalinistischen Zustände  zu protestieren. Rechtsanwalt Picht hatte schon seit einiger Zeit keine politischen Strafsachen mehr übernommen. So bekam er denn auch nach der Demonstration einen geheimen Hinweis, dass er auf der Verhaftungsliste stehen würde. Fast ohne Koffer ist er daraufhin nach Westberlin geflüchtet.

Das Rechtsanwaltsbüro wurde geschlossen, Renate Leverenz fand eine neue Arbeit im Rathenower „Ruhlandwerk“ beim Werkleiter Tietze.

Ihren Mann, den Architekten, Klaus Leverenz, lernte sie beim Rudern kennen. Nach der Heirat, am 19.05.1956 in der Lutherkirche, lebte das Ehepaar zunächst sehr beengt in einer kleinen Wohnung. Das änderte sich, als die Kinder geboren wurden: 1957 der erste Sohn, 1959 der zweite, 1961 kamen Zwillinge zur Welt; ebenfalls Jungen. Dann erst konnte „endlich“ ein Mädchen in der Familie begrüßt werden.

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Als in der Forststraße dann eine geräumige Neubauwohnung (mit Bad!) bezogen werden konnte, so erinnert sich Renate Leverenz lachend, hatte diese Wohnung auch eine nicht zu unterschätzende „strategische“ Bedeutung: Man konnte von dort beobachten, wann der Obst- und Gemüsehändler Herd beliefert wurde und so die seltene Chance nutzen, frische Ware zu kaufen. Während Renate Leverenz sich um das Wohl ihrer großen Familie kümmerte, leitete ihr Mann den Bereich „Projektierung“ im Kombinatsbetrieb am Ebertring. Obwohl parteilos, hatte er dank seiner unermüdlichen Einsatzbereitschaft einen großen Verantwortungsbereich. Zur „Wendezeit“ arbeitete er im „Neuen Forum“ mit. Renate Leverenz erinnert sich noch gut an die Zusammenkünfte in der Lutherkirche und an die  unzähligen Menschen, die auf der Straße mit Kerzen in der Hand eine neue Zeit einleiteten. Klaus Leverenz hat noch als Rentner in seinem Beruf angestrengt gearbeitet. 1994 erlitt er bei der Heimfahrt von einer Dienstreise einen tödlichen Unfall. Am 01.07.2010 trat Renate Leverenz dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e. V. bei.  Sie ist  auch Mitglied im Verein Memento. Sie ist nach wie vor vielseitig beschäftigt: Sie besucht Kultur- und Musikveranstaltungen, geht regelmäßig zum Schwimmen – und freut sich über sechs Enkel.

Die Biografie wurde von Peter Kurth erstellt.


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Biografien

Biografie von Hans Karl Gottfried Brandt

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 21. März 2011 00:07


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Superintendent in Rathenow von 1822 –1853

 

Er wurde am 11.06.1778 in Wolmirstedt geboren. Sein Vater war Accise*-Einnehmer. (Accise=Steuern einer Stadt auf Wein, Bier und Schnaps, in Notzeiten auch auf Vieh, Holz und Butter).1803 war er Lehrer an der Ritterakademie in Brandenburg, 1808 wurde er Domdiakonus in Brandenburg und 1809 Diakonus in der St. Katharinen-Kirche in Brandenburg. Seit 1822 ist er Oberpfarrer in Rathenow und seit 1827 Superintendent. Er heiratete am 19.03.1810 die Tochter des Brandenburger Superintendenten Calo.

© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß

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Biografien

Biografie von Jakob Friedrich Johannes Leonhard Lund

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 21. März 2011 00:04


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Superintendent in Rathenow von 1853 –1865

Er war am 31.08.1805 in Glückstadt geboren. Seit 1830 war er Pastor in Schrabstädt und seit 1834 in Hohn. Er war 1849 Hauptpastor und Probst in Altona. Von dort wurde er vertrieben und kam nach Rathenow, wo er am 27.01.1865 starb.

© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß

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Biografien

Biografie von Georg Adolf Heimerdinger

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 20. März 2011 23:57


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Pfarrer in Rathenow von 1907 –1967
Superintendent von 1924 –1951

Er war am 01.06.1875 in Schweidnitz (Schlesien) geboren. Sein Vater war dort Pfarrer an der Friedenskirche. Er selbst schreibt über seine Kindheit: Unser Pfarrhaus lag auf dem weiten herrlichen Friedhof mit großem Vorplatz vor der Kirche, der, mit uralten Linden bestanden, ein Paradies für die große Kinderschar unseres Elternhauses war. 1883 vertauschte mein Vater sein städtisches Pafarramt mit einer Pfarrstelle auf dem Lande. Dort in Groß-Kiegnitz spielten sich meine Knabenjahre ab. Mein Vater unterrichtete uns selbst, wie er überhaupt ein bekannter Pädagoge in Schlesien wurde, zu dem Söhn von Gutsbesitzern gerne ins Haus gegeben wurden, um für das Einjährigen-Freiwilligen-Examen vorbereitet zu werden. Infolgedessen war unser Haus immer gefüllt mit zahlreichen Pensionären. Mit einer Kindheit voll Sonne kann man ein langes Leben haushalten auch im Schatten, sagt Jean Paul.“ 1887 wurde der Vater zum Ortspfarrer der St.-Stephanus-Kirche in Aschersleben im Harz gewählt, wohin die ganze Familie übersiedelte. Dort besuchte Georg Heimerdinger bis 1894 das Humanistische Gymnasium und ging nach bestandenem Abitur (Matura) zum Theologiestudium nach Halle an der Saale. Er setzte dann seine Studien in Berlin fort, wo ihn besonders der Professor Harnack beeindruckte. Außerdem empfand er eine enorme Erweiterung seines Gesichtskreises durch die Metropole Berlin. 1902 war er Provinzialvikar der Provinz Sachsen in Roklum, wo er die Vertretung eines alten gelähmten Pfarrers übernahm. Roklum gehörte bis 1941 zu Sachsen und kam danach zu Niedersachsen. Er wurde am 28.05.1903 zum Pfarrer ordiniert und erhielt am 01.10.1903 seine erste Pfarrstelle im Dorf Schilligstedt bei Kölleda in Thüringen. Am 19.10.1903 heiratete er in Aschersleben Margarete Tuch (*21.02.1876 – † 30.08.1965). Am 16.06.1907 wurde er in Rathenow als Pfarrer ins sein Amt eingeführt und blieb hier bis zu seinem Tode. Aus seinen Erinnerungen schreibt er bei seiner Abschiedspredigt aus dem Amte: „ Unvergesslich ist mir jener Tag, der 6. Januar 1907, da ich, vom Magistrat der Stadt zu einer Gastpredigt eingeladen, die Kanzel unserer schönen alten St.-Marien-Andreas-Kirche bestieg. Es herrschte ein grimmiger Frost. Die Straßen waren von Glatteis bedeckt, sodass der Weg zu Kirche für die Gemeindeglieder ein Wagnis war. Nur wenige waren daher auch gekommen neben den wahlberechtigten Mitgliedern der Stadtverwaltung. Ich glaubte nicht, dass die Wahl auf mich fallen werde. Und nun habe ich fast ein halbes Jahrhundert Dir, meiner lieben Gemeinde, in Freud und Leid das Wort Gottes zu Trost und Mahnung sagen dürfen. Welch eine Gnade, die mich zu tiefster Beugung unter Gottes Barmherzigkeit treibt!
In unserer St. Marien-Andreas-Kirche hing früher das Bild eines alten Superintendenten, damals Inspektor genannt, des Magisters Veitus, zu deutsch Voigt. Ich habe manchmal in glücklicheren Tagen mit meinen Konfirmanden davor gestanden, wenn ich ihnen die alten Erinnerungsstücke der ehrwürdigen Kirche erklärte. Voigt war Pfarrer und Superintendent in Rathenow während des30jährigen Krieges, der vor 300 Jahren über unser Vaterland und unsere Stadt dahinbrauste und unendlich vieles in Stadt und Land vernichtete. In seinen Zügen trug der Alte, aber noch immer Aufrechte, die Spuren seines Erlebens. Wir ahnten damals nicht, dass noch einmal eine Zeit für Deutschland und unsere Gemeinde kommen werde, kaum weniger furchtbar, vernichtend und langdauernd wie jener unselige 30jährige Krieg. Und nun hat Gottes Ratschluss es gefügt, dass noch einmal einem Pfarrer und Superintendenten eine ähnliche Aufgabe beschieden sein sollte. Schwere Jahre in meinem Amte! Und doch wie reich an Gottes tragender, rettender und segnender Güte!
Von ihr lasst mich heute im Abschiednehmen an Hand unseres Textes reden.“

clip_image001Wohnhaus von Superintendent Georg Heimerdinger und
Superintendentur des Kirchenkreises Rathenow
Kirchplatz Nr. 10

1907 war er zunächst als Diakon nach Rathenow angestellt. 1916 wurde er Archidiakon in Rathenow und 1924 war er Superintendent und 1933 Oberpfarrer. Am 04.11.1951 emeritierte er und hielt eine bewegende Abschiedspredigt Aber er diente dennoch auch als Emeritus seiner Gemeinde und feierte am 31.05.1953 noch eine Goldenen Konfirmation mit 500 Konfirmanden in der Lutherkirche.

Der Umbau des Gebäudes in der Jahnstraße 1 zur Lutherkirche hat ihn viele Jahre viel Kraft und Energie gekostet.

Er hatte unzählige Rathenower getauft, konfirmiert und getraut und auch im Sterben begleitet. Er hat am 16.07.1957, also 50 Jahre seit seiner Amtseinführung in Rathenow, eine klein Broschüre über die Sankt-Marien-Andreas-Kirche zu deren 700jährigem Bestehen veröffentlicht. Er hatte bis ins hohe Alter seine geistige Frische und körperliche Beweglichkeit behalten und reiste gern, nachdem er seine kranke Frau gepflegt hatte und sie am 30.08.1965 gestorben war. 1966 schrieb er an einen Freund: „ Mir geht es noch immer unverdient gut. Im Juni habe ich eine Reise zu Verwandten nach Kassel unternommen bis zur Edertalsperre, Hohen Meißner und Wildungen,“ und fügte scherzhaft hinzu:“ Den Toren packt die Reisewut, indes im Bett der Weise ruht!“
Er starb am 05.11.1967 in Rathenow. Sein Grabstein befindet sich am Fuße der Auferstehungskirche. Er soll wohl einen Sohn Ernst Heimerdinger gehabt haben. Über ihn ist aber nichts bekannt. Er taucht nur in der Todesanzeige als in München ansässig auf. Weder sein Beruf noch sein Geburts- oder Sterbedatum sind mir bekannt.

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Die Beerdigung erfolgte am 13.11.1967 um 14:00 Uhr von der Evangelischen Fiedhofskapelle aus.

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© Dr. Heinz-Walter Knackmuß, Rathenow

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Biografien

Biografie von Johannes Reichmuth

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 20. März 2011 23:54


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Superintendent von 1952 -1967

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