Zwischen Himmel und Erde

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 31. März 2015 15:21

Ausstellung “Zwischen Himmel und Erde” von Heidi

Lasch

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Heidi Lasch von Grünefeld und ihre Malklasse eröffnete am Ostersonntag, den 05.04.2015 in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow die Ausstellung „Zwischen Himmel und Erde.“ Im April werden ausschließlich Werke von Heidi Lasch gezeigt. Im Mai 2015 werden dann Werke der Schülerinnen ihrer Malklasse präsentiert. Die Ausstellung wird bis zum 31.05.2015 gezeigt. Heidi Lasch versucht in ihren Gemälden die Schönheiten der Natur herauszuarbeiten. Sie wohnt im Dorf Grünefeld und setzt sich gegen die Zerstörung der Natur ein und malt auch dagegen an. Wenn sie durch die Landschaft geht, hält sie die Natur in ihren Skizzenblöcken fest. In ihrem Atelier bringt sie dann die kräftigen Farben auf die Leinwand und hört dabei gern klassische Musik oder Jazz. Die groß- und kleinformatigen Bilder sind in Öl und Mischtechnik ausgeführt. Pfarrer Andreas Buchholz hielt für die Besucher der Ausstellung eine kleine Andacht. Die musikalische Umrahmung wird von der Sopranistin Annett Neumann begleitet von Uwe Schröter erfolgen. Die Ausstellung wird Dienstag- Freitag von 10- 16:00 Uhr über den Eine Welt Laden geöffnet und Samstag und Sonntag von 14-16 Uhr. Ab 18.04.2015 wird die Ausstellung täglich von 8 -20:00 Uhr für Besucher geöffnet sein.

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Heidi Lasch in
ihrem Atelier  in Grünefeld

 

 

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Annett Neumann- Leise zieht durch mein Gemüt

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Pfarrer Andreas Buchholz
mit Heidi Lasch
Video

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Annett Neumann – So sei gegrüßt viel tausendmal

Video

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Heidi Lasch
Video

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Annett Neumann begletiet von Uwe Schröter – Lieder gib mir, süße Lieder
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Lieder gib mir süße Lieder
Herr, zu deiner Frühlingspracht
Deine Sonne strahlet wieder
auf die Wunder deiner Macht
Ringsumn waltet selig Leben
alle Kräfte sind erneut
Blüten sind dem Baum gegeben
Kränze auf die Flur gestreut

Lieder gib mir süße Lieder
Herr, zu deiner Frühlingspracht
gabst dem Vogel sein Gefieder
und des Sanges süße Macht
Hast auch mir ein Herz gegeben
das sich deiner Wunder freut
o so laß es aufwärts schweben
auf des Sanges Seligkeit

 

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Nr.1 Korsagenlandschaft 2014
100 x160 cm
Mischtechnik auf Leinwand
2300,0 €

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Lichtspiel im grünen Wald 2006
55 x 75 cm
Mischtechnik auf Leinwand
340,00 €

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Spuren 2014
27 x 31 cm
Acryl auf Leinwand
90,00 €

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Schon Winter 2014
27 x 31 cm
Acryl auf Leinwand
90,00 €

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Fast zugefroren 1, 1012
33 x 33 cm
Mischtechnik auf Leinwand
120,00 €

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Fast zugefroren 2, 1012
33 x 33 cm
Mischtechnik auf Leinwand
120,00 €

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Oderlandschaft 2010
34 x 34 cm
Öl auf Leinwand
110,00 €

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Winterliche Oderlandschaft 2010
34 x 34 cm
Öl auf Leinwand
110,00 €

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Winterlandschaft 2010
80 x 100 cm
Mischtechnik auf Leinwand
1100,00 €

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Zuerst stirbt der Baum 2007
85 x 125 cm
Mischtechnik auf Leinwand
1700,00 €

 

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Vereist 2014
100 x 160 cm
Mischtechnik auf Leinwand
1700,00 €

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Steinig 2011
100 x 50 cm
Mischtechnik auf Leinwand
700,00 €

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Brandung 2, 2009
100 x 50 cm
Mischtechnik auf Leinwand
700,00 €

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Der Winter kommt 2014
43 x 43 cm
Öl auf Leinwand
110,00 €

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Insel im Winter 2013
40 x 80 cm
Öl auf Leinwand
650,00 €

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Winterwaldskizze 4, 2015
41 x 31 cm
Öl auf Leinwand
90,00 €

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Winterwaldskizze 3, 2015
41 x 31 cm
Öl auf Leinwand
90,00 €

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Winterwaldskizze 2, 2015
41 x 31 cm
Öl auf Leinwand
90,00 €

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Winterwaldskizze 1, 2015
41 x 31 cm
Öl auf Leinwand
90,00 €

 

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Phantastisches Licht 2008
80 x 80 cm
Mischtechnik auf Leinwand
800,00 €

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Violette Stimmung 2012
50 x 70 cm
Mischtechnik auf Leinwand
400,00 €

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Birkenspiegelung 2015
43 x 43
Öl auf Leinwand
190,00 €

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Im Wald und auf der Heide 2015
27 x 31 cm
Öl auf Leinwand
100,00 €

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Sommer in McPomm 20113
40 x 80 cm
Öl auf Leinwand
650,00 €

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Passower Umgebung 2010
34 x 34 cm
Öl auf Karton
150,00 €

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Sommerlandschaft Passow 2010
34 x 34 cm
Öl auf Karton
150,00 €

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Havellandschaft 1 2015
31 x 25 cm
Öl auf Leinwand
80,00 €

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Havellandschaft 2, 2015
31 x 25 cm
Öl auf Leinwand
80,00 €

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Spiegelung 2, 2010
80 x 60 cm
Acryl auf Leinwand
400,00 €

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Sommertag 2013
100 x 100 cm
Öl auf Leinwand
2100,00 €

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Sommertag 2011
80 x 100 cm
Mischtechnik auf Leinwand
800,00 €

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Maibirken 2014
80 x 40 cm
Öl auf Leinwand
450,00 €

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Stürmische Landschaft 2011
80 x100 cm
Mischtechnik auf Leinwand
800,00 €

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Mecklenburger Seenplatte 2009
100 x 140 cm
Mischtechnik auf Leinwand
2000,00 €

Ab 01.05.2015

stellen die Schüler von

Heidi Lasch

ihre Werke in der Kirche aus

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1. Reihe von unten von links: Renate Assmann, Marion Engel, Eva Krüger, Andreas Behncke, Dr. Ursula Ramlow, Margret Lebrun
2. Reihe von unten von links: Dr. Günther Assmann, Maria Sievert, Katrin Kreuschner, Heidi Lasch, Eva Fuchs
3. Reihe von unten von links: Reinhard Krüger, Dr. Christiane Schmidt, Wilhelm K. H. Schmidt, Kurt Engel

Ohne viel Aufsehen wurden Anfang Mai 2015 die Gemälde ausgetauscht und nun zeigen die Schüler ihrer Malklasse von Heidi Lasch ihre Werke, die einen weiten Bogen künstlerischen Schaffens erkennen lassen. Von mediterranen Landschaftsbildern über rustikales Leben in Brandenburg und vielen Stillleben ist alles dargestellt, was ein Künstlerauge erblicken kann. Auch die abstrakte Kunst der Lehrerin findet bei den Schülern ihren Niederschlag, wenngleich die Malklasse doch meistens gegenständlich malt. Es ist eine sehr interessante Ausstellung, die als Verkaufsausstellung angelegt ist. Wer ein Gemälde erwerben will, möchte sich bitte an das Aufsichtspersonal in der Kirche wenden.

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1. „Meeting“ nennt Eva Maria Krüger ihr Gemälde
von einem brandenburgischen Hühnerhof.

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Nr. 2 Marion Engel, Stillleben (frei nach Cezanne)

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Nr. 3 Marion Engel, Am Meer (frei nach Kalenderblatt)

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Nr. 4 Marion Engel, Vor dem Gewitter

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Nr. 5 Renate Assmann - Blauer Himmel – (130,00 €)

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Nr. 6 Marion Engel - Herbstlaub

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Nr. 7 Marion Engel (frei nach Lummer)

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Nr. 8 Renate Assmann – Sommer – (180,00 €)

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Nr. 9 Andreas Behncke - See am Abend – (nach einem Gemälde von Gabriele Münter) 60,00

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Nr. 10 Andreas Behncke – Häuser mit Holzzaun (nach einem Gemälde von Gabriele Münter) (60,00 €)

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Nr. 11 Andreas Behncke, Landschaft mit blauem Berg (nach einem Gemälde von Gabriele Münter) 60,00 €

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Nr. 12 Andreas Behncke,: Junge Frau am Strand

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Nr. 13 Andreas Behncke, Aufbruch vom Strand (nach einem Gemälde von Andre Krigar) 30,00 €

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Nr. 14 Andreas Behncke, Frisbeespieler, (nach einem Gemälde von Andre Krigar) 50,00 €

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Nr.15 Andreas Behncke, Angler am Pfefferfließ, (nach einem Gemälde von Andre Krigar) 80,00 €

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Nr. 16 Katrin Kreuschner, Die Gänsefamilie, (frei nach Rudolf Lumm) unverkäuflich

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Nr. 17 Katrin Kreuschner, Giraffenkopf ( frei nach Foto) unverkäuflich

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Nr. 18 Katrin Kreuschner, Entenküken (frei nach Kalenderblatt) unverkäuflich

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Nr. 19 Katrin Kreuschner, Unser Beagle Dexter, nicht verkäuflich

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Nr. 20 Dr. Ursula Ramlow, Butterblume, 190,00 €

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Nr. 21 Dr. Ursula Ramlow, Lauchgemüse

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Nr. 22 Dr. Ursula Ramlow, Porträt ,180 €

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Nr. 23 Dr. Ursula Ramlow, Blume auf Hocker ,90 €

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Nr. 24 Dr. Ursula Ramlow,  Bäume

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Nr. 25 Dr. Ursula Ramlow, Gläser

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Nr. 26

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Nr. 27 Magret Lebrun, Flusslandschaft (frei nach Kalenderblatt)

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Nr. 28 Margret Lebrun, Kreidefelsenphantasie

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Nr. 29 Eva Fuchs, Kopfweiden im Abendrot, (frei nach Kalenderblatt)

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Nr. 30 Eva Fuchs, Exotischer Frosch (frei nach Kalenderblatt)

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Nr. 31 Eva Fuchs, Rote Beeren, (frei nach Kalenerblatt)

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Nr. 32 Renate Assmann, Vertraut

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Nr. 33 Renate Assmann, Verliebt

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Nr. 34 Renate Assmann, Stadtlandschft

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Nr. 35 Renate Assmann, Stadtlandschaft

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Nr. 36 Marion Engel, Sonnenuntergang

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Nr. 37 Marion Engel

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Nr. 38 Marion Engel, Am See (frei nach Kalenderblatt)

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Nr. 39 Marion Engel, Bäume am See (frei nach Kalenderblatt)

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Nr. 40 Christiane Schmidt, Überschwemmte Havelwiesen „Undine geht“

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Nr. 41 Christiane Schmidt, Atlantikküste (nach P. Cezanne)

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Nr. 42 Christiane Schmidt, Stremmebrücke bei Milow

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Nr. 43 Eva Maria Krüger, Alte Pflasterstraße zwischen Seehof und Karve, Ostprignitz-Ruppin

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Nr. 44 Evaq Maria Krüger, Viadukt

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Nr.45 Christiane Schmidt, Alte Steinbrücke in Spanien

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Nr. 46 Andreas Behncke, Der Gelbe Felsen ( nach Karl-Heinz Morschek) 60,00 €

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Nr. 47 Andreas Behncke, Sonnenaufgang ( nach Karl-Heinz Morschek) 100,00 €

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Nr. 48 Andreas Behncke, Nächtliche Landschaft ( nach Karl-Heinz Morschek) 100,00 €

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Nr. 49 Katrin Kreuschner, In den Straßen von Venedig

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Nr. 50 Katrin Kreuschner, Das Boot (nach Kalenderblatt)

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Nr. 51 Katrin Kreuschner, Herbstliche Toskanalandschaft (nach Kalenderblatt)

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Nr. 52 Katrin Kreuschner, Durchblick (nach Kalenderblatt)

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Nr. 53 Dr. Ursula Ramlow, Feld mit Weg, 170,00 €

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Nr. 54 Dr. Ursual Ramlow, Kerze  (180,00 €)

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Nr. 55 Dr .Ursula Ramlow, Ortssilhouette, 180 ,00 €

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Nr.56 Dr Ursula Ramlow, Eisberge

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Nr. 57 Margret Lebrun, Stolzer Hahn (nach Kalenderblatt)

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Nr. 58 Margret Lebrun, Birkenweg (nach Foto)

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Nr. 59 Margret Lebrun, Blick auf den Mont Marseilleveyre (nach Cezanne)

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Nr. 60 Eva Fuchs, Kopfweiden im Frühling ( nach Kalenderblatt)

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Nr. 61 Eva Fuchs, Toskanische Landschaft (nach Kalenderblatt)

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Nr. 62 Eva Fuchs, Gasse in Italien (nach Kalenderblatt)

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Nr. 63 Renate Assmann, An der Havel (120,00 €)

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Nr. 64 Renate Assmann, An der Havel, (120,00 €)

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Nr. 65 Eva-Maria Krüger , Häuser-Meer, Acryl

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Nr. 66 Eva Maria Krüger, Stillleben auf Gemüse

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Nr. 67 Eva Maria Krüger, Johannisbeeren

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Nr. 68 Eva Maria Krüger, Stillleben Zitronen

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Nr. 69 Eva Maria Krüger, Steinpilz

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Nr. 70 Eva Maria Krüger, Maronenröhrling

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Nr. 71 Christiane Schmidt, Südliche Landschaft

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Nr. 72 Christiane Schmidt, Brieflesender Mann (nach P.Cezanne)

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Nr. 73 Christiane Schmidt, Burano (nach P. Smith)

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Biografie von Siegfried Bartel

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 31. März 2015 11:43

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Siegfried Fritz Bartel wurde am 18.03.1924 in der Seegersallee 4 in Neue Schleuse, Kreis Jerichow II (heute Rathenow-West) geboren. Er wurde von Pfarrer Lüdecke getauft. Der Vater Fritz Albert Georg Bartel hatte bei der Geburt seines Sohnes ein Fuhrgeschäft gegründet und belieferte die Menschen im Kreis Jerichow II mit Kohlen, Baustoffen und Futtermittel. Seine Mutter Gertrud Bartel, geborene Nowak, hatte bis zur Hochzeit als Mamsell (Köchin) auf dem Gut Nennhausen gearbeitet.

 

clip_image002Gertrud und Fritz Bartel
im April 1958
bei er Konfirmation
von Gerd Greven

 

Er wuchs mit seiner Schwester Sieglinde auf, die am 04.09.1929 geboren worden war. Von 1930 – 1938 besuchte er die Grundschule in Neue Schleuse, die vom Rektor Willi Zimmermann geleitet wurde. 1938 wurde er von Pfarrer Heine in Neue Schleuse konfirmiert.

clip_image004Gertrud und Fritz Bartel

Von 1938 – 1941 absolvierte Siegfried Bartel eine Lehre als Kaufmann bei der Firma Erich Laudahn in der Fehrbelliner Straße in Rathenow. Erich Laudahn handelte mit Kohlen und Baustoffen. Nach dem Abschluss der Lehre arbeitete er kurze Zeit als Flugzeuggeräteverwalter auf dem Flughafen Stettin-Altdamm, wurde am 1941 zum Arbeitsdienst und 1942 zum Wehrdienst eingezogen und kam zum Grenadier Einsatz Bataillon 458 nach Stralsund. Nach einer vierwöchigen Grundausbildung in Rawitsch an der schlesisch-polnischen Grenze wurde er zum Truppenübungsplatz Neustettin versetzt, kam aber durch einen Sabotageakt auf der Bahnstrecke von Posen nach Norden erst drei Tage später an. Seine Einheit, die nach Russland fahren sollte, war durch andere Soldaten ersetzt worden und so kam er über Holland und Belgien nach Südfrankreich auf einen Truppenübungsplatz in der Nähe von Bordeaux. Dort erfolgte die Neuaufstellung einer im Osten aufgeriebenen Einheit und Siegfried Bartel kam zum Grenadier Regiment 522. Nach etwa vier Wochen wurde die Einheit in Richtung Jugoslawien in Marsch gesetzt und zwar über Straßburg und Wien. Siegfried Bartel gehörte zur Stabskompanie und wurde in Petrovac, südlich von Belgrad einquartiert.

Die Soldaten suchten in dem Teil des jugoslawischen Banats den Kontakt zu den dort lebenden Deutschen, wurden aber sehr von Partisanenangriffen geplagt. Als 1943 die Italiener das von ihnen besetzte Albanien verließen, musste er mit seiner Kompanie sofort nach Tirana in die ehemaligen italienischen Kasernen einziehen. Flöhe, Wanzen und Läuse und die Lufttemperaturen von 40-50 Grad Celsius machten den Soldaten das Leben schwer. Dazu kamen auch hier die nadelstichartigen Angriffe der Partisanen. Siegfried Bartel hatte das Amt des Kochs übernommen und machte seine Sache recht gut. Als seine Kompanie an die Küste zum Cap Radoni verlegt wurde, bekam er Malaria und erhielt anschließend 20 Tage Heimaturlaub, die viel zu schnell vergingen. 1944 rückte aber auch das Kriegsgeschehen der Alleierten immer näher an die Adria und Bombardements in Wien und Klagenfurt wurden gemeldet. Amerikanische Langstreckenbomber durchzogen das Land. Im August 1944 erging der Befehl nach Deutschland zurückzukehren, um sich neu zu formieren. Der Rückzug gestaltete sich verlustreich und schwierig, denn die russische Armee war schon weit nach Westen vorgedrungen und versperrte den reibungslosen Rückzug nach Deutschland. Auch die Engländer waren schon weit in Europa eingedrungen. Der Bataillonskommandeur Major Frank, ein alter preußischer Offizier, empfahl den Soldaten nach Klagenfurt zu den Engländern überzulaufen. Ein Zehntel von den Ausgerückten Soldaten, etwa 100 - 150 Mann, kamen so in englische Gefangenschaft. Die deutschen Überläufer wurden gefragt, ob sie mithelfen würden, die österreichisch-jugoslawische Grenze gegen raubende Zivilisten und Partisanen zu schützen. Natürlich war Siegried Bartel dazu bereit. Er wurde dann von Klagenfurt nach Aalen gebracht und kam dann nach Wunsdorf bei Hannover und ließ sich zu seinem Onkel nach Lübeck entlassen, weil er nicht in die russisch besetzte Ostzone wollte.
In Lübeck wurde er von seiner Tante und dem Onkel freundlich aufgenommen, beschaffte sich aber bald eine Arbeit bei einer Bekleidungsausgabestelle und ein eigenes Zimmer. In
Lübeck traf er auch eine Freundin seiner Schwester, Ulla Stoffregen, der er behilflich sein konnte. Er erhielt auch Post von seiner Mutter, dass die Russen den Vater mitgenommen hätten und die örtlichen Kommunisten den Betrieb besetzt hatten. So stand es für Siegfried Bartel fest, dass er sofort nach Rathenow zurück musste. Auf abenteuerlichen Wegen erreichte er zwischen Weihnachten und Neujahr 1945 das zerstörte Rathenow. Als er am nächsten Tag mit dem Bürgermeister Franz Archut vorsprach, wurde ihm bedeutet, dass der Betrieb seines Vaters enteignet werde und auf dem Grundstück andere Handwerker angesiedelt werden sollten. Außerdem sollte er sich für die Demontage einer Pulverfabrik in Klietz bereithalten. Wegen einer Parodontose (Zahnfleischentzündung) musste Siegfried Bartel aber den Zahnarzt Dr. Blank in Neue Schleuse aufsuchen, der ihn zum einem Spezialisten nach Genthin überwies. Der Genthiner Kieferchirurg schrieb einen Befund an Dr. Blank, dass er den Patienten nicht für die Demontagearbeiten für geeignet halte. Sehr zum Ärger des Bürgermeisters musste er nach Untersuchung durch den Lagerarzt in Klietz diese Arbeit nicht ausführen. Siegfried Bartel hatte einen Antrag auf Gewerbe beim Bürgermeister gestellt, der umgehend abgelehnt wurde. Auch Versuche in Genthin und in Magdeburg beim Kohlehändlerverband blieben erfolglos. Beim Besuch des Zahnarztes hatte er Fräulein Feige, die resolute Haushälterin von Dr. Marcus, getroffen, die ihm den Rat gab zu Frau Hirschfeld zu gehen, um die Adresse ihres Sohnes in Erfahrung zu bringen, der in Berlin im Innenministerium der Sowjetzone als „Vortragender Rat“ beim Justizminister Scheffer tätig war. Sein Vater, Fritz Bartel, hatte auf einer Nazi-Versammlung in Rathenow gehört, dass man den Sohn des Juden Hirschfeld nach der Versammlung verprügeln wollte und verabschiedete sich unter einem Vorwand frühzeitig und fuhr sofort zu Familie Hirschfeld, die an der Böhner Chaussee wohnte und riet dem Sohn unverzüglich zu fliehen. Der Sohn konnte dadurch gerettet werden. Siegfried Bartel fuhr zu Frau Hirschfeld, die ihm die Dienstadresse des Sohnes und einen Brief an den Sohn mitgab. Zwei Tage später war er in Berlin im Innenministerium. Der Wachmann wollte ihn nicht bei Dr. Hirschfeld anmelden, aber der Brief der Mutter half nach. Nach 15 Minuten kam Dr. Hirschfeld und Siegfried Bartel konnte sein Anliegen vorbringen. Dr. Hirschfeld lud ihn ein, in seine Wohnung nach Berlin-Wannsee zu kommen, wo man alles in Ruhe besprechen könnte. Nachdem er Dr. Hirschfeld sein Schicksal berichtet hatte, meinte der, die Enteignung würde er sofort niederschlagen. Zur Gewerbeerlaubnis sagte er, dass er in Magdeburg den Vorsitzenden des Antifa-Blockes (Zusammenschluss der antifaschistischen Blockparteien), einen SPD-Mann kennen würde, mit dem er am folgenden Tag telefonieren wollte. Zur Verhaftung seines Vaters machte er ihm wenig Hoffnung, da die russischen Dienststellen keine Auskünfte gäben. Er blieb noch eine Nacht bei Dr. Hirschfeld und fuhr voller Hoffnung wieder nach Hause. Nach acht Tagen hatte er die Niederschlagung der Enteignung in Händen und erhielt einen Anruf vom Landratsamt in Genthin, dass er beim Gewerbeamt und bei der Kohlenstelle vorbeikommen sollte. Genthin war die Kreisstadt des damaligen Landkreises Jerichow II, wozu Neue Schleuse gehörte. Am nächsten Tag fuhr Siegfried Bartel die 30 km mit dem Fahrrad nach Genthin und erhielt die schon vorbereitete Gewerbegenehmigung. Der Abteilungsleiter der Gewerbestelle entschuldigte sich bei ihm und meinte, dass der Antrag auf die falschen Berichte des Bürgermeisters hin abgelehnt worden war. Anschließend erhielt er von Herrn Sieg, dem Leiter der Kohlenstelle eine Freigabe für 30 Raummeter Brennholz, denn an Kohlen war nicht zu denken, da alle Brikettfabriken nur für die russische Rote Armee arbeiten mussten. Als Siegfried Bartel wieder nach Hause kam, lag eine Verpflichtung des Bürgermeisters vor, er solle in der Schule einen Tag lang Jauche von der Toilette in den Garten schöpfen. Bei dieser Arbeit kam er auch mit dem ehemaligen Rektor Zimmermann und seine Frau ins Gespräch. Das Ehepaar bat ihn, falls er bei seinem Geschäft jemand im Büro suchte, an ihre Tochter zu denken, die in der Altmark in der Landwirtschaft arbeiten musste, was er versprach. Siegfried Bartel selbst schreibt über diese Zeit. Und nun? Kein Pferd, kein Auto , kein Werkzeug, alles weg. Durch Zufall konnte ich ein altes Motorrad kaufen. Auf dem Gutshof in Großwudicke entdeckte ich einen alten Kreissägebock mit Blatt, aber ohne Motor. Mit einem alten PKW-Anhänger, den ich mir ans Motorrad band, wurde die Säge herangeholt und aufgearbeitet. In einer leeren Fabrik in Rathenow fand ich einen großen Elektromotor. Von unserer Häckselmaschine wurde der Treibriemen von einem Sattler auf die passende Länge gebracht, und schon war die Säge fertig. Ich sprach Franz Schubert aus der Gebhardtstraße an, der Besitzer eines kleinen Treckers war, ob er mir nicht das Holz aus Wudicke holen wollte. Und schon konnte die Arbeit losgehen. Mit der Ausgabe von Lebensmittelkarten wurden auch Sondermarken für besondere Artikel wie Holz ausgegeben. Vom Landratsamt wurde die Menge festgesetzt. In der Gebhardtstraße befand sich eine russische Bäckerei. Ein Offizier kam zu mir und beauftragte mich gegen Bezahlung Holz zu sägen. Außerdem fiel für die Kollegen ein Kommissbrot ab. Nach ein bis zwei Monaten bekam ich vom Landratsamt den Hinweis, dass bei Lieferung von Naturalien von den Brikettfabriken die doppelte Menge an Kohlen eingetauscht werden könnte.

clip_image006Die Anfänge des
Fuhrunternehmens

Ich hörte mich bei den Bauern der Umgebung um. Es bestand Interesse. So konnte ich die ersten 150 Zentner vermitteln. Nach Absprache mit dem Direktor der Kohlehandelszentrale, den ich durch meinen Lehrbetrieb und durch meinen Vater kannte, wurde mir ein voller Waggon mit Briketts geliefert. Die Nachfrage bei den Bauern wurde größer, die Umtauschquote konnte ich noch zu meinen Gunsten verbessern, und so hatte ich mir schon einen kleinen Überschuss geschaffen. Mit diesem Resultat fuhr ich nach Genthin und bot dem Leiter der Kohlenstelle an, kleinere Mengen an Kohlen an die Bäckereien auszuliefern. Der Leiter der Kohlenstelle bat mich, mit ihm zum Landrat Albrecht in Genthin zu gehen, damit dieser von der Redlichkeit überzeugt werden könne, da der Bürgermeister Archut jede Gelegenheit nutzte, um mich schlecht zu machen. Der Landrat sagte noch zu mir, wenn ich Probleme hätte, solle ich zu ihm kommen. Bei einer Autofahrt mit dem Kreisbaudirektor nach Halle, unternahm ich den Versuch, bei der ehemaligen Firma „Norddeutscher Zementverband“ geschäftliche Beziehungen aufzunehmen. Auch dort ging es nach dem Motto „Zement für Naturalien“. Ich konnte 10 Tonnen Zement mit einer Freigabe abholen. Bei der Rückfahrt war eine der ersten Fragen des Kreisbaudirektors: “Na, Herr Bartel, natürlich ohne Erfolg? Ich habe doch selbst schon alles versucht und nie etwas erreicht.“ Auch das lief gut an und nach vier Wochen konnte der Kreisbaudirektor fünf Tonnen Zement für die Ausbesserung einer Brücke in Sandau erhalten. Auf einer Versammlung der Kohlehändler des Kreises Genthin wurde uns eine Abholbescheinigung für 150 Tonnen Briketts ab Fabrik Bergwitz bei Wittenberg angeboten. Der Händler müsste aber die Abfuhr ab Werk selbst organisieren. Dieselkraftstoff stünde zur Verfügung. Keiner der 20 Versammelten traute es sich zu. Ich bat um zwei Tage zur Entscheidung, die man mir zusagte. Die Kollegen belächelten mich. Schon auf der Rückfahrt suchte ich zwei Fuhrbetriebe auf. Die Firma Hartung in Neuenklitsche hatte einen 12 Tonnenlastzug. Die zweite Firma Giese in Bützer sollte den Rest erledigen. Beide Firmen konnten aber erst in 14 Tagen die Transporte übernehmen. Ich rief trotzdem in Genthin an und holte den Schein, obwohl der Abholtermin kürzer war. Am nächsten Tag fuhr ich mit drei Kollegen mit Forken und Schippen nach Bergwitz zum Bürgermeister mit der Frage: „Ich suche einen Platz, um Briketts zwischenzulagern.“ Er nannte mir eine ehemalige Hühnerfarm der Firma Tamm. Wir wurden uns einig. Von dort fuhr ich in die Brikettfabrik, vor der eine lange Schlange wartender Fahrzeuge stand. Dort sprach ich ein paar Fuhrleute an, ob sie im Nachteinsatz die 150 Tonnen Briketts zur Firma Tamm fahren könnten. Sie sagten mir das zu bei Gestellung von Dieselmarken. Ich meldete mich auf der Rückfahrt in Genthin mit dem Bescheid, die Kohlen sind für den Kreis in Bergwitz auf Lager und werden auf Anweisung ausgeliefert. “Wir geben Ihnen für den nächsten Monat einen Schein über weitere 250 Tonnen und hoffen auf Ihre Hilfe. Außerdem, kommen Sie, wir gehen sofort zum Landrat zur Erfolgsmeldung,“ war das Echo im Amt. Dort drückte mir der Landrat seinen Dank aus und sagte: „Solche jungen Leute wie Sie brauchen wir in dieser Zeit.“ Als die ersten LKW mit Kohlen eintrafen, und ich abends davon noch eine Fuhre bei zwei Bäckereien entlud, machte der Bürgermeister bei der Polizei Anzeige, ich hätte Kohlen bi Nacht verschoben. Er wurde danach zum Landrat gerufen und bekam eine Standpauke, wie mir der Leiter der Kohlenstelle sagte, der dabei war und mir wohlgesonnen war.

Ich hatte inzwischen einen Betrieb mit fünf Beschäftigten aufgebaut. Im Büro war Fräulein Ursula Zimmermann für die Buchhaltung und alles Schriftliche eingestellt worden. Karl Krüger war für den Verkauf zuständig. An der Säge arbeiteten zwei Männer und ein Mann fuhr mit Franz Schubert, um Holz und anderes heranzuholen. Durch einen Zufall fand ich einem Sammellager in Rathenow einen alten LKW der technischen Nothilfe Berlin, einen NAG (Nationale Automobil Gesellschaft) Protos, Baujahr 1920 mit Konuskupplung und Kulissenschaltung. Ich stellte noch einen jungen Autoschlosser, Helmut Mattusch, ein, der dieses alte Vehikel zum Laufen bringen sollte. Irgendwo entdeckten wir noch einen Imbert-Holzgenerator, und nach vier bis sechs Wochen gab er die ersten Töne von sich. Die Freude war groß. Wir konnten nun selbst ohne fremde Hilfe Waren für die Bevölkerung heranholen, zum Beispiel Nasspresssteine aus Genthin oder Torf aus Ferchels am Schollener See. Ende 1946 Anfang 1947 erfolgten auch die ersten Lieferungen an Braunkohle und Briketts vom Großhandel, um die Bevölkerung zu versorgen. Ich hatte schon die alten Orte, die mein Vater schon belieferte in meinen Kundenkreis aufgenommen. Es waren Neue Schleuse (heute Rathenow-West), Göttlin, Grütz, Böhne, Vieritz und Zollchow mit Galm. In der Zwischenzeit war mein gutes und freundschaftliches Verhältnis zu Fräulein Ulla Zimmermann nach meiner, wie unter jungen Leuten üblichen Überzeugung, so weit gekommen, dass wir heiraten wollten. Böse Leute sagte, ich wollte das Gehalt meiner Hauptbuchhalterin sparen. Der Entschluss stand fest. Also auf in den Kampf zur Absegnung durch die Schwiegereltern. Man tat dort so, als würde man von allem nichts gemerkt haben, und mein ehemaliger Rektor stellte mir die Frage: “Welche willst Du denn haben?“ Ich wollte die sanfte und liebe kleine Ulla, die ich noch bequem im Arm tragen konnte.

clip_image008Rektor Willi Zimmermann und seine Frau Marie

Der 27.09.1947 wurde als Hochzeitstag festgelegt. Alle Vorbereitungen auf das Fest konnten geplant und eingeleitet werden. Karnickel-, Hühner- und Ziegenbraten und anderes wurde von den Müttern ins Gespräch gebracht. Listen der Einzuladenden wurden erstellt. Wein, Likör und harte Sachen wurden gehamstert. Ein großes Problem waren die beiden Eheringe. Ein Uhrmacher aus Neue Schleuse erklärte sich bereit, bei einem Anteil von Goldabgabe die Ringe mit Gravur zu liefern. Es war nach dem Krieg (1939 -1945)eine der ersten größeren Hochzeiten mit viel Aufmerksamkeit der Bevölkerung. Die Veranda war alles voller Blumen. Leider fehlte mein Vater, was von allen bedauert wurde. Pastor Krause traute Siegfried Bartel mit Maria Ursula Zimmermann (31.03.1919 -17.12.1987) in Neue Schleuse.

clip_image010Ursula Bartel

Nach 14 Tagen machten wir eine Hochzeitsreise in den Harz. Wir waren glücklich, es so weit geschafft zu haben. Wir verlebten im Harz ein paar herrliche Tage. Bad Blankenburg und Umgebung wurde durchwandert. In den Gaststätten gab es schon mal unter Abgabe von wenig Fett- und Fleischmarken herrliche Pilzbouletten, die uns als etwas ganz Neues beeindruckte. Die Zeit verging wie im Fluge. Zu Hause wieder angekommen, erwartete uns viel Arbeit. Aber wir waren jung und die Arbeit machte uns auch bei geringem Erfolg Freude.

clip_image002[1]von links: Ursula Bartel, Siegfried Bartel mit Schwester
Sieglinde Klose, geb. Bartel

Am Wochenende waren wir oft mit dem Motorrad in der Altmark, um die Zimmermannsche und Arnussche Sippe zu besuchen. Am 05.06.1949 wurde unser Sohn Wilfreid und am 17.02.1957 unser Sohn Ekkehard geboren. Wir waren glücklich, dass sich unsere Kinderwünsche erfüllt hatten.

clip_image012Ursula Bartel mit Sohn Ekkehard

Soweit der persönliche Bericht von Siegfried Bartel über die schwierigen Zeiten nach dem Krieg. Seine organisatorische und kaufmännische Begabung und sein Fleiß halfen ihm viele Hindernisse zu überwinden und seinen kleinen Betrieb geschickt durch die Wirren der kommunistischen Willkür zu führen. Eine große Freude war die Rückkehr des Vaters im August 1948 aus dem KZ Buchenwald. Er war bis zum Skelett abgemagert und seine Frau päppelte ihn geduldig wieder auf und beide Eltern widmeten sich erfolgreich der Aufzucht von Schweinen, Kälbern und Rindern. Bis 1950 ging es mit dem Betrieb ständig aufwärts, sodass zeitweilig bis zu 10 Beschäftigte angestellt werden konnten. 1948 war eine Gebietsreform in Kraft getreten und Neue Schleuse, Göttlin, Grütz , Steckelsdorf, Böhne, Vieritz und Zollchow kamen zum Kreis Rathenow im Bezirk Potsdam. Der Betrieb hatte sich zu einem reinen Gütertransportunternehmen entwickelt. 1957 musste die Transportleistungen für ein Jahr zum Einsatz im Betrieb „Schwarze Pumpe“ bei Spremberg zur Verfügung gestellt werden. Danach war die Firma Bartel hauptsächlich auf Baustellen im Einsatz. Es gab natürlich nach wie vor kleinliche Behinderungen bei der Zuteilung von Benzin. Aber auch dieses Problem konnte Siegfried Bartel durch geschicktes Verhandeln aus dem Weg räumen. „Ich habe immer versucht, Probleme möglichst gütlich zu lösen, es hat sich oft als der bessere Weg bezahlt gemacht.“ 1986 übergab Siegfried Bartel sein Unternehmen an seine beiden Söhne und verlebte mit seiner Frau Ursula ein gutes Jahr ohne den Druck eines Betriebes im Nacken zu haben. Rückblickend war es für das Ehepaar Bartel ein erfülltes Jahr, denn seine Frau starb am 17.12.1987. Mit 63 Jahren fühlte er sich noch zu lebendig, um keine neue Bindung einzugehen. Nach einem sehr behutsamen Werben um eine neue Partnerin, heiratete er in Rathenow am 28.04.1989 Gisela Gudrun adoptierte Flügge, geborene Zollenkopf.

clip_image014Siegrfried Bartel mit seiner Frau Gisela

Die Trauung fand durch die Schwester der Braut, Pfarrerin Dorothea Hallmann, in der Dorfkirche in Hohennauen statt. Der Trauspruch lautete: Gott spricht: ich will mit dir sein. Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen. Sei getrost und unverzagt. Josua 1,5-6

clip_image016Gisela und Siegfried Bartel mit ihren Kindern und Enkeln
am 85. Geburtstag von Siegfried Bartel

Siegfried Bartel ist ein Mensch, der an historischen Dingen interessiert ist. Besonders die Heimatkunde hat es ihm angetan. Er besitzt ein umfangreiches Archiv. Er hat seine Ziegelsteinsammlung vor Jahren an das Rathenower Heimatmuseum verschenkt. Am 23.03.2015 trat er dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow bei, weil er den Wiederaufbau des Gotteshauses unterstützen möchte.

clip_image018Gisela und Siegfried Bartel

Mit zunehmenden Alter hat ihn eine tiefe Frömmigkeit ergriffen. Er sieht auch in den Dingen des Alltags Gottes Wirken.

imageGisela und Siegfried Bartel
am 01.07.2007
im Hof der Lutherkirche in Rathenow

Am 23.06.2016 hat ihn Gott nach einem reich erfüllten Leben im Alter von 92 Jahren zu sich genommen.


Nachruf

clip_image002(*18.03.1924 - † 23.06.2016)


Und meine Seele spannte

Weit ihre Flügel aus,

Flog durch die stillen Lande,

Als flöge sie nach Haus.
(Joseph von Eichendorff)


Am 23.06.2016 hat Gott der Herr, gelobt sei sein Name, Siegfried Bartel nach einem reich erfüllten Leben im gesegneten Alter von 92 Jahre zu sich genommen. Er war ein Rathenower, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg in schlimmen Nachkriegszeiten sehr um die Stadt verdient gemacht hat und die große Not durch sein kaufmännisches Geschick zu lindern suchte.
Die Trauerfeier fand am Freitag, den 08.07.2016 auf dem Friedhof in Rathenow-West statt.

Statt Blumen  bat  die Ehefrau um eine Spende für den
Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche: DE07160919940001070100 oder 
für die Deutsche Kriesgsgräberfürsorge DE74160500004853321182.

Wir sind traurig.

© Dr. Heinz-Walter Knackmuß

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Biografien

Gisela Bartel spendete Säulensteine

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 28. März 2015 23:06

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Gisela Bartel ist eine engagierte Christin und arbeitet seit vielen Jahren ehrenamtlich in ihrer Kirchengemeinde. Sie webt mit anderen Frauen gern Schals und Decken und hat es darin zu einer Meisterschaft gebracht. Auch kann sie noch Wolle auf einem richtigen Spinnrad spinnen und hält so eine jahrhundertelange Tradition am Leben. Am 09.03.2015 spendete sie die Säulensteine Nr. 8569 – 8578 für den Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Chorraum der Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Ihr bewegtes Leben, dass sie von Westpreußen über Sachsen-Anhalt und Mecklenburg nach Rathenow brachte, hat sie in dem Buch „ Der zerbrochene Ring“ veröffentlicht. Es ist ein besonderes Kriegsschicksal, das ihre Schwester Lieselotte und sie schließlich zu Adoptiveltern nach Rehfelde bei Berlin brachte. Sie wollte gern mit behinderten Menschen arbeiten und wurde Diakonisse und später Krankenschwester in der Lungenklinik Beelitz-Heilstätten, bis sie das Schicksal nach Rathenow führte. Ihre Biografie kann man auf der Internetseite des Förderkreises nachlesen. Der Förderkreis bedankt sich für die Spende.

Biografie von Gisela Bartel

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 28. März 2015 21:52

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Gisela Gudrun Bartel, adoptierte Flügge, geborene Zollenkopf, wurde am 09.06.1937 in Lichtfelde, Kreis Stuhm (Westpreußen) geboren.

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Der Vater, Hans Theodor Ernst Zollenkopf war Pfarrer in Lichtfelde und hatte in Königsberg an der Albertus-Universität Theologie studiert. Der Vater war am 14.01.1908 in Freystadt (Westpreussen) geboren worden. Die Geburtsurkunde befindet sich im Familiebesitz.

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Nachdem der Vater am 28.09.1932 vor des Prüfungskommission des Evangelischen Konsistorium der Provinz Ostpreußen die erste theologische Prüfung mit dem Prädikat „im ganzen gut“ bestanden hatte, erhielt er am 22.10.1932 vom Konsistorium die Urkunde, mit der er ins Vikariat nach Gardienen gehen konnte. Am 27.09.1934 legte er vor der Prüfungskommission des Evangelischen Konsistoriums der Provinz Ostreußen die zweite theologische Prüfung erfolgreich ab und konnte sich nun auf eine Pfarrstelle bewerben.

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Hans Zollenkopf

Die Mutter Charlotte Zollenkpf, geborene Dallach, hatte in Königsberg an der Albertus-Universität Philologie studiert und dort ihren späteren Mann kennengelernt. Sie war nach dem Studium ein Jahr lang Hauslehrerin in Wargenau bei Cranz (Ostpreußen). Sie unterrichtete damals die 13jähriger Beate Köstlin, die später als Beate Uhse ein Verkaufsimperium mit Sexartikeln aufbaute. Ein Zeugnis von 1932 gibt darüber Auskunft.

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Otto Köstlin                                                          Wargenau, den 29.IX.1932
Wargenau
Post und Bahn Cranz Ostpr.
Fernruf Cranz 25
Postscheckkonto:
Königsberg Pr. 3297

Frl. Charlotte Dallach hat vom 20.I.32 an unsere 13j. Tochter im Pensum der Untertertia (Fremdsprachen: Englisch, Latein) unterrichtet. Sie hat das lebhafte Kind zu fesseln verstanden und erreicht, dass es jetzt bei der Wiedereinschulung auf der Höhe der Klasse ist. Frl. Dallach hat sich auch außerhalb des Unterrichts, besonders sportlich, mit ihrem Zögling beschäftigt und hat sich die Zuneigung des Kindes erworben. Frl. Dallach war uns ein lieber Hausgenosse – wir wünschen ihr beim Scheiden alles Gute für die Zukunft.
                                                                               Frau Dr. Köstlin

 

clip_image012Charlotte Zollenkopf

Nach der Heirat arbeitete die Mutter als Lehrerin in Lichtfelde. Gisela Bartel wuchs mit ihrer älteren Schwester Liselotte Käte Zollenkopf, geboren am 03.01.1936 auf. Die Eltern von Giesla Bartel gehörten den „Deutschen Christen“ an. Die „Deutschen Christen“ (DC) waren eine rassistische, antisemitische und am Führerprinzip orientierte Strömung im deutschen Protestantismus, die diesen von 1932 bis 1945 an die Ideologie des Nationalsozialismus angleichen wollte. Viele evangelischen Christen in Deutschland erlagen damals den Verführungskünsten der Nazis. Die 1934 gegründete Bewegung der „Bekennenden Kirche“ versuchte innerhalb der Reichskirche eine vom Evangelium geprägte Kirchenstruktur aufzubauen. Ein Schriftstück zur Wahl des Hans Zollenkopf als Pfarrer der Gemeinde Lichtfelde, zeigt durch die Unterschrift mit „Heil Hitler!“ wie tief die Verblendung der Menschen reichte.

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Evangelisches Pfarramt                                                  Mgr., den 26.8.1935
Lichtfelde, Krs. Stuhm
Fernruf 28
Herrn Hilfsprediger Hans Zollenkopf
Gardienen
Im Auftrag des Gemeindekirchenrates Lichtfelde teile ich Ihnen hierdurch mit, daß Sie in der ordnungsgemäßen Sitzung der kirchlichen Körperschaften am 25.08.1935 mit 15 Ja –und 0 Neinstimmen, also einstimmig, zum Pfarrer der Gemeinde gewählt worden sind.

Siegel                                                                                Heil Hitler!
der Kirchengemeinde                                                        I. A. B. Malz
Lichtfelde                                                                         cand. theol.

clip_image002[1]Weihnachten 1944 
in Lichtfelde (Westpreußen)
Video

Gisela Bartel wurde am 25.07.1937 vom Vater in Lichtfelde getauft.

clip_image016Kirche in Lichtfelde

1943 wurde Gisela Bartel in die Volksschule in Lichfelde eingeschult. Der Vater Hans Zollenkopf fiel am Ladogasee in Russland. Es war für Gisela Bartel wichtig, bei einer Feierstunde in Sologubowka am 01.08.2010 dabei zu sein, um von ihrem Vater Abschied nehmen zu können. Sie flog mit anderen Angehörigen nach Sankt Petersburg und legte 67 Jahre nach seinem Tode fünf rote Rosen an eine Stele, wo auch der Name Hans Zollenkopf (* 01.04.1908 – †12.08.1943) eingraviert war. Der Altbundeskanzeler Gerhard Schröder war auch unter den Gästen und hielt zur Feierstunde die Gedenkansprache, weil sein Vater, der in Rumänien gefallen war, durch den Volksbund der Kriegsgräberfürsorge gefunden wurde. Der Volksbund der Kriegsgräberfürsorge hatte auch die russisch–orthodoxe Kirche „Mariä Himmelfahrt“ in dem kleinen Dorf wieder aufgebaut, sodass sie der Dorfbevölkerung zur Verfügung steht. In ihren Gewölben sind die Namenslisten der dort beigesetzten 80.000 deutschen Soldaten einzusehen.

clip_image018Wehrpass des Vaters

Die Mutter und ein Kindermädchen machten sich mit den beiden Kindern im Januar 1945 auf den Weg nach Borna bei Leipzig. Die Mutter war schon schwerkrank und starb im Juni 1945 an einem Krebsleiden. Das Kindermädchen sorgte nun unter schweren Umständen für die beiden Waisenkinder bis sich ein Rechtsanwaltehepaar in Sangerhausen fand, das die beiden Mädchen 1946 aufnahmen. Da die Frau aber an eienr psychischen Erkrankung litt, nahm sie ein Onkel Lothar Zollenkopf in Mecklenburg auf, der selbst vier zum Teil schon erwachsene Kinder hatte und in Muchow Pfarrer war.

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Weihnachten in Muchow 1946 
Video

 

Er zog auch noch die vier Kinder seiner verstorbenen Schwester auf, sodass insgesamt zehn Kinder im Haushalt zu betreuen waren. Als einmal in einem Kirchlichen Amtsblatt darüber geschrieben wurde, fand sich 1948 ein ehemaliges ostpreußisches Pfarrerehepaar Flügge nun in Rehfelde bei Strausberg, die nur eine eigene Tochter Dorothea hatten, aber gern noch zwei Kinder adoptieren wollten. Als Hildegard Flügge die Familie in Muchow besuchte, fiel den beiden Kinder sofort die Ähnlichkeit zur verstorbene Mutter auf und man vereinbarten erst einmal einen Besuch während der großen Ferien in dem Pfarrhaus Rehfelde bei Berlin. Doch aus dem Ferienbesuch wurde eine Adoption für die beiden Geschwister Liselotte und Gisela und so lebten sie dann mit ihrer neuen zwei Jahr jüngeren Schwester Dorothea in Rehfelde. Die drei Kinder verstanden sich großartig miteinander.

 

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Rehfelde - Weihnachten 1948
Video

Die Adoptiveltern gehörten unter den Nationalsozialisten zu den Bekennenden Christen und brachten für die beiden Schwestern ganz neue Auffassungen in ihr Leben.

clip_image020Ehepaar
Hildegard und Theophil Flügge

Natürlich besuchte Gisela Bartel die Grundschule in Rehfelde und beendete dort 1951 die 8. Klasse. 1951 war sie von ihrem Adoptivvater Theophil Flügge in Rehfelde konfirmiert worden. Ihr Konfirmationsspruch lautete: „ Ich will dir geben die heimlichen Schätze und die verborgenen Kleinode, auf dass du erkennest, dass ich dich bei deinem Namen rief, da du mich noch nicht kanntest. (Jesaja 45,3-5) Von 1951 – 1953 ging sie zur Oberschule in Waldsieversdorf. Wegen der Zugehörigkeit zur Jungen Gemeinde (Jugendverband in den Evangelischen Kirchen) wurde sie allerdings am 02.05.1953 von der Schule geworfen. Nach dem Arbeiteraufstand am 17.06.1953 in der DDR (Kommunister Ostteil von Deutschalnd nach dem Zweiten Weltkrieg) durfte sie aber wieder die Oberschule besuchen und schloss dort auch mit der 10. Klasse ihre Schulbildung ab. 1954 war sie ein Jahr lang im elterlichen Haushalt tätig und trat am 10.01.1955 in das Diakonissenhaus-Mutterhaus Potsdam- Hermanswerder ein.

clip_image022Gisela Bartel als Diakonisse

Von 1957 – 1959 besuchte sie die Krankenpflegeschule in Genthin und arbeitete danach von 1959 -1964 als examinierte Krankenschwester und Diakonisse im Infektionskrankenhaus Potsdam-Hermannswerder. Ihr Examen als Krankenschwester hatte sie mit Auszeichnung bestanden. Die Arbeit machte ihr große Freude, obwohl sie am liebsten mit behinderten Menschen gearbeitet hätte.

clip_image024von links: Gisela Bartel mit Schwester Dorothea Hallmann
und Schwester Lieselotte bei der Hochzeit
von Dorothea am 02.05.1964

Ab 1964 übernahm sie die Aufgaben der Oberschwester im Infektionskrankenhaus Potsdam-Hermannserder und erwarb berufsbegleitend 1966 die staatliche Qualifikation zur leitenden Schwester.

clip_image026Gisela Bartel mit ihren Geschwistern
rechts Liselotte und links Dorothea

Weihnachten 1955
Video

Der DDR-Staat bot für alle Diakonissen zwar die volle Bezahlung als Krankenschwestern an, weil sie die gleichen Aufgaben und noch mehr als die staatlich angestellten Schwestern erbrachten. Doch das Diakonissenmutterhaus lehnte das ab, weil man dachte, nun in staatliche Abhängigkeit zu geraten. Außerdem gehörte Armut zu den drei Grundsätzen des Lebens im Diakonissenhaus. So arbeiteten die Diakonissen für eine kleines Taschengeld. Die Leitungstätigkeit erforderte eine Gradwanderung zwischen den Satzungen des Mutterhauses, dem Respekt vor der hervorrangenden Arbeit, der immer kleiner werdenden Schar der Diakonischen Mitschwestern und den Rechten der immer größer werdenden Zahl an staatlichen Mitarbeitern. Ein Teil dieser Schwestern wollten unter einer konfessionellen gewerkschaftlich nicht organisierten Oberschwester nicht arbeiten, da diese ihre Interessen nicht vertreten konnte. Diese konflikt führte letztendlich dazu, dass Gisela Bartel sich zum 31.12.1975 von der Schwesternschaft löste. Ab 15.01.1976 nahm sie eine Arbeit als Krankenschwester in der Fachklinik für Lungenkrankheiten Beelitz–Heilstätten auf, wo sie zuletzt als Stationsschwester auf einer onkologischen station arbeitete. Sie war nach Fichtenwalde umgezogen und hatte ein kleines Eigenheim erworben. Sie war im Gemeindekirchenrat der Kirchengemeinde Fichtenwalde und Synodale im Kirchenkreis Lehnin. 1980 erwarb Gisela Bartel die Qualifikation als Fachkrkankenschwester für Pulmologie. Von 1985 -1990 war sie gewähltes Mitglied der Synode der Landeskriche Berlin-Brandenburg. Das Leben veränderte sich, als sie einen Brief von einer Freundin erhielt, die sie bat Kontakt mit dem 63jährigen ehemaligen Fuhrunternehmer Siegfried Bartel aus Rathenow aufzunehmen, dem seine Frau nach viezigjähriger Ehe gestorben war und der nun sehr allein wäre. Gisela Bartel streubte isch dagegen. Sie wollte nicht vermittelt werden, sondern sie wäre gern gefunden worden. Aber die Freundin ließ nicht locker und so stimmte sie einem unverbindlichen Treffen zu. Als sie aber zum geplanten Termin schwer erkrankte und ein Antibiotikum einnehmen musste, telefonierte sie mit dem Fuhrbetrieb in Rathenow und sagte einen Tag vor dem Treffen einer Mitarbeiterin den Termin ab. Zum vereinbarten Termin klingelte es aber an ihrer Haustür und Siegfreid Bartel stand mit einem Blumstrauß und einem Geschenkkorb vor der Tür. Gisela Bartel sagte zu ihm:“ Hat man Ihnen nicht ausgerichtet, dass ich die Begegnung abgesagt habe? Ich bin krank und kann wirklich keinen Besuch empfangen.“ „ Doch“, erwiderte der Mann, „das hat man mir ausgerichtet. Aber von meiner Cousine weiß ich, dass Sie allein leben. Als ich nun hörte, dass Sie krank sind, da war ich der Meinung, dass sich doch jemand um Sie kümmern muss. Ich habe alles in diesen Korb gepackt, was man als kranker Mensch brauchen kann. Und nun wünsche ich Ihnen gute Besserung.“ Siegfreid Bartel drehte sich um und ging zum Auto. Voller Dankbarkeit, Rührung und Staunen ließ er Gisela Bartel zurück. Sie setzte sich an ihren Schreibtisch und schrieb ihm den ersten Brief. Aus dieser ersten Begegnung entwickelte sich doch eine tiefe Bindung und am 15.01.1988 gab Gisela Bartel ihre Tätigkeit als Stationsschwester in der Fachklinik für Lungenkrankheiten Beelitz-Heilstätten auf und zog nach Rathenow zu Siegfried Bartel. Am 28.04.1989 traute sie ihre Schwester Pfarrerin Dorothea Hallmann in der Dorfkirche in Hohennauen (Kreis Rathenow). Der Trauspruch lautete: „Gott spricht: ich will mit dir sein. Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen. Sei getrost und unverzagt.“ (Josua 1,5-6) Sie nahm keine neue Tätigkeit auf.

clip_image028Gisela Bartel mit ihrem Mann Siegfried
(2008)

Nach der Einheit Deutschlands meldete sie sich arbeitslos und bewarb sich bei der Sozialstaion des Diakonischen Werkes in Rathenow. Da sie gern Krankenschwester war, stellte sie das Diakonische Werk in Rathenow für die Hauskrankenpflege ein. Vom 01.08.1991 – 31.12.1993 baute sie die Hauskrankenpflege des Diakonischen Werkes in Rathenow auf. Dann musste sie sich wegen Berufsunfähigkeit ihre Tätigkeit aufgeben.
Sie arbeitet heute gern in ihrer Evangelischen Hoffnungskirchengemeinde im Elb-Havel-Winkel mit und webt und spinnt mit einem Team von Frauen. Eine besondere Kunst ist das Weben von Paramenten. Das sind künstlerisch aufwendig gestaltete Textilien, die in den Kirchen als Altardecken oder Decken für die Kanzel benutzt werden. Der Name leitete sich aus dem Lateinischen „para mentum“ (den Geist bereiten) oder „para mensam“ (den Tisch bereiten) her. Die Weberinnen und Weber bedürfen dazu der inneren Einkehr und des Gebetes. Gisela Bartels Anliegen ist es, dass auch kleine Gemeinden neue Paramente oder Antependien (Altarvorhänge) erhalten. Die Paramente von Gisela Bartel werden diesen hohen Anforderungen gerecht.

clip_image030Kanzelschmuck

Jeder Künstler, der Paramente anfertigt, hat natürlich eine Signatur. Die Kreuze, die sich als Saum auf den Paramenten befinden, sind die heimliche Signatur von Gisela Bartel.

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Seit 2015 verwendete sie auch liturgische Texte für ihre Paramente. Die Farben der Paramente richten sich nach dem Festkalender im Kirchenjahr:

1. Lila      Advent und Passion

2. Weiß    Weihnachtsfest, Ostern, Christi Himmelfahrt

3. Rot     Pfingsten, Konfirmationen, Reformationstag, alle Gemeindefeste

4. Grün   Trinitatisfest und den ganzen Sommer hindurch

 

IMG_0001-001Altardecke für das Pfingstfest

 

 

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Kanzelschmuck für das Pfingstfest

Gisela Bartel-Zollenkopf hat 2003 ein Buch mit dem Titel „Der zerbrochene Ring“ herausgegeben. Sie beschreibt darin ihre ost-westpreußische Familiengeschichte und hat aus Tagebuchblättern ihrer Mutter Charlotte Zollenkopf, aus Briefen und eigenen Erinnerungen eine fesselnde Zeitgeschichte verfasst, die man nicht eher aus der Hand legt, bis man sie ausgelesen hat.

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Das Buch kann bei Gisela Bartel, Genthiner Str. 21, 14712 Rathenow, Tel.:03385-509283 bestellt werden.

Gisela Bartel liest aus ihrem Buch.

1. Weihnachten in Lichtfelde (Westpreußen) 1944 
                            Video

2. Weihnachten in Muchow (Mecklenburg) 1946  
                             Video

3. Weihnachten in Rehfelde bei Berlin (Brandenburg) 1948
                             Video

4. Weihnachten im Diakonissenmutterhaus (Potsdam-Hermannswerder) 1955
                             Video

 

Am 23.03.2015 trat sie dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e. V. bei, weil sie den Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg schwer zerstörten Kirche ihrer jetzigen Heimatstadt unterstützen möchte.

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Gisela und Siegfried Bartel
01.07.2007
im Hof der Lutherkirche in Rathenow


Gisela Bartel stellte am 09.09.2016 die Kreativgruppe "Die Spinn-Weben" in einer Geschichtskonferenz in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche diese Gruppe vor.



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Sie hat für eine kleine Gruppe von Menschen am 10.06.2015 in ihrem Garten ein Fest gegeben, wo die Spinn-Weben ihre Arbeiten vorstellten. Die “Spinn-Weben” sind ein kleiner Verein unter dem Dach der Evangelischen Kirche, die hobbymäßig spinnen und weben und ihre Produkte auch verkaufen. Es war ein buntes Treiben im Garten der Bartelschen Familie und es war schönes Wetter. Ein sehr gelungenes Fest.

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© Dr. Heinz-Walter Knackmuß 10.06.2015


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Biografien

Gabriele Scharein bei der Probeführung am 26.03.2015

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 28. März 2015 12:44

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Gabriele Scharein war am 26.03.2015 mit der Probeführung an der Reihe, denn sie hat 2014 den Kurs über die Kirchen-BUGA-Führer absolviert und wollte nun einmal der kleinen Besuchergruppe zeigen, was sie alles so über die Kirche wusste. Sie begann vor dem Eingangsportal und berichtete den Besuchern etwas über die Geschichte der Stadt Rathenow und wie die Stadt zu ihrem Beinamen „Stadt der Optik“ gekommen ist.

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Dann führte sie die Gruppe in den Turm und erläuterte das schlimme Kriegsschicksal des Gotteshauses anhand des Triptychons der Ehrenbürgerin der Stadt Rathenow Erika Guthjahr.
Sie vergaß die Besucher auch nicht auf das Glockenloch in der Decke hinzuweisen.

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Nun betrat sie das Kirchenschiff und begann sofort das Gemälde Christus vor dem Hohen Rat zu erläutern, dass die Rathenower Ratsherren im Mittelalter um 1610 darstellt. Wer in diesem Gemälde wer war, ist aber nicht mehr bekannt, denn es handelt sich natürlich um die Geschichte der Verurteilung von Jesus Christus. Ähnlich wie die heutigen Comics haben die einzelnen Personen Schilder mit ihren Äußerungen vor sich. Es heißt auf dem Bild:

Dieser Spruch ist gegeben über den unschuldigen Jesum zu Jerusalem in Judäa von dem
Vierfürst und Richter Pontius Pilatus. Ich Pontius Pilatus Vierfürst und Richter in
Jerusalem unter dem mächtigsten Kaiser Tiberius…..

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Danach erläuterte sie den Wiederaufbau der vier Kreuzgewölbe im Mittelschiff und forderte die Besucher auf, etwas zu singen, weil die Akustik überwältigend ist.

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Dann ging sie mit der Gruppe in den Chorraum und erklärte die bunten Fenster, wobei sie auf das Fenster „Das geöffnete Kreuz“ besonders hinwies, denn es ist ein einmaliges Kunstwerk weltweit. Die Ringparabel aus Lessings „Nathan der Weise“ hätte nicht schöner in Farben dargestellt werden können.

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Im Chorraum erklärte sie den Marienaltar und wies auf das Buch von Viola und Dr. Heinz-Walter Knackmuß hin, wo die Kunstschätze und der Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche beschrieben werden.

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Natürlich erzählte sie auch etwas über die Herkunft des Altarbildes „ Simeon mit dem Kinde“ des Hofmalers König Friedrich II. von Preußen, Professor Bernhard Rhode.

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Und sie zeigte den Besuchern das Epitaph des Stadtschreibers Nesen, das die Geschichte vom Barmherzigen Samariter darstellt und im Hintergrund die älteste Stadtansicht von Rathenow zeigt.

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Gabriele Scharein zeigte den Besuchern danach die Marienkapelle, deren Gewölbe 2011 mit ausschließlichen Mitteln des Förderkreises wieder aufgebaut wurden. Die Kosten betrugen 40.000,00 €.

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Zum Schluss führte Gabriele Scharein die Gruppe zu einem Relief, das die Stadt Rathenow um 1800 darstellt und erläuterte noch einmal, wie Rathenow Garnisonsstadt wurde und vergaß auch die Besucher nicht darauf hinzuweisen, dass die Führungen durch die Kirche kostenlos seien, aber der Förderkreis noch vier Millionen Euro benötige, um alle Kriegsschäden zu beseitigen und da würde man sich über eine Spende freuen.

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Nach der Führung überreichte ihr Peter Kurth das Zertifikat als BUGA-Kirchenführerin in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche.

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© Dr. Heinz-Walter Knackmuß 26.03.2015

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Günter Thonke–Was kunft noch zu?

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 20. März 2015 20:47

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Was kunft noch zu ? von Günter Thonke

Ab Mitte Achtzig beginnt das Nachdenken über die Restlaufzeit! Im Jahrzehnt zuvor nimmt man sich noch nicht so ernst, doch die Welt um einen herum beginnt sich schon zu verändern. Das tat sie zwar zu allen Zeiten, doch es stand ein eigener Standpunkt immer parat. Man war der Zukunft zugewandt!

Nun kennt man die früheste Vergangenheit besser als das Gestern und viele Leute, bei denen es nur mit dem Namen hapert. Man weiß, dass die Erde einst auch eine Scheibe gewesen sein soll und es lieber geblieben wäre, doch dann könnten wir uns nicht kugeln, wie das Globale genannt wird. Dadurch wird es ernst werden! Es gibt viele Theorien über kommende Möglichkeiten, die sich auszeichnen, dass man sie widerlegen kann! Was war das war, - und es kommt was kommt! Es gibt Mächte, die an allem drehen, im Dunkeln und im Lichte! Wem man sieht dabei und wem vor allem nicht, wird nur geahnt. Es wären dann also die Ahnen! Ob die es hinter angewachsenen Ohren hatten oder ihre Ohrläppchen waren, wäre eine Wissenschaft für sich, die nur von wenigen gepflegt wird. Nicht schau mir in die Augen, schau in mein Gesicht, sondern begucke die Ohren, ob angewachsen oder nicht! - Hinter den Ohren sollte der Verstand sitzen, der zwar behaart weniger zur Geltung kommt als beglatzt. Sichtbare Tätowierungen sind keine Probleme, solange sie nicht in Massen auftreten beim Fußballsport..

Im Leben werden sich mit den Jahren Gedanken über die Zukunft gemacht. Diese werden Altersweisheit genannt, doch auch Narretei, die der Wahrheit zu oft nahe kommt. Die Wahrheit wird ungern gehört! Die Zukunft ist immer das Nächste, kommt schneller als gedacht und passt selten in die Landschaft. Die Technik macht die größten Sprünge wenn es ernst wird und wenn Friedlichkeit den meisten zu langweilig geworden ist, weil mahnende Alte rar werden. Von denen wandeln ohnehin zu viele und zu lange. Sie werden zum Störfaktor neben den Willkommenden aus aller Welt. Diese sollen ja in die Bresche springen und unsere restlichen Bürger zu Eingeborene von morgen machen. Unser Platz ist dann schon auf Wolke sieben mit der Bitte um Wohlwollen für die Nachgewachsenen, was uns so ging beim vorletzten Weltuntergang 1945. Damals kam es durch die Atombombe zuletzt zu einem schnellen Ende und es könnte nun so beginnen, weil die Enkel zweier reifer alter Machhaber, denen in Reykjavik der Seifensieder aufgegangen war, es nun abtun wie Willy II bei der Entlassung Bismarcks, die Folgen missachtend! Es heißt danach, nun haben wir den „ Salat!“ Der Ernährungswissenschaft wäre es recht. Das Abgas der Massentierhaltung, der Klimawandel, der Ab- und Neubau von AKW´s, die Globalisierung und Bevormundung gewachsener Strukturen und Beseitigung der Vielfalt, sind Wege in auf uns zukommende Katastrophen und der Möglichkeit, das die zuletzt gekommenen Menschen zuerst wieder verschwinden können. Selber Schuld zu sein, wird es keiner mehr nennen können! Als Pessimist würde es mich erfreuen, - wenn die Optimisten recht behielten! Aber noch will jeder seine Suppe kochen, - außer uns. Vielleicht bleiben wir dieses Mal unschuldig an der Zukunft? Aber nur vielleicht! Die USA wollen andere machen lassen, um ihren gehobenen Wohlstand zu bewahren,- die Russen wurden schon mit vielen Nach- barn fertig, - von Dschingis Chan bis Napoleon und Adolf und die Chinesen hatten den längsten Atem als Reich der Mitte, ohne ein Fernweh, weil Konfuzius blieb und Laotse ging, der dann nicht mehr gesehen wurde. Die Inder behielten ihren Hinduismus und teilten sich als Entkolonialisierte, so ein zwar unfriedliches aber ausbanciertes Gleichgewicht behaltend, was den Moslems bisher nicht gelang und sich so der Rest der noch freien Welt sehr sorgen muss. Auch Katholiken und Protestanten machen sich Probleme. In Südamerika ticken alle wie es gebraucht wird, - jeder kocht seine Suppe und nördlich liegt man auch am Atlantik und Pazifik und das Eismeer um den Nordpol wird um mehr als nur im Auge behalten. Denn es geht seit Menschengedenken um die Ressourcen auf Erden. Hemmungslos wurde sich besonders im letzten Jahrhundert vermehrt und die Nachgewachsenen alle sind auf der Walz dem gehobenen Wohlstand auf der Spur. Früher waren es die Völkerwanderungen gewesen, die für weniger Wasserköpfe sorgten. Um 1945 und danach gab es über zehn Millionen eigene Vertriebene, die wieder Land unter die Beine bekommen mussten hier im besetzten und geteilten Rest von vier Besatzungszonen. Da waren wir ganz unten gewesen und nur die Hoffnung blieb, sich mehr oder weniger wieder aufzurappeln. Da war dann noch der „Kalte Krieg“ bis zum Mauerfall, der zuvor mit Berlin- und Cubakrise leicht hitzig werden konnte. Das mit dem Erkennen und Einlenken ist es so eine Sache, - denn schnell ist das Gesicht verloren. Jede Zeit hat ihr Gesicht, selten als Persönlichkeit, die „Gut und Böse“ verkraftet. Es wären danach später die Großen der Geschichte. Nun gehören auch die Frauen dazu, - die einst hinter jeden erfolgreichen Mann standen! Ob es zum Besseren führt wird die Zukunft, so sie kommt, zeigen! Völker und Kontinente sich von Ast zu Ast schwingen müssen wie die Affen in Afrika, bevor es zur Sahara kam. Nichts wird bleiben, etwas ist immer, mal mehr, mal weniger Unruhe. Auf ganz oben folgt ganz unten, - nur in der Mitte ist Pause vielleicht. Nur ruht China in sich und den Bergen Tibets, noch ohne große Flotten auf allen Meeren, um nicht baden zu gehen!

Günter Thonke

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Renate Assmann bei der Probeführung am 19.03.2015

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 19. März 2015 16:24

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Renate Assmann führte am 19.03.2015 eine kleine Gruppe von Menschen durch die Sankt-Marien-Andreas-Kirche und betonte als gebürtige Rathenowerin, wie eng verwoben ihr Leben mit dieser Kirche war. Nun ist es ihr eine besondere Freude, den Besuchern die Teile der wieder aufgebauten Kirche zu präsentieren. Es war ein schlimmes Schicksal, was diesem Gotteshaus im Krieg widerfuhr, und dass die bisherigen Phasen des Wiederaufbaus noch nicht abgeschlossen sind, kann man an vielen Ecken sehen, besonders natürlich im Chorraum, wo sie mit großer Hingabe, den Marienaltar, die Fenster und die beiden Gemälde erklärte.
Die nächste öffentliche Probeführung wird am Donnerstag, den 26.03.2015 um 10:00 Uhr von Gabriele Scharein durchgeführt. Die Sankt-Marien-Andreas-Kirche wird während der BUGA täglich von 8 – 20 Uhr geöffnet haben. Um 11 und 14 Uhr wird es eine öffentliche Kirchenführung ohne Anmeldung geben. Außerhalb dieser Zeiten sind Führungen nach vorheriger Anmeldung möglich (Tel.:03385-5200224). Die Kirchenführungen sind kostenlos. Um eine Spende für den Wiederaufbau wird nach den Führungen gebeten. Die Turmbesteigung kostet 2,00 € für Erwachsene und 1,00 € für Kinder.

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Rosemarie Uhlich spendete Emporenstifterbriefe

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 19. März 2015 16:02

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Rosemarie Uhlich feierte am 15.03.2015 im Golfhotel in Semlin mit Freunden und Verwandten ihren 72. Geburtstag. Ingrid Schmidt hatte ihre Gitarre mitgebracht und es wurde zwischen dem Festmenü immer gesungen. Natürlich ein Geburtstagslied aber auch andere Lieder. Rosemarie Uhlich unterstützt seit Jahren den Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche zum Lobe Gottes. So war es auch ihr Wunsch gewesen, zu ihrem Geburtstag etwas für die Kirche in Rathenow zu tun und so spendet sie die Emporenstifterbriefe Nr. 143-146 und die Säulensteine Nr. 8567 -8568. Der Förderkreis bedankt sich für die Spende und wünscht der Jubilarin für das neue Lebensjahr gute Gesundheit und Gottes Segen.

Prof. Dipl.-Ing. Hans Müller spendete Emporenstifterbriefe

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 19. März 2015 15:58

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Prof. Dipl.-Ing. Hans Müller ist der Enkel des legendären Baustadtrates von Rathenow Friedrich Sprotte, der mit seinem Wirken 1909 bis 1931 auch heute noch gültige Akzente im Stadtbild Rathenows gesetzt hat. Natürlich verbindet ihn dadurch ein starkes Band mit Rathenow. Er ist im Kuratorium des Förderkreises zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e. V. und Mitglied des Förderkreises seit dem 12.10.2007. Erst kürzlich hat er über den Rathenower Bismarckturm eine aktuelle historische Deutung herausgegeben, denn sein Großvater Friedrich Sprotte hatte diesen Turm entworfen und gebaut. Er ist etwas Besonderes unter den über 200 Bismarcktürmen in Deutschland und Prof. Müller ist es gelungen, die geistige Verbindung des Entwurfes mit dem alten Kaisersiegel zu entdecken. Der Stadtbaurat Friedrich Sprotte wollte den Fürsten Otto von Bismarck auch dargestellt wissen als Gründer des Deutschen Kaiserreiches, denn ohne Bismarck wäre es nie dazu gekommen. Natürlich liegt ihm der Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow sehr am Herzen und so spendete er am 15.03.2015 die Emporenstifterbriefe Nr. 116-120 (100,00 €). Der Förderkreis bedankt sich für die Spende und wünscht Prof. Müller noch recht viele Entdeckungen bei seinen Forschungen über historische Zusammenhängen in der Stadt Rathenow.

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               Teil des kaiserlichen Siegels                      Bismarck-Turm in Rathenow
                         von Karl IV.
         (Städtische Museen Tangermünde)

Die Gründung des Deutschen Kaiserreiches am 18. Januar 1871 in Versailles und seine Ausgestaltung als ein fest gefügtes Staatsgebilde war die überragende Leistung Bismarcks. Dieses neue Deutsche Reich war an die Stelle des 1806 aufgelösten „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ getreten. Hierauf nimmt die Frontalansicht des Rathenower Bismarckturmes Bezug: Ein dominierender Giebel, der von zwei schlanken Seitentürmen flankiert wird. Eine ganze Reihe deutscher Kaiser verwandten dieses architektonische Motiv über Jahrhunderte hinweg auf der Rückseite ihrer Siegel[. Auch bei zahlreichen Urkunden von Kaiser Karl IV., der sich für die Entwicklung der Mark Brandenburg besonders hervortat, ist das Bild zu finden: Ein von zwei schlanken Türmen eingefasster dominierender Giebel über einem Torbogen. In diesem Torbogen stehen die Worte „AUREA ROMA“, „Goldenes Rom“. Mit dieser Symbolik zeigten die deutschen Kaiser, dass Ihnen die kaiserliche Würde vom Vertreter Gottes auf Erden, dem Papst in Rom, mit der Krönung in Rom verliehen worden war. Der deutsche Kaiser erhielt 1871 seine Würde jedoch nicht aus Rom, sondern durch die Zustimmung der Könige und Fürsten Deutschlands. Als Initiator und Organisator dieses Zustimmungsaktes hat Sprotte die Gestalt des Märkers Bismarck an Stelle von „AUREA ROMA“ in den Torbogen des Bismarckturms gestellt, er war der Einiger und Begründer des neuen deutschen Kaiserreiches. Sprotte hat das alte kaiserliche Motiv ganz und gar in Stilelemente der märkischen Backsteingotik gekleidet. (zitiert nach Prof. Hans Müller)

René Krüger spendete Dachsteine

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 18. März 2015 17:29

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Die Lackierzentrum R. Krüger GmbH, Grünauer Fenn 22, in Rathenow spendete am 26.07.2007 fünf Dachsteine für das marode Dach der Sankt-Marien-Andreas-Kirche. René Krüger, der Chef des Hauses, nahm die Urkunde über die Dachsteine 603-617 entgegen. Der Förderkreis dankt dem Spender herzlich.