Biografie von Prof. Dr. theol. Dr. phil. Dr. h.c. Rainer Lehmann

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 24. Februar 2016 22:02

 


Prof. Dr. theol. Dr. phil. Dr. h.c. wurde am 10.11.1944 in Strehlen (Schlesien) geboren. Sein Vater Johannes Theodor Lehmann war Oberleutnant bei den Nachrichtentruppen der Wehrmacht und studierte nach dem Krieg in Hannover Maschinenbau und war später Professor für technische Mechanik an der Ruhruniversität Bochum. Respekt vor denen, die über den zweiten Bildungsweg gegangen sind, war für ihn eine wichtige Maxime.
               
                                        Michaeliskirche in Strehlen (Schlesien)



 Innere der Michaeliskirche in Strehlen

Die Mutter Traute Marie-Lieselotte Lehmann, geborene Weber, war Apothekerin in Breslau und arbeitete später in Hannover, Hildesheim und Bochum. Sie hatte in Breslau ihre Promotion begonnen und vollendete sie bei ihrem ursprünglichen „Doktorvater“ in Braunschweig. Rainer Lehmann wurde in Strehlen im Pfarrhaus von seinem Großvater notgetauft.


Streheln an der Ohle

Die Mutter floh mit ihrem Sohn Rainer aus Schlesien nach Niendorf bei Lübeck, wo eine Tante der Mutter wohnte. Sie arbeitete in einer Apotheke in Lübeck. Der Vater erhielt 1949 seine erste Anstellung als Assistent an der Technischen Hochschule in Hannover und die ganze Familie zog 1950 nach Hannover um. Rainer Lehmann wurde 1951 in Hannover eingeschult und blieb dort mit der Familie bis 1953. Als der Vater 1952 eine Arbeitsstelle als Konstrukteur bei der Senking KG, einem Großküchenhersteller in Hildesheim, erhielt, folgte ihm wieder die ganze Familie nach. Rainer Lehmann besuchte zunächst die Evangelische Volksschule in der Bismarckstraße in Hildesheim und kam 1955 an das dortige Gymnasium Andreanum, wo er bis 1956 blieb. Da der Vater 1955 eine Stelle als Dozent an der Technischen Hochschule Hannover bekam und 1961 eine Professur für Mechanik an der TH Hannover erhielt, zog die Familie wieder nach Hannover um. Von 1956 -1964 besuchte Rainer Lehmann das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium in Hannover, wo er auch Latein, Griechisch, Englisch und Französisch lernte. Am 15.03.1959 wurde er von Pastor Waltemate in der Lister Kirche in Hannover konfirmiert. Sein Konfirmationsspruch lautete: „Fürchte Dich nicht, denn ich bin Dein Schild und Dein sehr großer Lohn.“ (1. Mose 15,1).  



Lister Kirche

Er legte 1964 am Kaiser-Wilhelm-Gymnasium in Hannover sein Abitur mit Auszeichnung ab. Von 1961 -1962 war er ein Jahr lang als Austauschschüler in der Stadt Saginaw im Bundesstaat Michigan in den USA. Er hatte Glück und kam in ein Haus mit vermögenden Gasteltern. Die Gasteltern unternahmen zum Abschluss seines Aufenthaltes eine ausgedehnte Rundreise bis an die Grenzen von Mexiko und Kanada am Pazifik und zeigten ihm alle Sehenswürdigkeiten des Westens der USA und besuchten mit ihm 1962  die 21. Weltausstellung in Seattle im US-Bundesstaat Washington.



Seattle

 

Das Jahr in den USA hat ihn auch beruflich sehr geprägt. Nach dem Abitur ging er für zwei Jahre zu den Pionieren der Bundeswehr nach Minden. (Westfalen). Von 1966 -1968 studierte er dann Theologie in Heidelberg und wechselte 1968 nach Hamburg, wo er  1970 vorzeitig sein Examen ablegte. Von 1970 -1973 erhielt er  nach einem Angebot von Professor Dr. Dr. Wenzel Lohff ein Promotionsstipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Auf der Suche nach Grundlagen für eine moderne wissenschaftliche Theologie suchte er Anschluss an den Kritischen Rationalismus Karl Raimund Poppers. Mit dieser Schrift promovierte  er magna cum laude  zum Dr. theol. (Doktor der Theologie). Zufällig las der Physiker und Informationstheoretiker Professor Dr. Joachim Thiele von der Universität Hamburg diese Doktorarbeit und zeigte sich interessiert an den Arbeitsmethoden und dem Ergebnis.  Da er für seine wissenschaftlichen Forschungen noch einen Mitarbeiter mit wissenschaftstheoretischem Hintergrund suchte, fragte er ihn: “Ist der Evangelist Matthäus ein Sender oder en Empfänger?“ „Natürlich ein Sender“, war die Antwort und das war der Beginn seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent. Von 1973 -1978 arbeitete er daher über „Erziehungswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Wissenschaftstheorie und der Forschungsmethoden“, wobei er sich möglichst schnell in das Gebiet der sozialwissenschaftlichen Methodenlehre und der Statistik einzuarbeiten suchte.  1977 promovierte er mit dem Thema „Modell und Methoden in der Erziehungsforschung“ zum Dr. phil. (Doktor der Philosophie). 1978 nahm er einen Ruf als Gastprofessor für Bildungsforschung an die Bundesuniversität  João Pessoa in Brasilien an und blieb dort  bis Ende 1979. Ab 1.1.1980 bekleidete er eine Professur für Erziehungswissenschaften  an der Universität Hamburg. 1994 erhielt er die Berufung  als Professor für  Bildungsforschung und Methodenlehre  an die Humboldt Universität zu Berlin. Dort lehrte und forschte er  bis 2011.


Humboldt-Universität 2016


2005 verlieh ihm der Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg einen Ehrendoktor (Dr. h.c.) für Vedienste bei internationalen Vergleichsstudien in der Empirische Bildungsforschung.
Seit seinem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben ist er unter anderem als Experte für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH tätig und arbeitet in diesem Zusammenhang am Aufbau eines Qualitätssicherungssystems in Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Turkmenistan mit. Prof. Dr. Rainer Lehmann war 1970 bis 1997 verheiratet und hat aus dieser Ehe drei Kinder,  Gönke Dorothea geb. am 28.07.1975, Johannes Volker geb. 16.05.1979 (Adoptivkind aus Brasilien) und Gerrit Christian geb. 13.05.1985. Später lebte Prof. Dr. Rainer Lehmann mit der späteren Professorin für Wirtschaftspädagogik und Personalentwicklung an der  Universität Göttingen, Susan Seeber, zusammen. Aus dieser Bindung gingen zwei  Kinder hervor, Natalie, geb. am 31.01.1998 und Gesine geb. 10.08.2003.  Alle fünf Kinder haben ein sehr enges Verhältnis zum Vater. Er spricht neben dem sehr guten Englisch Portugiesisch, ist aber sonst ein Liebhaber stiller Hobbys wie Briefmarkensammeln oder das Betreiben einer Modelleisenbahn. Sein Lebensmotto lautet nach Quintus Horatius Flaccus (*08.12.65 vor Christi - 27.11.08 vor Christi), einem römischen Dichter, der auch Horaz genannt wird: „Carpe diem“, wörtlich „Pflücke den Tag!“ oder  als geflügeltes deutsches Wort: „Nutze den Tag“! Der Mensch muss lernen, sein Los zu akzeptieren und mit Gelassenheit und Seelenruhe zur Weisheit zu kommen. Als besonders glückliche Zeit in seinem Leben sieht er den Aufenthalt in Brasilien an. Am 14.01.2016 trat er dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e. V. bei, weil er es als wichtiges Anliegen erachtet, die Kirche nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder herzurichten. Am 15.11.2015 spendete er den Baustein Nr. 84 für den Wiederaufbau der Kirche und am 20.12.1915 die Emporenstifterbriefe Nr. 142 -143.

 

© Dr. Heinz-Walter Knackmuß 21.02.2016








Tags:

Frauenkreis Berlin-Prenzlauer Berg spendete Säulensteine

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 21. Februar 2016 21:02


 

Luise Fichte kam mit dem Frauenkreis der Adventgemeinde aus Berlin-Prenzlauer Berg  am 21.02.2016 in die Sankt-Marien-Andreas-Kirche und ließ sich vom Förderkreis durch die Kirche führen. Es war ein verregneter ungewöhnlich warmer Februarsonntag (+10 ° C) und die 14 Frauen waren froh, dass sie  ein Dach über den Kopf hatten. Auf ein Foto vor der Kirche musste wegen des argen Wetters verzichtet werden, nicht aber auf die Geschichte der optischen Industrie in Rathenow und ihres Begründers, Johann Heinrich August Duncker, dessen Geburtshaus ja gegenüber der Kirche steht. Er war Pfarrer an der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow. Die Gruppe ließ sich den Marienaltar und die Kreuzgewölbe im Mittelschiff erklären und das Altarbild „Simeon mit dem Kinde“, das der Hofmaler Friedrichs II. 1779 der Kirchengemeinde in Rathenow schenkte. Sie bewunderten auch das Epitaph des Stadtschreibers Nesen, das im Gleichnis vom Barmherzigen Samariter im Hintergrund die älteste Stadtansicht von Rathenow präsentiert. Nach einer akustischen Präsentation  im Mittelschiff, wo durch die neuen Kreuzgewölbe eine einmalige Wiedergabe von Musik entstanden ist,  machte sich die Gruppe wieder auf den Heimweg, nicht ohne die Säulensteine Nr. 9853- 9860 für den Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Chorraum der Kirche gespendet zu haben. Der Förderkreis bedankt beim Frauenkreis der Adventsgemeinde in Berlin-Prenzlauer Berg.

 

Tags:

Gabriela und Torsten Wendt spendeten Säulensteine

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 6. Februar 2016 21:02



Gabriela und Torsten Wendt kamen am 06.02.2015 auch in die Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Das Wahrzeichen der Stadt Rathenow lockte an diesem sonnigen Februartag, der ja eigentlich der Heiligen Dorothea gewidmet ist, viele Besucher in die Kirche und auf den Turm. Die Wetterregel für den Namenstag der Heiligen Dorothea lautet: Dorothee bringt den meisten Schnee. Aber davon ist in Rathenow seit Jahren nichts mehr zu spüren. Die Klimaerwärmung hat uns auch erreicht und bescherte eher eine frühlingshaft warme Luft. Die Legende berichtet, dass die Heilige Dorothea unter dem Kaiser Diokletian (243-313) aufwuchs, der alle Christen grausam verfolgte. Als sie  6. Februar 304 zum Henker geführt wurde, rief ihr ein naseweiser Jurastudent namens Theophilus zu: “Dorothes, wenn Du in den schönen Garten Deines Bräutigams kommst, dann schicke mir doch Rosen und Äpfel!“  Kurz daruaf erschien ein kleiner Junge und brachte der Dorothea ein Körbchen mit Rosen und Äpfeln. Wegen dieses Wunders wurde Theophilus auch gläubig und man schlug ihm den Kopf gleich mit ab. Sie wird wie im Marienaltar in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche immer mit einem Körbchen dargestellt. Gabriela und  Torsten Wendt ließen sich das alles und noch mehr über den Gotischen Altar in der Kirche erzählen. Sie bestaunten die Fenster im Chorraum und die Kreuzgewölbe im Mittelschiff und bestiegen auch den 79,80 m hohen Turm der Kirche, um in 51 m Höhe den grandiosen Anblick über das Havelland zu genießen. Zum Schluss spendeten sie die Säulensteine Nr. 9850 – 9852 für den Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Chorraum. Der Förderkreis bedankt sich für die Spende.

Tags:

Tag cloud

Month List

AuthorList