Biografie von Dieter Anger

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 25. Januar 2017 15:01

Ernst Dieter Anger wurde am 03.11.1937 in Eydtkuhnen (Rußland, vormals Ostpreußen) geboren. Sein Vater, Adolf Ernst Anger, war Verkäufer im Eisenwarengeschäft " August Wiesemann" in Stallupönen, das  10 km westlich von Eydtkuhnen liegt. Seine  Mutter, Helene Gertrud Anger, geborene Katemeier, war Hausfrau und arbeitete später als Verkäuferin in einer Drogerie in Plaue (Ortsteil von Brandenburg an der Havel). Seine Kindheit in Ostpreußen war für ihn glücklich, denn als Kind nahm er die drohende Kriegsgefahr kaum wahr.
 


Eydtkuhnen an der Litauischen Grenze
(Russland, vormals Ostpreußen)
Am 25.12.1937 wurde Dieter Anger in der Evangelischen Kirche in  Stallupönen getauft. Stallupönen wurde 1938 in Ebenrode umbenannt. Dorothea Kewersun war eine Spielgefährtin aus Kindestagen, die er jetzt im Alter wieder gefunden hat und mit ihr guten Kontakt hält.

        
  Dorothea Kewersun und Dieter Anger   Ev. Kirche Stallupönen  Geburts- und Taufurkunde

1943 wurde er noch in Ebenrode in die erste Klasse eingeschult, musste aber ab 1944 mit seiner Mutter und Urgroßmutter fliehen. Man kam zuerst nach Bischofstein in die Nähe der Masurischen Seenplatte und zog dann weiter nach Berlin, weil dort die Schwester des Großvaters wohnte.


Einschulung in Ebenrode

Wegen der Luftangriffe auf Berlin zog die Familie zu einer anderen Schwester des Großvaters nach Kirchmöser bei Brandenburg an der Havel. Von 1944 -1951 besuchte  Dieter Anger die Grundschule in Kirchmöser.



Klasse 6 W 1948/49
in Kirchmöser (Klassenlehrerin Ilse Meyer)


Am 11.03.1951 wurde Dieter Anger in Kirchmöser-Ost von Pfarrer Westphahl konfirmiert. Sein Konfirmationsspruch lautete: Dein Leben lang habe Gott vor Augen und im Herzen und hüte dich, dass du in keine Sünde willigst u. tust wider Gottes Gebote (Tobias 4,6).


Dieter Anger als Konfirmand


  

 

Von 1951 - 1953 lernte er bei der Bauunion Brandenburg Maurer und ging auch in Brandenburg an der Havel zur Berufsschule. Die meiste Zeit seiner praktischen Lehrausbildung war er  in Premnitz auf der Baustelle "Kinderstadt" zwischen Tor 2 und Tor 1 tätig. Er freut sich, dass zwei von seinen errichteten Gebäuden (2016/17) wieder saniert  werden und für eine Chirurgische Praxis des Medizinischen Versorgungszentrums Brandenburg, eine Apotheke, eine Psychologische Praxis und eine Podologin ausgebaut werden. Im Juni 1953 erhielt er den Gesellenbrief als Maurer. Er hat immer gern Fußball gespielt. Mit 10 Jahren hat er als Straßenfußballer begonnen. Von 1952- 1954 war Dieter Anger  beim Sportverein "Lok Kirchmöser" sowohl in der B- als auch in der A-Jugend als Torwart eingesetzt.

 
Lehrlingsbrigade mit dem Ausbilder Bernhard Hampe
vor der Kinderstadt in Premnitz (1952)
(Dieter Anger 2.Reihe links)


Maurerlehrlinge Dieter Anger und Gerhard Dallmann auf der
Baustelle "Kulturpalast" in Premnitz 1953

Als Maurer arbeitete Dieter Anger von 1953 - 1954 auf der Baustelle Wohnungsbau Kirchmöser. Vom 01.09.1954 - 30.06.1957 besuchte er die Ingenieurschule für Bauwesen in Zittau und erhielt den Abschluss als Bauingenieur. Während des Studiums stand er für "Lok Zittau" und "Aufbau Zittau" wieder im Fußballtor. Am 01.08.1957  nahm er eine Tätigkeit als Bauingenieur bei der Bauunion Potsdam auf und arbeitete in der Abteilung Technologie in der Zentrale. Ab 1958 war er Bauleiter auf folgenden Baustellen:
- Chemiewerk und Poliklinik Oranienburg
- Brandenburger Arbeitswohnungsbaugenossenschaft (BRAWOG) Jacobstraße/Ecke Große Gartenstraße
- Chemische Werke BUNA in Schkopau
- Chemiefaserwerk Premnitz (ab 1960)
- Getriebewerke Brandenburg und Strafvollzug Brandenburg-Görden (1963-1967)

Ab 15.07.1967 war er dann 23 Jahre in der Bauabteilung des Chemiefaserwerkes Premnitz für die Instandhaltung und Instandsetzung von bestimmten Produktionsgebäuden wie Kunstseide II verantwortlich. Die interessante Baustelle war für ihn die Erneuerung des Daches der Spinnerei (Gebäude 405) bei laufender Produktion. 1972 und 1973 waren drei Hubschraubereinsätze notwendig, um die 26 Stahlbinder für die Montage einzufliegen.Dieter Anger hatte 1960 geheiratet und wohnte 30 Jahre von 1960 -1990 in Premnitz. Es kam aber 1979 zur Trennung von seiner Ehefrau. Dieter Anger hat eine Tochter und eine Enkelin. Die Enkelin wurde leider mit 25 Jahren in Leipzig ermordet. Ehrenamtlich hat er für die Staatliche Bauaufsicht gearbeitet und war auch viele Jahre  im Bauaktiv beim Rat der Stadt Premnitz tätig. 1990 zog er mit seiner Lebensgefährtin und ihrem jüngeren Sohn nach Wiesbaden und arbeitete dort für die Hartmann GmbH als Bauleiter.



Dieter  Anger im Büro der Hartmann GmbH
in Niedernhausen (17 km von Wiesbaden)

Im Jahr 2000 kehrte er mit seiner Lebensgefährtin nach Rathenow zurück und wohnte mit deren zwei Söhnen in einem Haus in der Anton-Saefkow-Straße in Rathenow. Als seine  Lebensgefährtin 2002 starb, gab es doch Spannungen zwischen ihren Söhnen. 2010 zog er daher mit dem jüngeren Sohn nach Borkheide. Nach einer Gallenoperation 2016 reifte aber in ihm der Entschluss, in eine altersgerechte Wohnung umzuziehen. Seit  2016 wohnt er daher in der RIVA-Residenz auf den Havelauen in Werder an der Havel. Am 30.11.2016 trat Dieter Anger dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e. V. bei und spendete den Stifterbriefe in Platin Nr. 7 und 8 . Der Förderkreis bedankt sich für die Spende.

© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß 25.01.2017

Tags:

Rathenower Bürgermeister Ronald Seeger 60. Geburtstag

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 16. Januar 2017 10:00


Der  Bürgermeister der Stadt Rathenow, Ronald Seeger, feierte am 23.12.2016 seinen 60. Geburtstag und erbat von seinen Gästen statt Blumen und Geschenke eine Spende für den Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Die Sankt-Marien-Andreas-Kirche ist nicht nur ein Wahrzeichen der Stadt Rathenow, sie ist auch auf das Vielfältigste mit der Geschichte der Stadt verwoben und dazu war sie vor ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ein Kleinod norddeutscher Backsteinkunst. Ronald Seeger trat am 01.03.1997 dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e. V. bei und engagierte sich für alle bisherigen Phasen des Wiederaufbaus des Gotteshauses. 2002 wurde er von den Menschen der Stadt zum Bürgermeister gewählt. Seither hat seine Arbeit für den Wiederaufbau der Kirche eine neue Qualität bekommen. Bei den Anträge auf finanzielle Unterstützung des Wiederaufbaus der Sankt-Marien-Andreas-Kirche an die Kulturministerin des Landes Brandenburg, Dr. Martina Münch, den Wirtschaftsminister Albrecht Gerber, an die Kulturministerin Prof. Monika Grütters und an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Prof. Dr. Dipl.-Ing. Jörg Haspel, verfasste er ein Begleitschreiben, dass die Bitten um Finanzen bekräftigte. Er ist im Kuratorium des Förderkreises und spricht fast zu jeder Mitgliederversammlung ein Grußwort. Auch als die Erzherzogin von Österreich, Ihre Kaiserlich-Königliche Hoheit Prinzessin Camilla von Habsburg-Lothringen am 10.09.2016 zu einem Ökumenischen Gottesdienst in der Kirche einige Fürbittengebete und ein Grußwort sprach,  war er zugegen, denn es war das erste Mal seit 103 Jahren, dass eine Prinzessin die Kirche besuchte. Als nächste Bauabschnitte stehen die Kreuzgewölbe im Chorraum an. Dieses Projekt wird ca. 1,3 Mio € kosten. Die Menschen in der Stadt Rathenow haben dafür bisher über 52.000,00 € gespendet. Dann sollen die Emporen teilweise wieder aufgebaut werden und danach die Schuke-Orgel für 1 Mio €. Dringlich wäre auch eine Heizung für die Kirche, damit die Zuhörer in der Adventszeit bei den Konzerten nicht so fürchterlich frieren müssen. Wenn das Geld reicht, ist auch die Nachschnitzung der barocken Kanzel geplant. Eine Spezialtischlerei in Wiesenburg/Mark im Landkreis Potsdam-Mittelmark kann diese Arbeiten ausführen und hat das Projekt auf 520.000,00 € veranschlagt. Es werden noch ca. 5 Mio € benötigt, um den Wiederaufbau des Gotteshauses zu vollenden. Beim 60. Geburstag des Bürgermeisters Ronald Seeger am 23.12.2016 kamen 1.430,00 € zusammen. Der Förderkreis bedankt sich für die Spende und überreichte dem Bürgermeister den Stifterbrief in Silber Nr. 60 (1000,00 €), die Orgelpfeife Nr. 240-243 (400,00 €) und die Säulensteine Nr.10605-10610 für den Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Chorraum der Kirche.


© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß 23.01.2017


Tags:

Geschichte der Stadt Rathenow

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 14. Januar 2017 14:10

clip_image001
Rathenow um 1860

Diese Stadtansicht von Rathenow um 1860 zeigt den Blick von Norden her über das Jederitzer Tor. Man kann auch das Alte Rathaus am Fuße der Sankt-Marien-Andreas-Kirche erkennen. Die städtebauliche Dominante ist die Sankt-Marien-Andreas-Kirche mit ihrem Turm.

clip_image003Sankt-Marien-Andreas-Kirche um 1840

1. Albrecht der Bär (* um 1100 - † 18.11.1170)
Albrecht war der einzige Sohn des Grafen Otte des Reichen von Ballenstedt und seiner Gemahlin, Eilika Billung von Sachsen, der ältesten Tochter von Herzog Magnus Billung von Sachsen. Er wuchs mit sechs Brüdern und drei Schwestern auf. Sein Bruder Siegfried wurde Erzbischof von Bremen und sein Bruder Bernhard, Herzog von Sachsen.
Albrecht I. (genannt der Bär) aus dem Geschlecht der Askanier war seit 1157 der erste Markgraf von  Brandenburg. Er begründete die Markgrafschaft durch die Unterwerfung der Liutizen. Liutizen oder Wilzen waren slawische Stämme, die südöstlich der Warnow bis nordwestlich der Uckermark wohnten und schon 928/929 von deutschen Feudalstaat unterworfen wurden, aber nach 983 unabhängig lebten. Albrecht der Bär unterwarf sie dann endgültig. Christliche Kaufleute ließen sich im immer größerer Zahl unter den Slawen nieder. Als Markgrafen von Brandenburg holten die Askanier viele Bauern aus dem Rheingebiet nach Brandenburg. Es ist sicher, dass an der  Havel eine Furt bestand und es wird vermutet, dass die deutsche Burg Rathenow in der Gegend des Stremmeabflusses bei der ehemaligen Ofenfabrik gestanden hat. Am Nordende des Weinbergs entstand die Altstadt. Der Schutzpatron der Kaufleute war der Heilige Nikolaus und so ist zu vermuten, dass die erste Kirche eine Nikolaikirche war. Die erste urkundliche Erwähnung von Rathenow erfolgte 1216.
2. Otto I. (*1128 - † 08.07.1184)
Otto I. war der älteste Sohn Albrechts des Bären.  Schon 1144 bekam er die Mitregentschaft von seinem Vater. Seit 1170 war er Markgraf von Brandenburg. 1180 gründete er das Zisterzienserkloster Lehnin, das fortan als askanisches Hauskloster galt.

Die Herrschaft der Askanier reichte bis 1320, als Heinrich II. kinderlos starb.

Name der Askanier

Geburts- und Todesjahr

Markgraf von Brandenburg

Albrecht I. (Albrecht der Bär)

1100 -1170

1150-1170

Otto I.

1128-1184

1170-1184

Otto II. (Otto der Freigiebige)

1147-1205

1184-1205

Albrecht II.

1150-1220

1205-1220

Johann I.

1213-1266

1220-1266 mit Otto III.

Otto III. (Otto der Fromme)

1215-1267

1220-1267 mit Johann I.

Otto IV. (Otto mit dem Pfeil)

1338-1308

1267-1308

Waldemar (Wald. der Große)

1280-1319

1308-1319

Heinrich II. (Heinrich das Kind)

1308-1320

1319-1320

Nach dem Aussterben der Askanier kamen schwierige Zeiten für Rathenow.

Die Markgrafen hatten Schulden. Markgraf Waldemar hat 1319 ca. 7.000 Morgen Heide an die Stadt abgetreten. Rathenow lag immer an der Grenze zum Bistum Magdeburg. Auch heute ist man mit dem Auto in fünf Minuten in Sachsen-Anhalt. 1394 wurde Rathenow bei strenger Kälte vom Erzbischof von Magdeburg Albrecht überfallen und ausgeraubt. Alle Rathenower, selbst schwangere Frauen, Kinder und Greise, ließ er auf die Landstrasse treiben. Da sind viele durch Hunger und Kälte oder grausamliche Schläge umgekommen, heisst es in einer alten Schrift. Die Einwohner der Stadt wurden verjagt und durften erst nach zwei Jahren zurückkehren. Hundert Wagen mit geplündertem Gut wurden nach Magdeburg gebracht und dort meistbietend auf dem Markt verkauft. Der Erzbischof von Magdeburg verlangte vom Markgrafen von Brandenburg 600 Schock böhmische Groschen. Da der Markgraf das Geld nicht hatte, verpfändete er Rathenow 1409 an Dietrich von Quitzow. Die Quitzows waren gefürchtete Raubritter. Der Markgraf Friedrich I. von Hohenzollern bekämpfte die Raubritter erfolgreich. 1428 wurde der Rathenower Stefan Bodeker Bischof von Brandenburg. 1446 führte das Recht des Salzverkaufs zu bescheidenem Wohlstand in Rathenow. Als Rathenow wieder einmal wegen der Geldnot des Kurfürsten verpfändet werden sollte, brachte es die Summe selbst zusammen. So konnte im Jahre 1466 der Münzmeister Michael Hemelporte den Rathenower Groschen prägen. Auf dem Groschen steht: Moneta Nova March rotenaw (Neue markgräfliche Münze von Rathenow). Auch gegen die Raubritter wehrte sich die Stadt. Der Raubritter Pater van Gryben wurde gefangen und verhungerte im böhmischen Turm an der Wasserpforte der Stadt Rathenow. 1536 bekam die Stadt das Recht für jedes Fuhrwerk, dass über die Lange Brücke am Haveltor fuhr einen Deichselpfennig zu erheben. 1539 wurde die Reformation im Land Brandenburg durchgesetzt. Die Stadt übernahm das Patronat über die Kirche. Der erste evangelische Pfarrer war seit 1540 Peter Richter.

clip_image005Sankt-Marien-Andreas-Kirche um 1916

clip_image006Eine Stadtansicht von 1939


                          1945 waren 80% der Stadt Rathenow zerstört

clip_image008

                            Kirchentorso Zeichnung von Dagmar Tautz

clip_image010


Weitere  geschichtliche Entwicklung von Rathenow wird noch bearbeitet

Die Geschichte der optischen Industrie in Rathenow

clip_image012

Johann, Heinrich, August Duncker
(1936 fertigte Walter Thiel dieses Ölgemälde
nach einer Kreidezeichnung von Dunckers Urenkel, Kurt Gründler)

Der Prediger Johann, Heinrich, August Duncker gilt als Begründer der optischen Industrie in Rathenow. Rathenow führt den Namen "Stadt der Optik" in ihrem Titel.  Johann Heinrich August Duncker  hatte in Halle Theologie studiert und auch physikalische Vorlesungen gehört. In Halle hat er auch seine Liebe für die Optik entdeckt. Er war an der Universität in Halle mit einem Verfahren bekannt gemacht worden, wie man Gläser schleifen konnte. Um 1800 wurden in Deutschland nur gegossene Gläser hergestellt, die statt die Sehkraft zu stärken, eher die gegenteilige Wirkung zeigten. Nach dem Studium kam er nach Rathenow zurück, wo er seinem Vater, der Erzdiakon in der Kirchengemeinde war, als Gehilfe diente. Er bemerkte in den Gottesdiensten, dass die alten Leute die Gesangbücher nicht mehr lesen konnten. Um die Sehkraft seiner alten Gottesdienstbesucher zu verbessern, erfand er eine handbetriebene Vielschleifmaschine, mit der man 11 Gläser gleichzeitig bearbeiten konnte. Die Gläser konnten so präzise geschliffen werden, dass sie genau die benötigten Dioptrien für die Sehschärfenkorrektur ergaben. Sie waren auch billiger als die gegossenen Gläser, die praktisch unbrauchbar waren. Er richtete in Rathenow eine kleine Werkstatt in den Stallräumen des Pfarrhauses ein und begann mit der der Herstellung der Gläser. Am 10.03.1801 erteilte ihm König Friedrich Wilhelm III. von Preußen den Titel: " Königliche priviligierte optische Industrieanstalt" und das Patent für die Vielschleifmaschine. Mit dieser ersten Glasschleiferei wurde der Beiname Rathenows als "Stadt der Optik" begründet.

clip_image014
Vielschleifmaschine wie sie Johann, Heinrich, August Duncker
zur Herstellung von Brillengäsern mit exakten Dioptrien verwendete


Die Geschichte der Bearbeitung von Gläsern  geht bis ins Mittelalter zurück. Man hat im Mittelalter Gläser ähnlich wie Edelsteine bearbeitet. Die Verfahren zur Bearbeitung von Gläsern wurden streng geheim gehalten. Wer in Venedig als Glasarbeiter auswanderte, wurde verfolgt und getötet. Man scheute sich auch nicht Verwandte ins Gefängnis zu stecken, bis der Entflohene zurückkam. Es kam aber immer auf die ruhige und geschickte Hand des Glasarbeiters an, welche Qualität die Linsen erhielten. Eine der ersten Maschinen wird in der Encyklopedie Francaise von 1761 beschrieben. Durch Drehen einer Kurbel wird das Glas gedreht und der Optikermeister führt das auf der Spindel befestigte Werkzeug über die Linse. Das Glas wurde gekratzt und nachher mit feinerem Schmirgelmaterial bearbeitet und dann poliert. Wie Duncker beschäftigte sich der Neuruppiner Rektor Henrici mit der Herstellung von Brillengläsern. Er hatte eine Schleifmaschine entwickelt, die so gut war, dass sie die preussische Akademie der Wissenschaften unterstützte. Der Rektor Henrici hatte das Unglück, sich mit einem Kaufmann zusammen zu tun, der nach einem Jahr das Werk in den Konkurs brachte und in Ausland floh. Johann Heinrich Duncker und sein Kompagnon Wagener kauften die große Schleifmaschine aus der Konkursmasse und schlachten sie aus. Daraus baute Johann Heinrich August Duncker seine eigenen Mehrspindelmaschine (Vielschleifmaschine) und meldete sie beim Amt als Patent an. Am 10.03.1801 erhielt er das königlich-preussische Patent. Wagener schrieb darüber: “ Diese Originalmaschine hat die vorzügliche Einrichtung, dass sie mittels Kinderkräften alle Arten von Gläsern, konkave, konvexe und mikroskopische auf stillstehenden Schüsseln schleift und dass keines der hier verfertigten Gläser eine für das Auge und den Zweck der Bewaffnung desselben nachteilige falsche Strahlenbrechung hervorbringt”. Die auf ein Haltestück aufgekittete Linse wurde vom Exzenterstift in eine taumelnde Bewegung versetzt. Die erste Bearbeitung geschieht mit Wasser und Sandstein. Dann erfolgt ein weiterer Arbeitsgang mit nassem grobem Sand und später mit feinem nassen Sand. Die verwendeten Werkzeuge waren meist konkave Schalen aus Kupfer oder konvexe Schalen  oder Kugeln aus Messing. Nach dem Schleifen erfolgte das Polieren mit nasser Seide. Später benutzte man in Rathenow als Polierpaste das Pariser Rot (BleiII II, IV-oxid) Menninge oder (Eisen-III-oxid) Eisenmenninge, was in Rathenow als “Rotenburger” bezeichnet wurde. Mit der Entwicklung der Fräsmaschinen und der Automatisierung ergaben sich natürlich ganz andere Möglichkeiten der Glasbearbeitung. Heute haben computergesteuerte CNC-Fräser diese Arbeiten übernommen (CNC=Compuerized Numerical Control). Es werden heute die meisten Linsen nicht mehr aus Glas sondern aus Kunststoff gefertigt.
Quelle: Michael Leitz, Wetzlar: Beitrag zur Wissenschaftliche Konferenz 10.03.2001 in Rathenow zum Thema “200 Jahre optische Industrie in Rathenow”.


image

Das Geburtshaus des Predigers Johann Heinrich August Duncker steht in Rathenow gegenüber der Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Es ist das Haus Kirchplatz Nr. 12. Eine kleine Gedenktafel erinnert an den Begründer der optischen Industrie.



Am Bahnhof von Rathenow findet sich ein Denkmal mit der Bronzebüste des Begründers der optischen Industrie. Der Bahnhofsvorplatz wurde zu seinen Ehren Dunckerplatz genannt.

clip_image016
Denkmal von Johann, Heinrich, August Duncker
auf dem Rathenower Dunckerplatz am Bahnhof

Der Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. hat im Jahr 2000 eine Gedenkmünze herausgegeben. Sie zeigt den Prediger Johann Heinrich August Duncker auf der einen Seite und auf der anderen Seite die Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Die Goldmünze (333iger Prägung) wird für eine Mindestspende von 100,00 € und die Silbermünze (999iger Prägung) für eine Spende von 50,00 € abgegeben. Die Einnahmen werden zum Wiederaufbau der Kirche verwendet.

Duncker-1
Grabplatte des Johann Heinrich August Duncker
auf dem Weinbergfriedhof in Rathenow




Heike Brett  bei einem Vortrag in der Dorfkirche Semlin
am 28.02.2016 über das Wirken von Johann Heinrich August Duncker
in Semlin

Video


Pfarrer Andreas Buchholz hielt am 28.02.2016 am Nachmittag eine kleine Andacht in der Semliner Dorfkirche. Über 40 Menschen drängten sich in der Winterkirche in Semlin, denn es war etwas Besonderes angekündigt worden. Nach der Andacht hielt Heike Brett einen Vortrag über den Pfarrer Johann Heinrich August Duncker (*14.01.1767 in Rathenow – 14.06.1843 in Rathenow) und seine Beziehungen zur Kirchengemeinde in Semlin. Schon in früheren Jahrhunderten wurde das Dorf Semlin von den Superintendenten und Pfarrern von Rathenow aus seelsorgerlich betreut. Diese Situation ist ja bis heute so geblieben. Für die Pfarrer von Rathenow war das natürlich neben der Arbeit und den weiten Wegen auch eine zusätzliche Einnahmequelle. Heike Brett ging zunächst auf den Lebenslauf von Pfarrer Johann Heinrich August Duncker ein. Sein Rufname war August. Er hatte nach Schulbesuchen in Rathenow und Salzwedel in Halle Theologie studiert und in den Franckschen Stiftungen auch ganz praktische Erfahrungen beim Beschleifen von Gläsern erhalten. 1789 kam er nach dem Studium als Pfarrer nach Rathenow zurück. Als sein Vater zunehmend ertaubte, musste er nach und nach das Amt übernehmen und den Vater pflegen. Das Gehalt  von Vater und Sohn war mit 400 Talern pro Jahr bescheiden, weil sich beide eine Arbeitsstelle teilen musste. Da lag es auf der Hand, dass der technisch versierte Johann Heinrich August Duncker mit Hilfe des  Militärseelsorgers Christoph Wagener eine Optische Anstalt nach Erfindung seiner Vielschleifmaschine ins Leben rief, um seine Bezüge zu verbessern und den Kriegsinvaliden und zahlreichen arbeitslosen Jugendlichen insbesondere Militärwaisenkindern Arbeit verschaffte. Am 10.03.1801 bekam er die Genehmigung für eine Königlich Priviligierte Opitsche Industrieanstalt. Mit dem Pfarrer Johann Friedrich Meuß kam Johann Heinrich August Duncker von 1804 -1819 regelmäßig in die Semliner Kirche, die als Filiale zu Rathenow gehörte.  Im Mittelpunkt von Heike Brett´s Vortrag stand ein Visitationsprotokoll von 1810 der Pfarrer Meuß und Duncker in der Dorfschule in Semlin. Der Lehrer Johann George Böttger war 1810 schon 70 Jahre alt und musste bis zum 80. Lebensjahr als Lehrer in Semlin arbeiten. Seine Lebensumstände werden als sehr bescheiden dargestellt. Er hatte in seiner Wohnung eine Schneiderwerkstatt. Neben dem Schneiderhandwerk hatte der alte Lehrer Bienenvölker, um seine Einkünfte etwas aufzubessern. Gleichzeitig wurde in der Wohnung die Kinder unterrichtet, die kaum lesen, schreiben oder rechnen lernten. Meuß und Duncker beanstanden in ihrem Protokoll: Der  Religionsunterricht beschränkte sich gewöhnlich auf das Auswendiglernen und Hersagen einiger Sprüche und Hauptstücke. Beim Rechnen schreibt man auf die große Schultafel so Zahlen hin, prägt sich die Formeln derselben ein, übt sich in Ausprechen und geschriebnen Zahlen und dann hat man in Semlin das Rechnen glernt. Zwar wird auch das Kopfrechnen beschrieben, aber alle Aufgaben beschränken sich nur auf Addition und Subtraktion. Bis zum Dividieren möchte es in Semlin noch kein Schulkind gebracht haben. Beim Lesen ist es auch nicht viel anders. Es ist ein monotones Gesinge. Das Schreiben treibt der Lehrer ohne alle Regeln an Geschmack. Auch der Sinn für die Schönheit und Formen fehlt ihm. Es ist ein unansehnliches Geschmiere. Das Schreiben ganzer Worte können sie auch nicht. Einzelne Buchstaben werden buchstabiert. Sie können wohl schreiben, aber es nicht lesen. Bein Singen in der Schulstube wird dem Zuhörer angst und bange, da ja auch die Gemeinde erbärmlich singt. Der Lehrer wird als herzlich guter und folgsamer Lehrer beschrieben, der sich auch um seine Schüler kümmere. Im Sommer und im Winter wurden vormittags drei Stunden unterrichtet und am  Nachmittag mit Ausnahme von Mittwoch und Sonnabend nochmals drei Stunden. Die Ferien waren von Weihnachten bis zum 3. Januar, von Palmarum bis Mittwoch nach Ostern, von Pfingsten bis Mittwoch nach dem Feste. Zu den Markttagen in Rathenow an St. Johannis (24.07.) und an St. Michaelis (29.09.)  bekamen alle Schüler zwei Tage frei. In dem Bericht von Meuß und Duncker wird auch kritisiert, dass in der Wohnstube des Lehres sowohl der Unterricht stattfindet, als auch geschneidert  und gewohnt wird. Eine neue Schulstube von 16 Fuß Länge und 15 Fuß Breite wird als Anbau gefordert. Eine neue Schule wurde aber erst nach einem Brand 1875 errichtet. Die  Unsitte der Bauern sonntags in den Wald zu fahren, um Holz zu schlagen oder den Acker zu pflügen, zu sähen oder zu ernten wird von den beiden Pfarrern gerügt. Diese schlechten Beispiele könnten nur den schändlichsten Einfluss auf die Jugend haben. In den sechzehnseitigen Protokoll wird ein neuer Unterrichtsplan erstellt. Die beiden Pfarrer engagierten sich auch für die Gemeinde Semlin und stellten 1816 den Antrag an den Landrat, eine  Ziegelei zu errichten. Als Geistliche durften sie aber das nicht selbst tun und so wird 1817 Karl Borchmann mit einer Ziegelei auf der Lötze beschrieben. Damit konnten die Tagelöhner in Semlin einer geregelten Arbeit nachgehen und aus ihren sehr ärmlichen Verhälnissen erlöst werden.

Im Anschluss an den Vortrag von Heike Brett gab es noch eine Diskussion und Kaffee und Kuchen für alle Zuhörer.

Dr. Heinz-Walter Knackmuß

Gedenkversanstaltung zum 250. Geburtstag von Johann August Heinrich Duncker (14.01.2017)
Blauer Saal des Kulturzentrums Rathenow

1. Grußwort des Bürgermeisters Ronald Seeger
   

   Video Ronald Seeger

   14.01.2016

 

2. Dr. Bettina Götze hält einen Vortrag über die Situation Preußens im 18. Jahrhundert

Video-Dr.-Bettina Götze

14.01.2016

3. Pfarrer Andreas Buchholz hält einen Vortrag über den Pfarrer Johann Heinrich August Duncker im Blauen Saal des Kulturzentrums Rathenow am 14.01.2017 anlässlich des 250. Geburtstages des  Begründers der  Optischen Industrie in  Rathenow mit dem Titel :" Der praktische Gläubige - der gläubige Praktiker"

Video-Pfarrer Andreas Buchholz

14.01.2017



Geschichtssplitter
Kinos in Rathenow
Vor der Zerstörung im zweiten Weltkrieg (1939 -1945) gab es drei Filmtheater in Rathenow
1. Das Apollo ( heutiges Kulturzentrum in der Berliner Straße)
Das Apollo-Theater war ein richtiges Theater mit 999 Plätzen, weil es eine Vorschrift gab, dass ab 1000 Plätze ein eiserner Brandvorhang zwischen Bühne und Zuschauerraum installiert  werden musste.
2. Das Bellevue (zuerst in der Havelstr., dann in der Steinstr., heutiges Haveltorkino)
3. Das Capitol ( in der Großen-Hagen-Straße)

Pharusplan von 1925

clip_image018

© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß


Geschichte der Juden in Rathenow

Die erste Synagoge gab es im Seitenbeutel in Rathenow (Tempelhof). Vor der für normale Menschen unvorstellbaren fabrikmäßigen Tötung (1941-1945) der jüdischen Menschen in Rathenow durch die deutsche Regierung gab es zahlreiche jüdische Familien in Rathenow. Neben den Juden wurden durch die deutsche Regierung auch Behinderte, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, Roma, Kommunisten und Sozialdemokraten in den Todesfabriken umgebracht. Der langjährige Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland und Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Berlin, Heinz Galinski (28.11.1912 – 19.07.1992), hatte 1933 in Rathenow als Verkäufer bei dem berühmten jüdischen Kaufhaus Conitzer gearbeitete und heiratete  Gisela Jacobsohn aus Rathenow. In der Jüdischen Rundschau Nr. 68 vom 26.08.1938 heißt es in einer Anzeige: Statt Karten, Gisela Jacobsohn und Heinz Ganlinski-Verlobte- Rathenow, früher Marienburg, Berlin, Schönhauser Allee 31.

Seine ganze Familie wurde durch die deutsche Regierung in Auschwitz umgebracht. Er war der einzige Überlebende. 1947 heiratete er seine zweite Frau Ruth Weinberg. Die Synagoge befindet sich in der Wilhelm-Külz-Str. (früher Fabrikenstraße) und wurde in der Progromnacht am 09.11.1938 angezündet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges befand sich ein Kindergarten in den Räumen der ehemaligen Synagoge. Jetzt ist das Haus in Privatbesitz. An dem Gebäude befindet sich eine Gedenktafel. Die Synagoge in der Fabrikenstraße befand sich innerhalb der Stadtmauern.

clip_image020
Ehemalige Synagoge in der Fabrikenstraße
in Rathenow

clip_image022
Innenraum der Alten Synagoge
in Rathenow (Tempelhof)
jetzt Platz der Jugend

Gleich daneben hinter der Stadtmauer war der Jüdische Friedhof, denn nach den diskriminierenden Vorschriften des Mittelalters durften Juden ihre Toten nur außerhalb der Städte beisetzten. Die jüdischen Gräber sind unrein und dürfen nach jüdischem Glauben nie wieder belegt werden. Sie haben einen Grabstein, wo der Name des Toten aufgeschrieben steht, denn nach jüdischem Glauben, dürfen nur Menschen auferstehen, deren Namen aufgeschrieben sind. Während der Naziherrschaft wurde der jüdische Friedhof zerstört und überbaut. In Rathenow-Neufriedrichsdorf befindet sich ein weiterer jüdischer Friedhof, der unzerstört geblieben ist. Es wäre schön, wenn sich eine jüdische Gemeinde in Rathenow wieder ansiedeln könnte.

Eberhard-Paul  Steinke (29.07.1932 - 07.09.2010) kam mit drei Jahren nach Rathenow. Seine Großeltern Bertha und Paul Jansong in Rathenow haben sich sehr um ihn gekümmert. Er hat viele Jahre seiner Kindheit in Rathenow verlebt. Sein Großvater, Paul Jansong, war Chef der Rathenower Gendarmerie und wurde 1945 von den Russen erschossen. Er war seine Bezugsperson und beschäftigte sich viel mit dem Enkelsohn. Der Großvater wurde unter den Nazis auch gerügt, weil seine Frau den Juden immer noch etwas an Lebensmitteln zusteckte. Auf einer Naziversammlung, bei der der Großvater anwesend war, rief ein Naziredner: „ Da gibt es in unserer Stadt ja eine gewisse Frau Jansong, die verkehrt noch mit Juden.“ In seinem Buch „ Hinterm Zaun“ schreibt der zuletzt auf Westerland (Sylt) lebende Eberhard- Paul Steinke etwas über das jüdische Leben in Rathenow und über den freundlichen Umgang seiner Großmutter mit den jüdischen Mitbewohnern. Er berichtet auch, dass er nach dem Zweiten Weltkrieg in Westberlin Heinz Galinski getroffen hat, der ja eine Frau aus Rathenow geheiratet hatte. Als Eberhard-Paul Steinke ihm erzählte, wie seine Großmutter Bertha Jansong den Juden immer Lebensmittel zusteckte und sie freundlich begrüßte, meinte Heinz Galinski, der davon wusste, dass die Lebensmittel nicht das Wichtigste für die Rathenower Juden waren, sondern dass jemand sie achtete und ansprach in dieser schrecklichen Zeit. Das Haus der Großeltern Jansong in Rathenow stand neben den alten geschlossenen jüdischen Friedhof.


Bedeutende Persönlichkeiten,
die in Rathenow geboren sind

Zu den bedeutendsten Perönlichkeiten gehören:

1. Bischof von Brandenburg Dr. Stephan Bodecker (* 15.11.1384 in Rathenow - + 15.02.1459 in Brandenburg an der Havel)




2. Bischöfin von Hamar in Norwegen Rosemarie Köhn (*20.10.1939 in Rathenow -)















Tags:

Geschichte

Gabriele Steidl spendete Orgelpfeifen

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 13. Januar 2017 21:01


Gabriele Steidl ist Ingenieur-Pädagogin und kam 1992 in das Gesundheitsamt des Landkreises Rathenow, wo sie Psychiatriekoordinatorin wurde und ihr Amt souverän ausfüllte. Von 1995 -1997 arbeitete sie als Behindertenbeauftragte des Landkreises Havelland und nahm ab 1998 zusätzlich die Aufgaben der Gleichstellungs- und Ausländerbeauftragten wahr. Ab 2010 war sie dann in der Kreisverwaltung Integrationsbeauftragte für Menschen mit Behinderungen und für Menschen mit Migrationshintergrund. Die Arbeit, die sie dabei zu bewältigen hatte, war immens und nur dank ihres organisatorischen Geschicks und ihrem pädagogischen Talent konnte sie die Aufgaben in hoher Qualität unter einen Hut bringen. 2017 steht nun ihr 65. Geburtstag an und so schied sie am 30.11.2016 aus dem Dienst im Landkreis Havelland aus. Bei ihrer Verabschiedung erbat sie von ihren Gratulanten eine Spende für die neue Schuke-Orgel in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche, denn sie ist seit dem 29.03.2011 Mitglied im Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V.. Bei der Verabschiedung kamen insgesamt 400,00 € zusammen. Der Förderkreis überreichte ihr die Urkunden für die Orgelpfeifen Nr. 236, 237, 238, die sie für ihre drei Kinder stiftete und 239 für ihre Enkelin, wie sie scherzhaft meinte für meine vier „Orgelpfeifen.“ Damit sind 23.900,00 € auf dem Schuke-Orgelkonto. Geplant ist die Schuke-Orgel von 2023-2025 einzubauen.  Die Kosten für die Orgel werden auf eine Million Euro geschätzt. Die Stadt Rathenow hätte nach dem Neubau drei Schuke-Orgeln, eine in der Lutherkirche, eine in der Auferstehungskirche (Friedhofskapelle) und die große zweidimensionale Orgel in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Sie soll 10-11 Tonnen wiegen und für romantische und barocke Musik geeignet sein. Es liegt natürlich auf der Hand, dass man daran denken könnte in Kooperation mit der Orgelbaufirma Schuke in Werder Jahr für Jahr ein „Rathenower Schuke-Orgel-Sommer“ anzubieten. Das wären Orgel-Festivals von ganz besonderer Art, die sicher viele Orgelvirtuosen anlocken würden. Aber alles nur, wenn die Kantorin Christiane Görlitz das auch möchte. Wenn es eine derartige Planung in ihrem Kopf gibt, kann man ja auch schon mit zwei Schuke-Orgeln beginnen. Der Förderkreis bedankt sich für die Spende und wünscht Gabriele Steidl eine gesegnete Zeit nach ihrem Berufsleben, das so voller Engagement für viele Menschen im Landkreis Havelland war.

© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß 14.01.2017

 


Tags:

Manuela Nagel spendete einen Stifterbrief in Bronze

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 10. Januar 2017 22:01


Manuela Nagel aus Orihuela Costa in der Provinz Alicante in Spanien ist Mitglied im Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e. V. Sie arbeitete in Deutschland als Lehrerin und ist jetzt nach dem Ausscheiden aus ihrem Berufsleben nach Spanien gegangen, denn sie malt gern und liebt die Wärme und das Licht. Ihre Bindungen in das Havelland sind aber bis heute geblieben und so spendete sie am 20.12.2016 500,00 € für den Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow. Der Förderkreis bedankt sich bei Manuela Nagel und überreichte ihr den Stifterbrief in Bronze Nr. 54.



Tags:

Magdeburger Wanderverein spendete Säulensteine

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 1. Januar 2017 10:01


Vier Ehepaare des "Magdeburger Wandervereins e.V. 1980" besuchten am Neujahrstag (01.01.2017) die Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow und ließen sich etwas über die Geschichte der Kirche berichten. Sie bestaunten den Marienaltar und die Fenster im Chor sowie die 80 Weihnachtskrippen  im Chorraum. Sie hatten den Jahreswechsel in Tangermünde verlebt und wollten nun einen kleinen Ausflug nach Rathenow machen, wo sie die Sankt-Marien-Andreas-Kirche efreut offen vorfanden. Die Gruppe spendete die Säulensteine Nr. 10588 -10589  für den Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Chorraum. Der Förderkreis bedankt sich für die Spende.

Tags:

Tag cloud

Month List

AuthorList