3. Nachruf

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 13. Januar 2011 12:56


F.Richter-mit-Sch.Rahmen_thumb

3. Nachruf im Rundbrief 53/09 des Landesverbandes Brandenburg der Angehörigen psychisch Kranker e.V. von Professor Dr. Peter Stolz

Alles hat eine bestimmte Zeit,
jedes Tun unter dem Himmel hat seine Zeit.
Geboren werden und Sterben hat seine Zeit;
Pflanzen und Ernten hat seine Zeit;
Suchen und Finden haben ihre Zeit
(Buch Prediger 3, 1-8)

Am 6 Juli 2009 ist Frank Richter von uns gegangen
Liebe Angehörige und Mitglieder des Landesverbandes,
es ist mir ein wichtiges Anliegen, das tatkräftige und ideenreiche Engagement des
langjährigen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden des Landesverbandes Brandenburg der
Angehörigen psychisch Kranker e.V. zu würdigen. Alle, die mit ihm zusammen arbeiteten,
haben seine Verlässlichkeit geschätzt. Wir konnten seinen Mut und seine Hartnäckigkeit
bewundern, Verantwortung für den praktischen Aufbau der Angehörigenarbeit zu
übernehmen. Unermüdlich hat er sich zusammen mit seiner Frau in der nachberuflichen
Lebensphase eingesetzt, um die in den neuen Bundesländern weitgehend unbekannte
Angehörigen-Selbsthilfe im Bereich der Begleitung und Betreuung von Menschen mit
schweren psychischen Krisen und Erkrankungen bekannt zu machen. Er hat das Potential der
gegenseitigen Informations- und Beratungsmöglichkeiten genutzt, um solidarische
Hilfeleistung und Unterstützung zu ermöglichen.
Die persönliche Zusammenarbeit mit Herrn Richter ist für mich Anlass, an die Jahre der
Entwicklung der Angehörigenbewegung im Land Brandenburg zurückzudenken. Gleich nach
der Wende suchte Familie Richter nach Wegen und Freiräumen, die psychosozial
beeinträchtigenden Folgen im Leben ihrer psychisch erkrankten Tochter zu mildern und den
Zusammenhalt der Familie zu stärken. Ein solcher Gesundheitseinbruch ist für alle
Angehörigen mit Versagensgefühlen, Selbstvorwürfen, Einsamkeit und Resignationsgefühlen
verbunden. Herr und Frau Richter haben sich zugetraut, im Land Brandenburg nach
Verbündeten Ausschau zu halten. Am 25.11.1993 gründeten 30 Angehörige aus allen
Landesteilen Brandenburgs unter Vorsitz von Herrn Richter den Landesverband. Nach und
nach sind bis heute nahezu 50 Selbsthilfe-Gruppen für Angehörige psychisch kranker
Menschen entstanden. Manche haben sie ihre Arbeit eingestellt, neue sind hinzugekommen.
Ziel ist nach wie vor, in Selbsterfahrungsgruppen das oft schwer erträgliche Lebensschicksal
zu mildern, eigene Ressourcen zu entdecken, Anstöße zu bekommen und sich gegenseitig zu
ermutigen, die eigenen Bedürfnisse nicht hintanzustellen und zugleich Geduld und Hoffnung
zu bewahren.
Psychosen geben Rätsel auf. Sie lassen niemanden unberührt. Menschen mit Psychosen
überfordern durch ihren unbesorgten Eigensinn, die Unbekümmertheit um ihre Existenz,
durch ihre grandiose Selbstüberschätzung oder depressive Selbstabwertung, durch „naiv
kindlich“ wirkende Lebensplanung. In diesen schweren seelischen Verstörungen steckt aber
auch für alle Beteiligten die Chance, mehr über sich selbst zu erfahren, aus den so
unterschiedlichen Wahrnehmungen zu lernen und die Bedingungen des Zusammenlebens
immer neu zu überdenken. Dies mag zugleich schmerzhaft und befreiend sein. Alle sind
gefordert, die eigene Wahrnehmung zu erweitern. Die schwierigste Aufgabe ist sicher, ganz
eigene Antworten zu finden auf viele offene Fragen. Wechselwirkungen und gegenseitige
Einflussnahme festzustellen, ohne zu beschuldigen, ist eine hohe Kunst, die möglicherweise
– so erfahren wir es in Psychoseseminaren - erst nach intensivem und langjährigem
Austausch gelingen kann.
Mit dem vierteljährlichen Rundbrief hat der Landesverband ein wichtiges Verbindungs- und
Kommunikationsmittel gegenseitiger Information und Weiterbildung erarbeitet. Bei neuen
Gruppengründungen standen Herr Richter und der Vorstand in der Anfangsphase beratend
und begleitend zur Verfügung. Höhepunkte in der Arbeit waren die seit 1994 jährlich
stattfindenden Fachtagungen für Angehörige, Psychiatrieerfahrene und psychiatrische
Fachkräfte gewesen. Die Planung dieser Veranstaltungen lag neben intensiver Unterstützung
durch viele Mitglieder fast ausschließlich in den Händen von Herrn Richter. Oft hat er sich in
überaus großer Sorge um das Gelingen bis an den Rand seiner Kräfte eingesetzt. Und
manchmal fiel es ihm schwer, Arbeiten in vertraute Hände von MitstreiterInnen zu legen.
Durch die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes und der einzelnen Angehörigengruppen konnte
die Teilnahme an den Jahrestagungen, die sich inzwischen zu einer anerkannten Institution im
Land Brandenburg entwickelt haben, erheblich gesteigert werden.
Es sollen einige Ereignisse in Erinnerung gerufen werden, an denen ich selbst mit Spannung
und großer Freude teilnehmen durfte:
1994 „Angehörige und Betroffene im Aufbruch“ mit Prof. Dr. Katschnig, Wien (100
Teilnehmer)
1995 Seminar: „Rückfallrisiko“
1998 „Mehr Lebensqualität für unsere Angehörigen und Betroffenen“ mit Prof. Dr.
Angermeyer, Leipzig (170 Teilnehmer)
1999 „Die Rolle der Angehörigen in der psychiatrischen Versorgung - zwischen
Aufopferung und Abgrenzung“ mit Dr. Nils Pörksen, Bielefeld (200 Teilnehmer)
2000 “Der Angehörige und der schwierige Patient“ mit Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner,
Hamburg.
Die von Herrn Richter vorbereiteten Tagungen haben nicht nur eine Fülle von Informationen
geboten, sondern auch Möglichkeiten des dringend benötigten Erfahrungsaustausches und der
Kontakte zwischen Angehörigen eröffnet. Wir haben in den Kleingruppen zusehen können,
wie viel Angst, Verzweiflung, Scham, Trauer und Wut sich in Familien entwickeln. Fast
unausweichlich geht es in der Auseinandersetzung mit der psychischen Erkrankung eines
Familienmitgliedes um Fragen der Verantwortung und der Schuld. Die ebenso
unvermeidbaren emotionalen Verstrickungen lösen heftige seelische und soziale Nöte und
Not-Abwehr-Maßnahmen aus. Nach anfänglich verzweifeltem Verleugnen und Schönreden
geht es bei allen Angehörigen um die Suche, die psychische Verstörung zu begreifen,
anzunehmen und mit ihren Folgen zu leben.
Der beharrlichen Aktivität von Herrn Richter ist es zu verdanken, dass der
Angehörigenverband auch in das Brandenburger Gesetzgebungsverfahren zum Psychisch-
Kranken-Gesetz (PsychKG) einbezogen wurde. Herr Richter und der Vorstand hielten engen
Kontakt mit dem Psychiatriereferat des Brandenburger Ministeriums für Soziales, Gesundheit
und Frauen. Ebenso ist es dem Bemühen von Herrn Richter und dem Vorstand gelungen, die
Kontakte zu den psychiatrischen Klinikleitungen so zu intensivieren, dass ein regelmäßiger
Erfahrungsaustausch stattfinden konnte, um den Interessen der Angehörigen in der
Krankenbehandlung und Klinikbetreuung mehr Gewicht zu verleihen.
Herr Richter hat durch sein ehrenamtliches Engagement auf die Notwendigkeit eines bürgerund
nutzerorientierten Gesundheitswesens aufmerksam gemacht. Sein Engagement zielte auf
das berechtigte Einfordern von Information und Aufklärung durch behandelnde Ärzte und
psychiatrische Institutionen. Dies nicht nur gegenüber den erkrankten Familienmitgliedern,
sondern auch gegenüber deren Angehörige, tragen sie doch häufig die Hauptlast in der
Betreuung ihrer erkrankten Familienmitglieder. Der Angehörigenverband hat sein Interesse an
mehr Transparenz von Gesundheitsleistungen und Behandlungsrisiken immer wieder durch
die Feder von Herr Richter Gewicht verliehen.
An dem wichtigen Ziel der Partizipation von Angehörigen und psychoseerfahrenen Menschen
an Entscheidungen über Gesundheitsleistungen, Therapieverfahren und Behandlungen hat der
Angehörigenverband auch nach dem krankheitsbedingten Rückzug von Herrn Richter mit
unterschiedlicher Intensität und einigen zwischenzeitlichen Umwegen weitergearbeitet. Die
von Herrn Richter in Brandenburg angestoßene Angehörigenbewegung ist heute ein wichtiger
Bestandteil in der Durchsetzung von Verbraucherschutzrechten und Qualitätssicherung von
Gesundheitsleistungen, entsendet doch der Landesverband fünf Mitglieder in die regionalen
Besuchskommissionen zur Prüfung der Versorgungsqualität in psychiatrischen Kliniken und
Abteilungen an Allgemeinkrankenhäusern.
Für seine herausragende Tätigkeit gilt Herrn Richter höchste Anerkennung. Diese ist ihm
auch mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse zuteil geworden. Er hat die
individuelle Krisensituation in seiner Familie als Chance genutzt, um für viele und mit vielen
Mitbürgern ein Netzwerk der Selbsthilfe zu knüpfen. Dies trägt in vielfältiger Weise auch
gesellschaftliche Früchte.
Ich erinnere mich gern an die vielen persönlichen Begegnungen und herzlichen Gespräche.

Professor Dr. Peter Stolz

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2. Nachruf

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 13. Januar 2011 12:50


F.Richter-mit-Sch.Rahmen_thumb

2. Nachruf im Rundbrief 53/09 des Landesverbandes Brandenburg der Angehörigen psychisch Kranker e.V. von Manfred Zastrow

Liebe Mitglieder, Angehörige, liebe Freunde.
Frank Richter † 6. Juli 2009
Unser ehemaliger Vorsitzender und Mitgründer des Landesverbandes der Angehörigen psychisch Kranker, Frank Richter, ist im Alter von 78 Jahren am 6. Juli gestorben. Diese Nachricht hat uns sehr getroffen.
Sie machte uns seine Arbeit und die positiven Veränderungen für uns Angehörige noch einmal so richtig
bewusst. Wir werden in dankbarer Erinnerung seine Arbeit weiterführen.
Dies ist die beste Ehre, die wir ihm erweisen können. Erst als es seine Gesundheit absolut nicht mehr zuließ, gab er die Aufgabe als Vorsitzender des LApK weiter. In seiner fürsorglichen Unrast, ständig um die Angehörigen und ihre Familien besorgt, bewegte ihn der Gründergeist, der unseren Landesverband entstehen ließ. Glücklicherweise schlossen sich ihm viele hilfreiche Hände und Herzen an. Anders
ging es auch nicht. Nur gemeinsam können wir etwas für unsere betroffenen Angehörigen und uns selbst tun. Wir möchten hiermit auch seiner Frau Christlinde ganz herzlich danken für die Unterstützung, ohne die Frank Richter dies alles sicher nicht so hätte für unbewältigen können. Wir wissen um ihren
Einsatz, und wir möchten hiermit auch ihr unseren Dank aussprechen. Möge sie jetzt ebenfalls etwas von dem Mitgefühl zurück erhalten, welches auch uns als Angehörige getröstet hat. Sein Wirken hat einen Keim der Hoffnung herüber getragen, von der auch er in seinem Leben zehrte. Danke.
In seinem Sinne wollen wir unsere Bemühungen für unsere Angehörigen und Betroffenen im Landesverband fortsetzen.

Manfred Zastrow

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1. Nachruf

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 13. Januar 2011 12:16


 

F.Richter mit Sch.Rahmen

1. Nachruf, erschienen in der Märkischen Allgemeinen Zeitung - Westhavelländer -am 14.07.2009

Am 06.07.2009 verstarb der Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse und Pfarrer im Ruhestand Frank Richter in Rathenow. Frank Richter wurde am 28.02.1931 in Leipzig geboren. Nach der Schule absolvierte er eine Lehre zum Industrie- und Großhandelskaufmann, begann aber 1954 die Ausbildung an der Fachhochschule für Theologie und Diakonie in Moritzburg bei Dresden und wurde am 24.05.1959 als Diakon eingesegnet. Nach zwei Jahren Jugendarbeit in Leipzig übernahm er am 02.05.1960 das Gemeindepfarramt in Nitzahn im Kreis Rathenow. Dort versah er bis zu seiner Pensionierung 33 Jahre lang das Amt des Gemeindepfarrers mit vier Filialorten. Am 14.08.1958 hatte er die Krankenschwester Christlinde Schröder geheiratet, die in diesen Orten als Gemeindeschwester arbeitete. Es war ein gutes Team, das dort tätig war, den Frank Richter war ein sehr praktisch veranlagter Mensch und baute viel in seinen Dörfern. Seine Frau, als Gemeindeschwester, kümmerte sich um die Kranken und die drei Kinder. Jörg-Martin, Anne-Kathrin und Mechthild wurden sehr umsorgt aber auch mit vielen Pflichten groß. 1992 hatte das Ehepaar Richter Bethel besucht und dort die Arbeit mit Angehörigen von psychisch Kranken kennen gelernt. Frank Richter war davon so fasziniert, dass er nach seiner Pensionierung und dem Umzug nach Rathenow am 25.11.1993 den „Landesverband Brandenburg –Angehörige psychisch Kranker e.V.“  in Potsdam gründete.
Als Vorsitzender des Landesverbandes kämpfte er unermüdlich für die rechtliche Gleichstellung von psychisch Kranken und gegen Diskriminierungen und Vorurteile. Er formulierte das Ziel, psychisch Kranke durch gemeindenahe Psychiatrie in Beruf und Gesellschaft zu integrieren. Die Vorstandsmitglieder reisten im Land umher und versuchten Selbsthilfegruppen in den Landkreisen und kreisfreien Städten einzurichten. Der Bedarf an Hilfen zum Aufbau solcher Selbsthilfegruppen im Land Brandenburg war riesig. Der Landesverband Brandenburg wurde in den Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker aufgenommen  Frank Richter knüpfte Kontakte zu Behören, Politikern und lokalen Psychosozialen Arbeitsgemeinschaften. Seine Zuarbeit wurde für das erste Psychisch Krankengesetz des Landes Brandenburg erbeten. Er führte auch jährliche Fortbildungsveranstaltungen für Angehörige psychisch Kranker ein, wo er hochkarätige Referenten nach Neuruppin einlud, wie Prof. Dr. Heinz Katsching aus Wien, Prof. Dr. Asmus Finzen aus Basel oder Prof. Dr. Tedy Hubschmid aus Bern. Frank Richter hatte die Gabe bundesweit und international Kontakte zu knüpfen, um für die psychisch Kranken die besten Therapiemöglichkeiten auszuloten. Diese jährlichen Tagungen waren gut besucht. Es waren nicht nur Angehörige psychisch Kranker da, sondern auch viele Sozialarbeiter aus den Sozialpsychiatrischen Diensten der Gesundheitsämter, weil das angebotene Niveau der Fortbildungen so hoch war. Nach dem arbeitsreichen Beruf kam nun in seinem Rentenalter eine zweite intensive Arbeitsphase auf ihn zu, die ihn bis an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit forderte. Unermüdlich war er dabei, die Sorgen und Nöte der Angehörigen zu erfassen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Am 11.06.2001 überreichte ihm der Minister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen es Landes Brandenburg, Alwin Ziel, im Auftrag des Bundespräsidenten, das Bundesverdienstkreuz erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Frank Richter nahm diese Auszeichnung auch an Stelle der vielen Angehörigen von psychisch Kranken entgegen, die ihr schweres Los klaglos tragen und sich oft rührend um ihre erkrankten Frauen, Männer , Kinder oder Eltern kümmern und durch Frank Richter und die gegründeten Selbsthilfegruppen eine echte Entlastung und Anerkennung erfahren haben. Christlinde Richter, die ihren Mann in allen Angelegenheiten unterstützt hat, schrieb in der Traueranzeige: Der Tod eines geliebten Menschen ist die Rückgabe einer Kostbarkeit, die uns Gott nur geliehen hat. Frank Richter hat für die Psychiatrie im Land Brandenburg unschätzbare Dienste geleistet und Maßstäbe gesetzt, die ein hohes Niveau der psychiatrischen Versorgung als ständige Forderung an die Politik richten.

Dr. med. Heinz-Walter Knackmuß
Amtsarzt a.D. im Landkreis Havelland
Röntgesntraße 13
14712 Rathenow
Tel.:03385-5200224
E-Mail:drknack@gmx.de

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Biography of Günter Thonke

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 13. Januar 2011 12:03

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Otto Martin Günter Thonke was born on October 8, 1928 in the hospital of the city of Rathenow. He was baptized by the superintendent Waldemar Ettel at Sankt-Marien-Andreas-Church. His father, Gotthilf Wilhelm Thonke, was the master confectioner in Rathenow. His grandfather, Otto Thonke, (October 17, 1861-November 7, 1942) came from Seeren, the district of Oststernberg (today's Poland) to Rathenow as a master metalworker and had a smithy in Rathenow, at Havelstreet 16 on the corner of Little Castle Street.
His mother, Emmi Ida Thonke, née Müller, came from a medium sized farm in Buckow near Wudicke. Günter Thonke grew up with his brother Friedrich Wilhelm who was born on July 3,1944.
He attended primary school on Jahnstreet for three years and after that he attended Secondary School at the School Square in 1938 which he finished after the tenth year in 1943.

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School record book
from 28.04.1938

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Certificate for swimmers
from 03.08.1938

 

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Certificate of religious education
from 30.06.1942

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Leaving certificate from the Municipal Secondary School for Boys
from 1943

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ID card with photo by Günter Thonke
as a member of the German-Livesaving e.V.
from 16.08.1943
 

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He should have been confirmed by the superintendent Georg Heimerdinger at the Sankt-Marien-Andreas- Church on February 28,1943. However he was taken ill and so he was confirmed by the pastor Detert.

His saying for his confirmation read: I am God Almighty. Live always in my presence to be blameless. ( 1st Mose 17/1 )
After school he started an apprenticeship as a baker with his father but after four weeks he was sent to the master baker, Otto Wiedecker, in Potsdam where he finished his apprenticeship as a baker in January, 1945.
In 1945 Günter Thonke got the military call-up papers and one hour later for labour service to Laaslich in the Prignitz and later to Bad Wilsnack and Appendorf on the dyke.
Günter Thonke received the order to go to Berlin to liberate Berlin. As a result he came between the Russian and American front and he was captured by the Americans near Schwerin. He came in a camp to Holstein in Schleswig Holstein. From there he, a sixteen-year-old boy,was discharged to Magdeburg. From Magdeburg he went on a coal train to Stendal and crossed, dressed up as a railway employee, near Tangermünde the river Elbe. On July 16, 1945 he arrived Rathenow-West ( Neue Schleuse ) where his grandmother lived. She told him, that his parents were alive. He returned home to his parents and worked as a baker. In the spring 1946 he wanted to go to the Bismarckturm tower together with his friend Manfred Mertens. While doing so both were arrested and questioned by the Soviet secret service. They were reproached for polluting the water. But both were released again. He continued working as a baker with his father who said to him: "We won't become big any more. Getting small is difficult".
Besides the work in the bakery stones had to be broken.The family possessed an estate in the Berlin Street 25 which reached to the hotel Great Elector.
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Hotel "Great Elector" (left) in Rathenow
Berlin Street before 1939

The family tried to rebuild it again. In 1960 this area was designated for construction in accordeance with the indemnification act "negotiated". In 1946 Günter Thonke passed the examination at the end of the apprenticeship with the master baker Blesing, in the Big Castle Street in Rathenow. In Potsdam after passing the exam he received recognition as a master baker in 1951 and in 1955 as a master confectioner.


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Baker deed dated 16.10.1951
by the Master Committee of the Chamber of Craft of the Land Brandenburg

On February 22,1958 he married Anna Amanda Renate Tille who worked as a seed cultivation assistent in Bernburg. The marriage ceremony took place in the village church of Bindfelde where the pastor of Tangermünde Felgenträger married them. The saying of the marriage ceremony read. "There are three things that last forever. Faith, hope and love, and the greatest of the three is love (1st Korinther 13/13 ).


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Confectioner certificate dated 20.07.1951
of the state government of Brandenburg
Ministry of Economy and Labor

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Master confectioner certificate dated 13.07.1955
by the Master Committee of the Chamber of Trade
of the district of Potsdam

 

The Thonke couple gave birth to their son Detlef on December 4, 1960 and to their son Olaf on November 28, 1965. Günter Thonke has six grandchildren now who he likes very much. In 1960 he took over his father's company after having been employed there for seventeen years. After that his father has worked there with his son for another seventeen years. Until 1988 Günter Thonke run the bakery. He then handed over the bakery to his son Olaf Thonke. Until 1992 he still collaborated with his son in the bakery.

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Bakery Thonke on Bahnhofstrasse in Rathenow


Afterwards he devoted himself to other activities. He discovered for himself writing and local history and he was tirelessly busy writing stories, anecdotes and glosses.
The works of  Günter Thonke are very varied. He also commented publicly current political topics. Soon his far-reaching humour found a wide audiance because he had the gift of making other people laugh or at least thoughtful. That's why on May 6,2009 he was given the honorary citizen of Rathenow. On May 16,2009 he joined the support group to rebuild Sankt-Marien-Andreas- Church in Rathenow.
© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß (04.07.2009)
Translated by Christine Holweger

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Eva-Marie Kriewitz spendete Säulensteine

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 12. Januar 2011 06:30


Kriewitz-Eva-Maria

Eva-Maria Kriewitz aus Berlin besuchte am 11.01.2011 die Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow und ließ sich den Stand des Wiederaufbaus der Kirche ihrer Heimatstadt vom Vorsitzenden des Förderkreises erläutern. Die neu errichten Sterngewölbe mit ihrer einmaligen Akustik im Kirchenschiff fanden ihre Bewunderung und sie wollte auch etwas zum Wiederaufbau der Kirche beitragen und spendete die Säulensteine Nr. 1021- 1024 für die neue Kreuzgewölbe im Chor der Kirche.

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Biografie von Medizinalrat Dr. med. dent Rolf Bauer

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 12. Januar 2011 05:27


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Medizinalrat Dr. med. dent. Rolf Bauer wurde am 01.01.1930 in Sonneberg (Thüringen) geboren und am 02.02.1930 auf die Vornamen Rolf, Gerhard, Max getauft. 1932 zogen die Eltern nach Berlin-Pankow, wo  Rolf Bauer von 1936 bis 1943 die Schule besuchte. Danach wurde er wegen der ständigen Bombenangriffe auf Berlin mit der Kinderlandverschickung nach Kärnten evakuiert. Dort drückte man ihm 15-jährig am 01.05.1945 ein Gewehr in die Hand, um am Kampf um den "Endsieg" teilzunehmen. Bereits nach acht Tage  geriet er in englische Gefangenschaft und kam in ein Lager. Nach vier Monaten wurde er als Schüler vom Roten Kreuz in ein "Displaced Person Camp der Friends Ambulance Unite/GB" überführt, wo er bis zum Sommer 1946 in Osttirol (Österreich) bleiben musste. Nach der Rückkehr nach Berlin besuchte er die Friedrich-List-Oberschule, an der er 1949 das Abitur ablegte. Nach dem Abitur begann er eine Ausbildung zum Dentisten-Assistent, die er 1952 als Facharbeiter abschloss. Im gleichen Jahr nahm er das Studium der Zahnmedizin an der Humboldt-Universität zu Berlin auf und legte 1957 sein Staatsexamen als Zahnarzt ab und promovierte 1958 zum Dr. med. dent. 1958 begann er seine Tätigkeit als Stomatologe in der Betriebspoliklinik des "Karl-Marx-Werkes" in Magdeburg. Im gleichen Jahr heiratete er die in Rathenow tätige Stomatologie Dr. med. dent. Christel Giese und zog nach Rathenow um. Hier in Rathenow übernahm er die Leitung der Zahnärztlichen Abteilung des Stadtambulatoriums Rathenow-West. Gleichzeitig begann er die Weiterbildung zum Fachzahnarzt für Kinderzahnheilkunde, die er 1962 beendete. 1963 wurde Medizinalrat Dr. med. dent. Rolf Bauer zum Kreisjugendzahnarzt berufen und nahm die Tätigkeit in der Jugendzahnklinik Rathenow auf. 1968 wurde der Sohn Roland geboren, der als selbstständiger Unternehmer mit seiner Familie in Spanien lebt. 1969 erhielt Medizinalrat Dr. med. dent. Rolf Bauer die Berufung zum Vorsitzenden der Bezirksfachkommission für Kinderstomatologie des Bezirkes Potsdam, die er bis 1990 inne hatte. Im Jahr 1973 übernahm er die Leitung der Jugendzahnklinik Rathenow und wurde gleichzeitig als amtierender Kreiszahnarzt bestätigt. Im gleichen Jahr wurde ihm der Titel Medizinalrat verliehen. Von 1974 bis 1975 absolvierte er nebenberuflich ein Zusatzstudium an der Akademie für Ärztliche Fortbildung Berlin über die Grundlagen der sozialistischen Leitungstätigkeit. 1976 wurde er durch den Rat des Kreises Rathenow zum Kreiszahnarzt berufen. Am 31.12.1990 erfolgte durch den Landrat Dieter Dombrowski die Abberufung von dieser Funktion. Seit dem 01.06.1991 wurde wegen einer Krankheit berentet und verlebte mit seiner Frau nach der Wiedervereinigung Deutschlands noch schöne Jahre, bis seine Frau im Jahre 2003 nach 55-jähriger glücklicher Ehe verstarb.
Schon 1949 hatte  er sich in Berlin dem Rudern verschrieben und setzte diese sportliche Tätigkeit in Rathenow fort. Von 1960 bis 1975 war er Leitungsmitglied des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) und ab 1977 sogar Sektionsleiter der Sektion  Rudern der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Einheit Rathenow. Nach der Einheit Deutschlands im Jahre 1990 entstand daraus der Rathenower Ruder-Club Wiking e.V., deren Vorsitzender er bis 2001 als Ehrenmitglied blieb. Vom Deutschen Rudersport-Verband wurde ihm nach 50 Jahren als Ruderer und Funktionär die Auszeichnung mit der Goldenen Ehrennadel überreicht. 1995 ernannte der Landesruderverband Brandenburg e.V. Medizinalrat Dr. med. dent. Rolf Bauer zum Ehrenmitglied.  In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) war er parteilos, gehörte aber der Freien Deutschen Jugend (FDJ), dem Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB), dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), dem Deutschen Turn- und Sportbund (DTSB), der Gesellschaft für Deutsch Sowjetischen Freundschaft (DSF) und dem Kulturbund (KB) an. 1965 wurde er in die Betriebsgewerkschaftsleitung des Paracelsus-Krankenhauses Rathenow gewählt und 1967 zum stellvertretenden Vorsitzenden dieser Betriebsgewerkschaftsleitung (BGL). 1968 und 1969 war er amtierender Vorsitzender der Betriebsgewerkschaftsleitung des Paracelsus-Krankenhauses Rathenow.
Medizinalrat Dr. med. dent. Rolf Bauer war Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Stomatologie, der Gesellschaft für Konservierende Stomatologie der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und der Gesellschaft für Kinderstomatologie der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).
1993 setzte sich Medizinalrat Dr. med. dent. Rolf Bauer als Sprecher einer Bürgerinitiative für die vorfristige Einführung der Erdgasversorgung in Rathenow-Nord ein. Die Freie Demokratische Partei (FDP) unterstütze diese Initiative und warb ihn für eine Mitgliedschaft. Seit 1994 ist er FDP-Mitglied und wurde auch in den Kreistag des Landkreises Rathenow gewählt. Nach acht Jahre entschied er sich aber aus Altersgründen nur noch als berufener Bürger politisch aktiv zu sein. Er arbeitet jetzt im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen der Stadtverordentenversammlung der Stadt Rathenow mit.
Am 11.02.2000 trat er dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. bei, um den Wiederaufbau des Wahrzeichens der Stadt Rathenow zu unterstützen. Er stifte eine Kupferplatte für den Turm  und 2007 10 Dachsteine (Nr.125 -134) für das marode Dach der Kirche.
Am 14.06.2009 fand ein seltener Festakt von der Medizinischen Fakultät Charité-Universitätsmedizin im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin statt. Nach der musikalischen Einleitung durch den Chor der "Primaner" des Georg-Friedrich-Händel-Gymnasiums und dem Festvortrag von Dr. Gregor Gysi über das Thema:" Wie viel Reform braucht die Gesundheitsreform?" wurde aus Anlass der 50. Wiederkehr der Verleihung der Promotion zum Doktor der Zahnmedizin an der Humboldt-Universität zu Berlin  eine Goldene Promotionsurkunde an Medizinalrat Dr. med. dent. Rolf Bauer verliehen.

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Es war ein erhebendes Gefühl für Medizinalrat Dr. med. dent. Rolf Bauer, weil zur Verleihung der Urkunde auch sein Sohn und dessen Frau aus Teneriffa angereist waren. Insgesamt erhielten 65 Ärzte das Goldene Doktordiplom, darunter auch Dr. Jürgen Kressin, der 1951 sein Abitur in Rathenow abgelegt hat.

 
© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß

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Biografien

Friedhofsführung mit Christa Eißer

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 10. Januar 2011 13:29


Christa Eißer führt über den Weinbergfriedhof in Rathenow und berichtet anhand vieler bedeutender Gräber auch etwas über die Geschichte der Optikstadt. Der Weinbergfriedhof, in dessen Zentrum die Auferstehungskirche (Friedhofskapelle) steht, hat 1934 in einem Reichswettbewerb den zweiten Preis bekommen. Er ist terassenförmig angelegt und bietet auch als wunderschöner Park eine grüne Idylle im Stadtzentrum gegenüber der Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Über die wechselvolle Geschichte der Stadt und die Schicksale vieler Menschen in ihr weiß Christa Eißer mancherlei zu berichten.  Wenn Sie Lust haben, nehmen wir Sie heute mit bei einem Rundgang über den Friedhof. Der Friedhof ist Mitglied der "Stiftung Historische Friedhöfe und Kirchhöfe Berlin-Brandenburg." Nach Auffassung der Stiftung ist der Rathenower Friedhof ein Kleinod und das Torhaus ein Juwel, was seinesgleichen in Brandenburg sucht. Der Friedhof  ist nicht konfessionsgebunden und ist als Ruhestätte für alle Menschen vorgesehen.
Kontakt: Christa Eißer, Friedhofsweg 4, 14712 Rathenow,  Tel.:03385-547010

Christa Eißer

Christa Eißer ist Mitglied im Gemeindekirchenrat und im Friedhofsausschuss. Sie hat die von dem Friedhofsinspektor, Ernst Weinhold, begonnen Friedhofschronik fortgesetzt und macht regelmäßig interessante Führungen über den Friedhof in Rathenow. Die Friedhofsführungen dauern etwa 2 1/2 Stunden und erfreuen sich regen Zuspruchs. 

Christa Eißer mit einer Besuchergruppe vor dem Torhaus

Grabmale der Pfarrerdynastie Meuß

Der jüngste Sproß der Pfarrerfamilie hat noch bis nach 1945
in Rathenow Dienst getan. 

Stadtbaurat Friedrich Sprotte hat sich große Verdienste
für die Stadt Rathenow erworben.
Nach seinen Entwürfen wurde der Bismarckturm gebaut.

Optikerfamilie der Stadt Rathenow

Grabmal des Begründers der optischen Industrie in Rathenow,
des Predigers Johann Heinrich August Duncker und seines
Schwiegersohnes Ludwig Friedrich Busch sowie seiner Ehefrau,
der Frau Prediger Johanna Friederike Wilhelmine Duncker, geborene Hertzberg

Inhaber eines Kaufladens mit diversen Artikeln

Inhaber einer optischen Fabrik in Rathenow

General der Kavallerie des Husarenregiments von Zieten
Heinrich von Rosenberg.
Ein Bronzedenkmal des Generals stand vor 1945 auf dem Postplatz.
Es wurde von den Faschisten eingeschmolzen.

Der Generalarzt Dr. A. Noehte

Wie es im 20. Jahrhundert üblich war, nannte sich
die Ehefrau Frau Generalarzt Clara Noehte

Inhaber eine kleinen optischen Fabrik in Semlin, die
auch noch nach 1945 weiter existierte.

Grabmal Geue
aus Formziegel, die teilweise glasiert sind.
Das Grabmal soll in Anlehnung des im zweiten Weltkrieg zerstörten
Altars im Chorraum der Sankt-Marien-Andreas-Kirche errichtet sein.
Der neugotische Sandsteinaltar in der Kirche hatte eine ähnliche Form.

Berühmte oder alte Gräber können durch andere Bürger in Pflege
genommen werden. So wird der historische Charakter des Friedhofs gewahrt.
(Ehemals Grabmal Blume)

Die Großeltern des heutigen Inhabers der Altstätdischen Apotheke

Hier liegen die Eltern des jetzigen Inhabers der
Altstädtischen Apotheke, Dr. Hans-Hermann Schultze,
begraben. (2010)

Wilhelm Ferdinand Kostmann
Stabstrompeter des Husarenregiments von Zieten
Als Kapellmeister des Zietenhusraenregiments hat er mit seiner Kapelle
Reisen durch ganz Deutschland und in das Ausland unternommen und
wurde überall sehr gefeiert.
Das Grabmal ist die verkleinerter Kopie des Denkmals, das 1870/71
auf dem französischen Friedhof in Dijon den Verteidigern der Fahne des
61. Infanterieregiments errichtet wurde. Da Kostmann an der Schlacht
teilgenommen hatte, ließen die Angehörigen diese Nachbildung errichten.

Die Steininschrift lautet:

Du hast, o Herr, in Gnaden mir verliehen
der Töne Macht und Schönheit zu empfinden.
Du ließest oft in süßen Harmonien
das hohe Lied der Liebe mir verkünden
als Deiner Schöpfung Lösungswort.
Hab tausend Dank dafür.
Nun gib mir zu der  letzten Fahrt
als Schlussakkord ein selig Ende mir.

Grabmal für Husaren, die bei einer Übung in der Havel ertrunken sind.
Am 29.06.1867 wollten 15 Husaren mit einem Kahn bei stürmischen Wetter
zur Badeanstalt fahren. Der Kahn war überladen und schlug um. Ein Unteroffizier und sechs Husaren ertranken.
Vier Soldaten wurden mit militärischen Ehren am 02.07.1867 beigesetzt. Die später Aufgefundenen am 04.07.1867 in gleicher Weise.
Dei Bevölkerung nahm an diesem Unglücksfall regen Anteil. Es konnten zu damaliger Zeit wenige Rekruten schwimmen.

Die Auferstehungskirche (Friedhofskapelle) hat eine Dachkonstruktion,
die stufenweise ineineander verschachtelt ist.

Heinrich Haase war eine berühmte optische Fabrik in Rathenow.

Ernst Dreblow war Flugzeugingenieur. Mit einem Schiff wurde das Flugzeug Heinkel-HD 24 in Einzelteilen
nach Feuerland gebracht und von ihm dort zusammen gebaut.
Ernst Dreblow war Bordingenieur bei der Expedition zu den Feuerlandinseln, die kartographisch erfasst werden sollten.
Am 28.01.1931 stürzte die Maschine über Feuerland ab. Ernst Dreblow und der Flieger Gunter Plüschow kamen dabei ums Leben.
Für die beiden Forscher wurde auf Feuerland ein Denkmal an der Absturzstelle errichtet, wo beide bis heute verehrt werden.
Ursprünglich war die Urne von Ernst Dreblow in Berlin beigesetzt, wurde aber auf Wunsch der Eltern nach Rathenow überführt.

Der Grabstein zeigt die die Namen der Eltern des
Archivars und Historikers Dr. Rudolf Guthjahr

Pfarrer Hubert Feist, genannt Bubi Feist, kam durch russische
Soldaten am 27.04.1945 ums Leben, als er sich schützend vor Frauen stellte,
die vergewaltigt werden sollten.

Grabstelle Gebauer
August Gebauer handelten mit optischen Waren. Das Denkmal ist vom Bildhauer Damann aus Berlin. Es ist kein Unikat.

Christa Eißer in der Auferstehungskirche (Friedhofskapelle)
Die Friedhofskapelle wurde am 12.11.1917 eingeweiht.
Der Entwurf stammte von Kirchenbaurat Dr. Steinberg aus Berlin.
Dr. Steinberg malte auch das Altarbild selbst. Es stellt die Auferstehung Christi dar.
Es war zu seiner Zeit einer der modernsten Bauten, weil im Keller ein Sektionraum und Aufbahrungskabinen
zum Abschiednehmen für die Angehörigen vorhanden waren.
1945 wurde der Turm der Auferstehungskirche zerstört.
Der Turm soll wieder aufgebaut werden. Der Verein "Memento e. V." sammelt dafür Spenden.
Konto-Nr:1107828, BLZ:16091994 bei der Volksbank Rathenow
Kennwort: Turm

Bis 1951 hieß sie "Friedhofskapelle". Da es aber in Rathenow nach dem Zweiten Weltkrieg zu wenig Kirchen gab, wurde sie in 1951 in "Auferstehungskirche" umbenannt und für Hochzeiten und anders Gottesdienste sowie Konzerte genutzt. Es soll  die Tochter von Pfarrer Reichmuth in ihr getraut worden sein.

Schuke-Orgel in der Auferstehungskirche (Friedhofskapelle)

Heimatforscher Walther Specht
Walther Specht war Lehrer und Heimatforscher sowie ehrenamtlicher Stadtarchivar. Er schrieb die Rathenower Chronik.

Superintendent Pfarrer Georg Heimerdinger

Superintendent Pfarrer Waldemar Ettel

Hier ruht
Frau
Henny Kuh
geb.
*19. Juni 1861
† 11. Juni 1926

Ehrenbürgerin der Stadt Rathenow Erika Guthjahr, geborene Pelzer

Stadtarchivar Dr. Rudolf Guthjahr
(Ehemann der Ehrenbürgerin, Erika Guthjahr)

Holzkreuz auf dem Soldatenfriedhof
Der Soldatenfriedhof ist die Gedenkstätte für
die gefallenen deutschen Soldaten
im Ersten Weltkrieg (1914 -1918)
und im Zweiten Weltkrieg (1939 -1945)

Bronzeplatte mit den Namen der gefallenen deutschen Soldaten
im Ersten Weltkrieg

Grabstein für die gefallenen deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg (1939 -1945).
Der Stein musste bis 1990 verborgen werden, weil er nach Auffassung der
DDR-Regierung zur der Verherrlichung des Krieges hätte beitragen können.
Im Krieg fallen immer die kleinen Leute. Die Politiker, die den Krieg
anordnen, kommen meist ohne Schaden davon.

Christa Eißer mit einer Gruppe vor dem Soldatenfriedhof
Fest Christi Himmelfahrt (13.05.2010)

Grabmal für die gefallenen deutschen Soldaten
im Ersten Weltkrieg (1914 -1918)

Zigeuenergräber
Angeblich sollen sich zwei Zigeuner in dem Gasthaus in Neufriedrichsdorf
um eine Frau am 24.11.1924 so stark miteinander gekämpft haben,
dass beide zu Tode gekommen sind.
Die ausdruckstarken Gesichter mit mächtigen Schnauzbärten
der beiden Kampfhähne waren noch auf den
Grabplatten zu sehen, sind aber abhanden gekommen.
Früher kamen immer Gruppen von Zigeunern einmal
im Jahr und hielten vor den Grabmalen eine Andacht.

Ein Foto der Grabplatte des einen Zigeuners ist erhalten geblieben.
Hier
ruht in Gott
mein lieber Mann und guter Vater
Heini Larze
*17. Mai 1885
†30. Novbr. 1924
-------------------
Lautlos trete ich zum Grabe
Und gedenk mit Tränenblick.
Daß ich hier verloren habe
Mein geliebtes Erdenglück.
Nimmer werde ich vergessen
Welch guten Vater ich besessen.

Urnengemeinschaftsanlage

Neue Grabanlage unter einem
Lebensbaum

Detail der Grabanlage unter dem Lebensbaum

Amerikanische Wiese
Eine neuere Form der pflegearmen Friedhofsgestaltung

Grabanlage des  Rathenower Künstlers
Volker Roth (vom Künstle selbst entwofen und gestaltet)

Alter Brunnen aus Kunststein

Grabmal einer Rathenower Kaufmannsfamilie mit Einschüssen aus dem Zweiten Weltkrieg

Grabstätte des Heimatmalers
Georg Penning

Grabstein von Oskar Neils
(Vater von Christa Eißer)

Beinhaus des Dichters Joachim Christian Blum
Er starb am 28.08.1790. In der Gruft fand man zwei Särge.
in dem einen Sag war der leichnam von Johann Christan Blum
und in dem zweiten Sarg befand sich der Leichnam seines Freudnes Dr. med. Imanuel Meyer,
der im Havelland die Pockenschutzimpfung einführte.
Georg Hoffmann vom Rathenower Dichterkreis bracht ihm zu Ehren 1920
eine Tafel mitfolgender Inschrift an:

Vor langer Zeit, als man in Rathenow und anderswo noch Zöpfe trug,
und Bursch und Maid sich noch in Wolken Puder´s schlug,
da hat er, der hier ruht, Joachim Christian Blum,
zu seiner Heimat Ruhm gesungen und gesagt,
was ihm sein warmes Blut geklagt.

Blick von einer Terrasse des Weinbergfriedhofs

Kunstvolle Grabstelle der Familie Muth
Ein im Jugenstil errichtets Denkmal. Der Künstler ist unbekannt.
Die Familie Muth gehört  zu den Optikern der Stadt Rathenow.
Diese Grabmal, wie auch die Grabmäler von Georg Penning, Erika Guthjahr und Walther Specht
werden von derStadt Rathenow gepflegt.

So genannter Bogen
über dem Grabmal des
berühmten Rathenower
Chrirurgen Wilhelm Reinke

Grabplatte des Rathenower Chirurgen
Wilhelm Reinke

http://www.rathenow.org/assets/images/2010-2/IMG_7-Torhaus.JPG
Das Torhaus (2006 saniert)

Christa Eißer hat zur Landesgartenschau in Rathenow im Jahre 2006  neben dem Torhaus
eine Ausstellung von alten Grabdenkmalen eröffnet, die einen guten Einblick in die Stadtgeschichte gibt.

Kunststein mit Glasplatte

Goldarbeiter nannte man die Arbeiter in der
Optik, die Brillenfassungen aus Gold herstellten

Hornarbeiter nannte man die Arbeiter in der Optik,
die Brillenfassungen aus dem Hornpanzer der Karettschildkröte
(Schildpatt) herstellten

Gusseisernes Kreuz

Schmiedeeiserne Grabumzäunung
restauriert von der Firma Stilcke

Kontakt: Christa Eißer, Friedhofsweg 4, 14712 Rathenow,  Tel.:03385-547010

© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß

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Biografie von Prof. Dipl.-Ing. Hans Müller

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 10. Januar 2011 13:10

IMG_Mueller-Saeule

Professor Dipl.-Ing. Hans Müller wurde am 03.01.1933 in Briesnitz, Kreis Frankenstein in Schlesien, jetzt Polen, geboren. Seit 1951 wohnt er  in Berlin. Nach dem Studium des Maschinenbaus an der Technischen Universität Berlin war er von 1959 bis 1964 bei der Siemens AG tätig. Dann ist er als Dozent an die Staatliche Ingenieurakademie Gauß gewechselt und wurde schließlich 1971 als Professor an die seinerzeit neu gegründete Technische Fachhochschule Berlin berufen, an der er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1998 verblieb. Er hält dort immer noch Vorlesungen.
Seine Beziehung zu Rathenow gründet sich auf seine Mutter und deren Eltern, die Großeltern Sprotte. Seine Mutter, Elfriede Müller, geborene Sprotte, hat ihre Jugendzeit in Rathenow verlebt, von der sie gern erzählt hat.  Sie war selbst Mitglied des Förderkreises zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. und spendete die Ehrenstifterplatte Nr. 12  für die Turmspitze. Ganz besonderen Eindruck hat nach den Erzählungen der Mutter der Großvater auf  den Enkel gemacht, den er persönlich gar nicht kennen lernen durfte, da er schon zwei Jahre vor seiner Geburt (1931) gestorben war. Als Professor Müller aber  1990 zum ersten Mal nach dem Krieg nach Rathenow kam und der Name "Sprotte" fiel, wurde sofort deutlich, dass sein Wirken als Stadtbaurat noch nicht vergessen war.
Professor Müller versucht, der Arbeit und den Aufgaben, mit denen  sich  sein Großvater, der Stadtbaurat Sprotte, in Rathenow befasst hat, nachzugehen. Das ist nicht einfach, da kaum noch unmittelbare Unterlagen zu finden sind und sich leider auch im familiären Besitz nichts erhalten hat. Professor Müller fand aber inzwischen heraus, dass sein Großvater  1909 in das Amt des Stadtbaurates gewählt wurde. Der Baustadtrat Johann Friedrich Sprotte hat sich mit ganzem Herzen der Arbeit für Rathenow verschrieben. Er hat sich ebenso für die Geschichte der Stadt interessiert, wie er auch über das Alltägliche hinaus in vielerlei Hinsicht an der Erneuerung und Erweiterung der Stadt gearbeitet hat. Mit seinen profunden Fachkenntnissen, seiner Tatkraft und seinem Fleiß ist er dem Enkel zu einem eindrucksvollen Vorbild geworden. Der Stadtbaurat Sprotte wurde auch in den Vorstand des Evangelischen Kirchbauvereins gewählt. Er musste die Katastrophe Rathenows mit dem Beginn und dem Ende der Naziherrschaft nicht mehr miterleben.  Sein Enkelsohn, Professor Müller, ist aber ganz sicher, dass der Glaube seines Großvaters an die Stadt Rathenow und ihre Menschen nicht zu erschüttern gewesen wäre. Professor Müller wünscht  den Rathenowern, dass sie weiterhin fest auf die Zukunft ihrer Stadt vertrauen, wie er sich das bei seinem Großvater gar nicht anders vorstellen könnte.
Ein Zitat vom Baustadtrat Sprotte zur St.-Marien- und Andreaskirche:
"Der Turm wurde etwa 1720 erhöht, da derselbe indessen zu schwache Fundamente hatte, traten Senkungen und Risse ein und er musste schließlich 1818 abgetragen werden. Zu dem Neubau des Turmes hat dann der allseitig bekannte Altmeister Schinkel einen Entwurf gefertigt, der sich heute noch im Besitze des Magistrats befindet, zur Stilrichtung der Kirche indessen gar nicht passt, weshalb es auch nicht als Unglück zu betrachten ist, dass diesem Entwurfe nicht gefolgt ist. Der Turm wurde dann 1828 in seiner heutigen auch nicht gerade stilechten Ausführung fertig gestellt." (Aus "Rathenow", bearbeitet von Oberbaurat Sprotte, II. Auflage, Dari-Verlag 1930).
Professor Müller trat am 02.02.1999 dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. bei. Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung am 20.09.2008 wurde er in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in das Kuratorium des Förderkreises gewählt, dem er bis heute angehört.

Er spendete:
den Stifterbrief in Bronze Nr. 3 (500,00 €)
die Bausteine Nr. 38, 39 und 68 á 100,00 €
die Orgelpfeifen Nr. 8-12 und 59-60 á 100,00 €
die Kupferplatten für die Turmspitze Nr. 63-66 á 250,00 DM (125,00 €)
die Dachsteine Nr. 1412-1431 und 2774 - 2783 á 10,00 €
die Säulensteine Nr. 3007 – 3106 (500,00 €)


Prof. Dipl.-Ing Hans Müller/ Dr. Knackmuß 

 

Der Großvater von Prof. Dipl.-Ing. Hans  Müller war der Rathenower Stadtbaurat, Johann Friedrich Sprotte, dem sein Enkel mit einer Biografie ein kleines Denkmal gesetzt hat.

FSprotte

Johann Friedrich Sprotte

 

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Der Bismarckturm


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Biografien

Biografie von Pfarrer Frank Richter

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 10. Januar 2011 12:44


 

Frank Richter wurde am 28. 02. 1931 in Leipzig geboren. Er wuchs als ältester von vier Geschwistern in Böhlitz-Ehrenberg bei Leipzig auf. Die Mutter und der Vater arbeiteten in einer großen Exportfirma. Er besuchte die Helmholtz-Oberschule in Leipzig bis zur 9. Klasse , musste wegen der Wirrnisse bei Kriegsende den Schulbesuch abbrechen und trat in das väterliche Geschäft ein. Hier absolvierte er die Lehre zum Industrie- und Großhandelskaufmanns. 1952 begann er eine Tätigkeit als Buchhalter in der damaligen Handelsorganisation (HO). Von 1954 bis 1958 besuchte er die Fachhochschule für Theologie und Diakonie in Moritzburg bei Dresden und wurde am 24.05.1959 zum Diakon eingesegnet. Danach war Frank Richter zwei Jahre in der Kirchengemeinde Leipzig-Tabor in der Jugendarbeit tätig. Am 2. Mai 1960 wurde er in das Gemeindepfarramt Nitzahn (Kreis Rathenow) mit vier Filialorten als Pfarrdiakon berufen. Dort diente er den Gemeinden 33 Jahre bis zu seiner Pensionierung am 2. März 1993. Die Familie zog im gleichen Jahr von Nitzahn nach Rathenow um. Am 14. August 1958 heiratete er Christlinde Schröder. Herr Richter ist Vater von drei Kindern, Jörg-Martin, Anne-Kathrin und Mechthild.  Bei einem Besuch in Bethel im Jahre 1992 lernte die Familie die Angehörigenarbeit in Bethel kennen und war so fasziniert, dass sie beschloss, am Wohnort eine Angehörigenselbsthilfegruppe zu gründen. Dabei wurde Herrn Richter bewusst, dass die meisten Angehörigen auf den Kontakt mit ebenfalls Betroffenen, auf deren Unterstützung sowie Erfahrungsaustausch mit ihnen angewiesen sind. Ebenso wurde ihm deutlich, wie schwer es ist, die eigene Isolation oder gar die Stigmatisierung (Brandmarkung) durch die Gesellschaft zu überwinden. Frank Richter gründete am 25.11.1993 den "Landesverband Brandenburg - Angehörige psychisch Kranker e.V." in der Sternkirche in Potsdam und wurde zum Vorsitzenden gewählt. Seine Frau Christlinde Richter unterstützte ihn dabei nach Kräften.

Christlinde und Frank Richter in ihrerm Haus in Steckelsdorf

Er hatte in einer Vorbereitungsphase umfassende Kontakte zu den 1993 bestehenden 45 Gesundheitsämtern des Landes Brandenburg, zur Landesregierung und zu Beratungs- und Betreuungsstellen für psychisch Kranke aufgenommen. Die Landesregierung unterstützte die Initiative des Herrn Richter. Bei der Gründung waren ca. 30 Mitglieder anwesend. Zweck des "Landesverband Brandenburg - Angehörige psychisch Kranker e.V " ist entsprechend seiner Satzung der Zusammenschluß der von psychischen Krankheiten und Behinderungen betroffenen Familien auf Orts- und Landesebene, um durch gemeinsame, solidarische Anstrengungen die Verbesserung der Lebensbedingungen der Familien bzw. behinderter Familienmitglieder zu erreichen. Das Ziel ist die Stärkung der Selbsthilfe der Familien psychisch Kranker und Behinderter durch Bildung von Angehörigengruppen auf örtlicher Ebene. Die rechtliche Gleichstellung der psychisch Kranken mit körperlich Kranken wird hier schon genannt, um Diskriminierungen und Vorurteile abzubauen. Gleichzeitig wird eine gemeindenahe Psychiatrie sowie die Integration der Kranken und ihrer Familien in Beruf und Gesellschaft als Ziel formuliert. Im Vorstand ist es dem Vorsitzenden gelungen, die Vorstandsmitglieder über das übliche Maß hinaus zu motivieren, folgende Aufgaben zu übernehmen: Die Vorstandsmitglieder haben einen Reisedienst zum Besuch der Selbsthilfegruppen des Landes eingerichtet. Aus den den Gruppen können dadurch Informationen und Problemstellungen direkt an den Vorstand gegeben werden, der sie aktuell bei seiner Arbeit berücksichtigen kann. Den einzelnen Vorstandsmitgliedern ist es auf diesem Weg möglich, eilige Informationen an die Mitglieder im persönlichen Gespräch zu vermitteln. Der "Landesverband Brandenburg - Angehörige psychisch Kranker e.V." ist Mitglied im Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker und im Länderrat der Angehörigen psychisch Kranker. Der Vorsitzende des "Landesverband Brandenburg - Angehörige psychisch Kranker e.V.", Frank Richter, hat Wert darauf gelegt, dass bei den Beratungen des Bundesverbandes der Angehörigen psychisch Kranker und des Länderrates der Angehörigen psychisch Kranker die Vertretung des Brandenburgischen Verbandes jeweils durch ein anderes Mitglied des Vorstandes erfolgt, damit der gesamte Vorstand in die bundesweiten Aktivitäten einbezogen werden kann. 1999 zählt der Verband 91 Mitglieder. In den ersten Jahren war die vordringlichste Aufgabe des Verbandes die Unterstützung von Gründungen der Angehörigenselbsthilfegruppen im gesamten Land Brandenburg ( der Bedarf war riesig). Es gibt jetzt 55 Angehörigenselbsthilfegruppen im Land Brandenburg. Die Befriedigung des Informationsbedürfnisses wurde über ein Mitteilungsblatt (Rundbriefe) erfüllt (Auflagenhöhe 380). Der Initiative von Frank Richter ist es zu verdanken, dass sich so zahlreiche Angehörigenselbsthilfegruppen im Land Brandenburg gebildet, und dass sie sich im Landesverband zusammen geschlossen haben. Frank Richter knüpfte auch Kontakte mit Behörden, den zuständigen Politikern, den zuständigen Gesundheitsausschüssen und den Psychosozialen Arbeitsgemeinschaften, deren aktives Mitglied er selbst ist. Bei der Psychiatrieplanung des Landkreises Havelland wurden wesentliche Bereiche durch Herrn Richter mit geprägt. Wichtig war auch seine Zuarbeit für den Gesundheitsausschuß des Brandenburger Landtages zur Vorbereitung des Brandenburgischen Psychisch Krankengesetzes, wo auch bei einer Anhörung sein persönlicher Beitrag gefragt war. Auf den Landesselbsthilfetagen im Land Brandenburg und bei gesundheitspolitischen Tagungen sowie auf den Fachtagungen in der gesamten Bundesrepublik und auf dem Weltkongreß für soziale Psychiatrie wurden durch Frank Richter Belange der Angehörigen des Landes Brandenburg vertreten. Das Bemühen von Frank Richter ist es, im persönlichen Gespräch mit den Mitarbeitern der Sozialpsychiatrischen Dienste der Gesundheitsämter und besonders mit den niedergelassenen Nervenärzten und Allgemeinmedizinern im Land Brandenburg die Tätigkeit des Landesverbandes zu erläutern und sie zur Mitwirkung in der Arbeit der Selbsthilfegruppen "Angehörige psychisch Kranker" zu bewegen. Das Beratungstelefon, dass der Verbandsvorsitzende, Frank Richter, betreibt, wurde seit der Gründung stark in Anspruch genommen. Durch den engen Kontakt des Vorsitzenden und seiner Ehefrau zu den Selbsthilfegruppen im Land wird er oft als Krisensofortberatungsdienst genutzt. Die Telefongespräche sind inzwischen zu einem Arbeitspensum von ca. 1-2 Stunden pro Tag geworden. Der Arbeitsumfang für den Vorsitzenden ist durchschnittlich mit 10 Stunden pro Tag auszumachen. Auf den Tagungen und in Ausstellungen, die von Frank Richter organisiert wurden, konnten die Betroffenen und die Öffentlichkeit umfangreiche Informationen erhalten.
Tagungen
Es war das erklärte Ziel des Verbandes auf seinen Fachtagungen Informationen, Erfahrungsaustausch und Kontakte zwischen den Angehörigengruppen und Einzelpersonen voran zu bringen. Ein wesentlicher Aspekt bei den Fachtagungen war die Fortbildung der Angehörigen durch hochrangige Experten aus dem In- und Ausland.
Die erste Tagung fand 1994 statt und hatte 83 Teilnehmer. Die Tagungen wurden seither jedes Jahr wiederholt und fanden seit 1995 in den Ruppiner Kliniken GmbH in Neuruppin statt. Die Dauer der Tagungen war auf zwei Tage festgelegt und hat inzwischen durchschnittlich 150 Teilnehmer von Angehörigen psychisch kranker Menschen im Land Brandenburg. In jedem Jahr waren auch Sozialarbeiterinnen aus den verschiedensten Bereichen und Betroffene aus dem Land Brandenburg zu den Tagungen gekommen. Frank Richter knüpfte auch bundesweit und international Kontakte:
1994
zu Professor Dr. Heinz Katschnig aus Wien, der am 28.10.1994 einen Vortrag auf der Landesfachtagung des "Landesverbandes Brandenburg - Angehörige psychisch Kranker e.V." in Neuseddin/Potsdam über das Thema "Angehörige und Betroffene im Aufbruch ! Unter anderem: "Was ist Schizophrenie ?" hielt,
1995
zu Professor Dr. Asmus Finzen aus Basel, der am 02.09.1995 auf der Landesfachtagung des "Landesverbandes Brandenburg - Angehörige psychisch Kranker e.V." in Neuruppin einen Vortrag über "Schwierigkeiten im Umgang mit - und bei der Behandlung von psychisch Kranken" hielt,
1996
zu Professor Dr. med.Tedy Hubschmid aus Bern, der am 04.10.1996 in Neuruppin auf der Landesfachtagung des "Landesverbandes Brandenburg - Angehörige psychisch Kranker e.V."
einen Vortrag über " Wie sieht 1996 eine gute Schizophreniebehandlung aus ?" und
zu Priv.-Doz. Dr. Eikelmann, Leitender Arzt der Westfälischen Landesklinik für Psychiatrie in Münster (Nordrhein-Westfalen), der auf der gleichen Landesfachtagung einen Vortrag über das Thema "Anteil und Wirkung von Tätigkeit bei der Gesundung und Rehabilitation von psychisch Kranken " hielt,
1997
zu Dr. med. Mecklenburg, Leiter der Klinik für Psychiatrie in Gummersbach (Nordrhein-Westfalen), der auf der Landesfachtagung des "Landesverbandes Brandenburg - Angehörige psychisch Kranker e.V." am 26.09.1997 in Neuruppin einen Vortrag über " Medizinische und beruflich/soziale Rehabilitation aus einer Hand ?" hielt,
1998
zu Professor Dr. med. Matthias C. Angermeyer, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Universität Leipzig, der auf der Landesfachtagung des "Landesverbandes Brandenburg - Angehörige psychisch Kranker e.V." am 25.09.1998 in Neuruppin einen Vortrag über das Thema "Die Lebensqualität von Angehörigen und Betroffenen" ,
zu Chefarzt Dr. med. Josef Bäuml, Psychiatrische Klinik rechts der Isaar, Technische Unisversität München, der auf der gleichen Landesfachtagung einen Vortrag über das Thema "Lebensqualität durch Einbeziehung der Angehörigen in Therapie und Rehabilitation" und
zu Professor Dr. Dirk Fabricius, Jurist und Psychologe an der Universität Frankfurt a. M., der auf der gleichen Landesfachtagung einen Vortrag über das Thema "Beratungspflicht trotz ärztlicher Schweigepflicht" hielt.
Herr Frank Richter hat es mit der Bewältigung seines eigenen familiären Schicksals nicht bewenden lassen, sondern hat auf vielfältige und unermüdliche Weise weit darüber hinaus auch die Sorgen und Nöte anderer Betroffener gesehen, und manchmal - bis an die Grenze der eigenen Leistungsfähigkeit - sich ihrer angenommen. Am 11 Juni 2001 überreichte der Minister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen des Landes Brandenburg, Alwin Ziel, im Auftrag des Bundespräsidenten in Potsdam an Frank Richter das Bundesverdienstkreuz erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland.
Frank Richter trat am 13.07.1997 dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. bei, weil im der Wiederaufbau des Gotteshause am Herzen lag.

Christlinde und Frank Richter mit einer Spendenurkunde vor dem Haus  in Steckelsdorf

Am 06.07.2009 nahm Gott ihn in seine ewige Herrlichkeit zu sich. Der Tod eines geliebten Menschen ist die Rückgabe einer Kostbarkeit, die uns Gott nur geliehen hat, schrieb seine Frau Christlinde in der Traueranzeige.

Grabmal von Pfarrer Frank Richter auf dem Weinbergfriedhof in
Rathenow


Nachrufe
1. Nachruf von Dr. med. Heinz-Walter Knackmuß Amtsarzt a. D. im Havelland 
2. Nachruf von Manfred Zastrow
3. Nachruf von Professor Dr. Peter Stolz


© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß 22.04.2017






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Biografien

Biografie der Gans Edlen Frau Freiin Karla zu Putlitz

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 10. Januar 2011 12:35

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Karla zu Putlitz wurde am 20.05.1912 als älteste Tochter von Hans Albrecht zu Putlitz (1882 -1947) und seiner Gemahlin Ilse, geborene Freiin von Maltzahn (1891-1976) auf Schloss Wolfshagen (Prignitz) geboren. 1911 war das Schloss anlässlich der Eheschließung der Eltern im neobarocken Stil umgebaut worden.


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Schloss Wolfshagen an der Stepenitz gelegen

 

Ihre Ausbildung erfolgte im Stift Heiligengrabe, wo es sehr streng zuging. Das karge Taschengeld von 30 Pfennigen musste geopfert werden, wenn die Pantoffeln nicht ordentlich unter dem Bett standen oder andere kleine Ordnungsfehler geahndet wurden. Im Stift wurde einheitliche Kleidung getragen und niemand von den Schülerinnen wusste, ob die Eltern den Aufenthalt bezahlten oder ob sie einen freien Platz erhalten hatten.

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Karla als Kind

Die Schule wurde aber auch in Innleiten und Schöckingen besucht, wo es nicht so streng wie im Stift Heiligengrabe zuging. Die Familie stammte aus der Altmark (Gänseburg bei Pollitz). Die Gans Edlen Herren zu Putlitz führten eine Gans in ihrem Wappen und brachten im Wendenkreuzzug 1147 das ganze Flussgebiet der Stepenitz unter ihre Herrschaft. Das Schloss Wolfshagen umgab ein Park, der 1850 nach Plänen von Peter Joseph Lenné entstanden war. Hier verlebte Karla zu Putlitz ihre Kindheit und Jugend. Es war ein kleines Paradies, direkt an der Stepenitz gelegen, in dem sie aufwuchs. Die Gutsbesitzer aus der Umgebung, mit denen man befreundet war und die Besuche bei ihnen blieben ihr das ganze Leben lang in Erinnerung. Besonders herzlich erinnerte sie sich an einen Besuch auf der Plattenburg bei den Kindern der Familie Sieghard von Saldern, den sie wegen des Ausbruchs einer infektiösen Kinderkrankheit vorzeitig abbrechen musste.

imageKarla zu  Putlitz mit
ihrem Fahrrad vor dem Schloss in Wolfshagen.
Neben ihr steht ihr Bruder Hans Hermann.
Die Mutter Ilse und Bruder Wedigo
sitzen zu Pferde. (1920)
Sammlung: Bernhard von Barsewisch

Nach 1945 wurde die Familie aus dem Schloss und dem riesigen Landbesitzungen vertrieben und fand für kurze Zeit Unterschlupf im Pfarrhaus Tacken ehe sie nach Semlin und schließlich nach Rathenow kam. Karla zu Putlitz arbeitete nun auf einer Hühnerfarm. Ihr heimatliches Schloss in Wolfshagen wurde verwüstet und nur wenige Stücke konnte sie in ihre kleine Wohnung nach Rathenow retten. Durch einen Unfall sehr gehbehindert lief sie jeden Tag ein kleines Stück in Rathenow, um ihre körperlichen Fähigkeiten mit eisernem Willen zu trainieren. Nach der Einheit Deutschlands im Jahre 1990 hätte sie alle Ländereien vom Bundesfinanzminister zurückkaufen können, aber mit ihrer kleinen Rente und dem Bezug von Sozialhilfe war das nicht vorstellbar. Sie fuhr gern mit ihrer Nichte Anna-Margarethe von Podbielski oder ihrem Bruder Wedigo zu Putlitz in die Prignitz. An dieser Landschaft hing ihre Seele und sie wusste zu jedem Ort eine Geschichte zu erzählen. Als Professor Bernhard von Barsewisch ihr zu Hause, das Schloss Wolfshagen, wieder aufbaute, verfolgte sie seine Aktionen voller Begeisterung. Sie konnte auch selbst noch die restaurierten Räume sehen und freute sich darüber sehr. 1992 feierte sie ihren 80. Geburtstag mit der Familie ihrer Nichte aus Bremen und der Familie Knackmuß in ihrer kleinen Wohnung. Als 1996 der Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow gegründet wurde, trat sie ihm am 13.02.1997 bei und verfolgte den Wiederaufbau dieser alten Kirche mit lebhafter Anteilnahme. Ihr Interesse am aktuellen Zeitgeschehen blieb bis ins hohe Alter wach.

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Freiin Karla zu Putlitz


Oft war sie im Hause Knackmuß in der Röntgenstraße 13 in Rathenow zu Gast und konnte sehr schelmisch lachen und unterhaltsam sein. Zu ihrem Geburtstag wünschte sie sich immer eine Fahrt in die Prignitz und wir lernten durch sie die vieltausendjährige Geschichte dieses Landstrichs kennen. Sei es das Wunderblut in Bad Wilsnack oder die Plattenburg oder das Königsgrab bei Seddin oder den alten Opferstein und die vielen Schlösser der ehemaligen Gutsbesitzer - alles war verwoben mit dem Leben von Karla zu Putlitz und bekam durch ihre Erzählungen ein spezifisches Gepräge.  Ihre Cousine Anna-Margarethe von Podbielski wohnte in Bremen und kam regelmäßig nach Rathenow zu Besuch und sorgte sich sehr um Karla.

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                                           Anna-Margarethe von Podbielski

Video

Als sie 2001 an einem Krebsleiden erkrankte, meinte  es Gott mit ihr gnädig. Noch einen Tag vor ihrem Tode war sie fröhlich und trank ein Gläschen Sekt, ehe sie der Herr über Leben und Tod am 13.06.2001 zu sich nahm. Ein langes Krankenlager war ihr erspart geblieben. Sie wurde auf dem kleinen Friedhof in Birkholz bei Mankmuß in der Prignitz zur letzten Ruhe gebettet.

 

Karla Freiin zu Putlitz liebte ihre Heimat, die Prignitz, über alle Maßen und verehrte auch den Heimatdichter der Prignitz Ludwig Lehmberg (02.01.1874 – 1929), der in Tacken lebte und in Plattdeutsch dichtete.

Wer hett`Recht?
von
Ludwig Lehmberg

As de Kanter no sien Feld gohn will,
Steiht bi de Göös de lütte Prill.
De Deern, de wär erst söhm Johr,
Dat Reken föllt ehr noch wat swor.
De Köster dacht in sienem Sinn,
Ob se ehr Göös woll tellen künn`,
As he ran wär, stünn he bie ehr still:
”Na, wieviel Gänse sind das, kleine Prill ?”
De Derrn, de wier nu ganz verlegen,
”Herr Kanter, dat sünd grod` negen.”
”Nein, zählen kannst du gar nicht schön,
Das sind nicht neune, das sind zehn.”
”Ach wo! Dat sünd jo negen, Herr Kanter,
De denn noch kümmt, dat is de Ganter.”

 

Schlossfest Wolfshagen

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Karla zu  Putlitz wurde im Schloss Wolfshagen geboren. Professor Dr. Bernhard von Barsewisch hat dieses Schloss nach der Einheit Deutschlands wieder aufgebaut und viele Details des Lebens im gutsherrschaftlichen Haushalt zusammengetragen, um den Menschen der heutigen Zeit ein lebendiges Bild vom Leben auf dem Gutshof zu präsentieren. Karla zu Putlitz hatte mir erzählt, dass sie im Winter große Eisblöcke aus der am Schloss vorbeifließenden Stepenitz geschlagen haben und sie unter der Erde in einen tiefen Eiskeller gebracht haben. Das Eis diente dann von einem Winter zum anderen als Kühlschrank und man konnte eisgekühlte Getränke und Speisen servieren.

Im Schloss hat Bernhard von Barsewisch eine erlesene Porzellansammlung ausgestellt. Am Himmelfahrtstag wird jedes Jahr ein  Schlossfest gefeiert. Am 09.05.2013 nahmen meine Frau Viola und ich an diesem Fest teil.   Im ersten Stock des Schlosses Wolfshagen führt Bernhard von Barsewisch persönlich durch die  kostbare Porzellansammlung. Das Schlossmuseums Wolfshagen ist inzwischen in eine Stiftung umgewandelt. Es ist ein Kleinod der Prignitz geworden. 

 

               Meißner Porzellanschale                  IMG_0001

Porzellanausstellung
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Durch den Professor haben wir auch gelernt, dass früher alle Speisen auf den Tisch gestellt wurden. Ludwig der XIV. hatte zum Beispiel 18 Suppenterrinen mit verschiedenen Suppen. Es wurde alles in Gold- oder Silbergefäßen serviert. Durch die Hintertür kam dann das Porzellan an die fürstlichen Tafeln, weil man in Porzellanschalen das Dessert servierte. Der russische Botschafter in Paris hat dann eingeführt, dass die Speisen nacheinander serviert wurden, was man dann als "menu à la russe" bezeichnete.

                                             Meißner Zwiebelmustertasse

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Die Porzellanaustellung
Video-2

Dr. Heinz-Walter Knackmuß

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