Erika Guthjahr Gedenkausstellung 01.09.2010–31.10.2010

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 2. Januar 2011 14:29


Erika Guthjahr, Ehrenbürgerin der Stadt Rathenow, war eine leidenschaftliche Malerin. Schon seit frühester Kindheit bemalte sie alles Papier, was ihr in die Hände fiel und war kein Papier zur Hand tat, es auch mal der märkische Sand, denn ihr Schaffensdrang war unwiderstehlich.
Am 12.09.2010 würde sie ihren 94. Geburtstag feiern. Ihr Oeuvre ist riesig. Die Tochter Ulrike Marie Pelzer in Hamburg hat noch ein ganzes Arsenal von Bildern ihrer Mutter in Verwahrung und wird gelegentlich auch wieder damit in die Öffentlichkeit treten. Das Werk der rastlosen Heimatforscherin war aber nicht nur die Malkunst, sondern sie gab auch viele Schriften über Sagen und Geschichten, Bräuche und Rezepte im Havelland heraus. Ihre Korrespondenz erstreckte sich über ganz Deutschland, denn sie konnte fast zu allen Sachverhalten, die die Geschichte ihrer Heimatstadt Rathenow betraf, Auskunft geben. Nach der Einheit Deutschlands kamen die Rathenower, die das Leben weit fort verschlagen hatte zu ihr, und wollten wissen, wie und wo ihr Vaterhaus gewesen ist. Werner Vogel aus Bonn, heute 92jährig, erinnert sich noch gern daran, wie er als junger Mann die Erika nach Haus gebracht hat und auch geküsst hat. Sie musste aber doch nach dem Besuch des Viktoria-Luise Lyzeums in Rathenow eine ordentliche Lehre als Industriekaufmann in einer optischen Firma aufnehmen und arbeitete dort bis 1945. Nach dem Zweiten Weltkrieg ergriff sie die Chance, Zeichenlehrerin zu werden und nun waren Beruf und Berufung eins für sie, was nicht jeder von seiner Arbeit sagen kann. Unendlich viele Schülerinnen und Schüler erlernten bei ihr die Grundbegriffe des Malens, und sie hatte auch immer am Nachmittag für Begabte und weniger Begabte Arbeitsgemeinschaften, wo die Schüler ihre Kenntnisse vertiefen konnten.
Als 1996 der Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. gegründet wurde, war sie selbstverständlich dabei. Sie kam jedes Wochenende in die Kirche, obwohl es oft bitter kalt war und erklärte den Besuchern die Geschichte der Kirche und ihre Besonderheiten. Viele Ausstellungen in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche gehen auf ihre Anregung zurück. Mit den Kindern in der Neufriedrichsdorfer Straße machte sie vor Weinachten immer einen Bastelnachmittag. Jede Woche erschien von ihr ein Artikel über die Heimatgeschichte in der Presse. Aber auch eine Biowetterstation betreute sie viele Jahre lang. Sie war eine vielseitige interessierte und engagierte Frau der Stadt Rathenow. 1996 erhielt sie deshalb zu ihrem 80. Geburtstag die Ehrenbürgerschaft der Stadt. Neun Jahre war sie die einzige Ehrenbürgerin der Stadt Rathenow. 2005 starb sie an den Folgen eines Schlaganfalls. Diese Verkaufsausstellung fand zu ihrem Gedenken in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche statt. Die Ausstellung zeigt nur eine kleine Auswahl aus dem umfangreichen Werk der Künstlerin.

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Biografie von Günter Thonke

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 1. Januar 2011 15:00

 

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English

Otto Martin Günter Thonke wurde am 17.10.1928 im Städtischen Krankenhaus Rathenow geboren. Er wurde  vom Superintendenten Waldemar Ettel in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche getauft. Sein Vater Gotthilf Wilhelm Thonke war Konditormeister in Rathenow. Sein Großvater Otto Thonke (* 17.10.1861 - † 07.11.1942) war 1897 als Schmiedemeister aus Seeren Kreis Oststernberg (heute Polen) nach Rathenow gekommen und hatte eine Schmiede in Rathenow in der Havelstr. 16, Ecke Kleine Burgstraße. Seine Mutter Emmi Ida Thonke, geborene Müller, kam von einem mittleren Bauernhof aus Buckow bei Wudicke. Günter Thonke wuchs mit seinem Bruder Friedrich Wilhelm auf, der am 03.07.1944 geboren wurde.
Er besuchte drei Jahre lang die Grundschule in der Jahnstraße und kam dann 1938 zur Oberschule am Schulplatz, die er nach Abschluss der Untersekunda (10.Klasse) 1943 verließ.

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Schulzeugnisbuch vom 28.04.1938

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Freischwimmerzeugnis vom
03.08.1938

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Zeugnis über den Religionsunterricht
vom 30.06.1942

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Abgangszeugnis der Städtischen Oberschule
für Jungen von 1943

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Ausweis mit Passbild von Günter Thonke
als Mitglied der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gemeinschaft e.V.
vom 16.08.1943


  
 
Er sollte vom Superintendenten Georg Heimerdinger am 28.02.1943 in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche konfirmiert werden. Da der Superintendet erkrankte, wurde er von Pfarrer Detert konfirmiert.
Der Konfirmationsspruch lautete: "Ich bin der allmächtige Gott, wandle vor mir und sei fromm" (1.Mose 17,1). Nach er Schule begann er eine Lehre als Bäcker bei seinem Vater, wurde aber nach vier Wochen zum Bäckermester Otto Wiedecke nach Potsdam geschickt, wo er bis zum Januar 1945 seine Lehre als Bäcker abschloss. 1945 erhielt Günter Thonke die Einberufung zum Wehrertüchtigungsdienst und eine Stunde später zum Arbeitsdienst nach Laaslich in der Prignitz und später nach Bad Wilsnack und Appendorf am Deich. Günter Thonke erhielt den Befehl nach Berlin zu gehen, um Berlin zu befreien. Er kam dabei zwischen die russische und amerikanische Front und wurde in der Nähe von Schwerin von Amerikanern gefangen genommen und kam in ein Lager nach Holstein in Schleswig-Holstein. Von dort wurde er 16jährig nach Magdeburg entlassen. Von Magdeburg fuhr er mit einer Kohlelore nach Stendal und kam, mit einer Eisenbahnermütze verkleidet, bei Tangermünde über die Elbe und langte am 16.07.1945 in Rathenow-West (Neue Schleuse) an, wo seine Großmutter wohnte, die ihm berichtete, dass die Eltern lebten. Er kehrte zu seinen Eltern zurück und arbeitete als Bäcker. Im Frühjahr 1946 wollte er mit seinem Freund Manfred Mertens zum Bismarckturm. Dabei wurden beide von der GPU (sowjetischer Geheimdienst) verhaftet und verhört. Man warf ihnen vor, sie wollten das Wasser verunreinigen. Beide wurden aber wieder frei gelassen. Er arbeitete dann weiter als Bäcker bei seinem Vater, der zu ihm sagte: "Groß werden wir nicht mehr. Klein werden; das ist schwer". Neben der Arbeit in der Backstube mussten auch "Steine gekloppt" werden. Die Familie besaß ein Grundstück in der Berliner Straße 25, das bis zum Hotel Großer Kurfürst reichte.

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Hotel "Großer Kurfürst" (links) in Rathenow
Berliner Straße vor 1939

Das versuchte die Familie wieder aufzubauen. 1960 wurde das Gebiet zum Aufbaugebiet erklärt und und nach dem Entschädigungsgesetz "abgewickelt". 1946 legte Günter Thonke die Gesellenprüfung als Bäcker beim Bäckermeister Blesing in der Großen Burgstraße in Rathenow ab. 1951 erhielt er in Potsdam nach bestandener Prüfung die Anerkennung als Bäckermeister und 1955 als Konditormeister. Er arbeitete 17 Jahre unter der Leitung seines Vaters und sein Vater arbeitete, nach dem der Sohn die Geschäftsführung übernommen hatte, noch 17 Jahre bei seinem Sohn. Sein Vater hatte ein Motto, das ihm auch oft im Kopf herumgeht.

Wer bei allem Tun und Denken

immer in die Zukunft starrt,

wird die Zukunft nicht gewinnen

und verliert die Gegenwart.

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Bäckermeisterurkunde vom 16.10.1951
vom Meisterausschuss
der Handwerkskammer des Landes Brandenburg

 
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Konditorurkunde vom 20.07.1951
der Landesregierung Brandenburg
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit

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Konditormeisterurkunde vom 13.07.1955
vom Meisterausschuss der Handwerkskammer
des Bezirkes Potsdam

 
Am 22.02.1958 heiratete er Anna Amanda Renate Tille, die als Saatzuchtassistentin in Bernburg arbeitete. Die Trauung fand in der Dorfkirche in Bindfelde statt, wo sie der Tangermünder Pfarrer Felgenträger traute.Der Trauspruch lautete: " Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen" (1. Korinther 13,13).
Dem Ehepaar Thonke wurde am 04.12.1960 der Sohn Detlef und am 28.11.1965 der Sohn Olaf geboren. Günter Thonke hat jetzt sechs Enkelkinder, die er sehr liebt. 1960 übernahm er den väterlichen Betrieb, nachdem er 17 Jahre bei seinem Vater angestellt war. Sein Vater war dann ebenfalls noch 17 Jahre beim Sohn angestellt. Bis 1988 führte Günter Thonke die Bäckerei. Dann übergab er sie an seinen Sohn Olaf Thonke. Bis 1992 arbeitete er noch im Bäckerbetrieb mit.

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Bäckerei Thonke in der Bahnhofstraße in Rathenow

Er fand für sich neue Aufgaben. Er hatte für sich die Schriftstellerei und die Heimatforschung entdeckt und war nun unermüdlich damit beschäftigt, Geschichten, Anekdoten und Glossen zu schreiben. Die Werke von Günter Thonke sind sehr vielfältig.  Auch zu aktuellen politischen Themen äußerte er sich öffentlich. Sein tiefgründiger Humor fand bald ein breites Publikum, denn er hatte die Gabe, andere Menschen zum Lachen zu bringen oder wenigsten zum Nachdenken. Deshalb wurde er am 06.05.2009 zum Ehrenbürger der Stadt Rathenow ernannt. Am 16.05.2009 trat er dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. bei.

© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß (04.07.2009)

Videos wurden am 01.03.2013 erstellt

1. VideoKindheit und Schulzeit

 

2. Video- Einberufung und Krieg

 

3. Video- Nachkriegszeit

 

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4. Video- Einheit Deutschlands 1990

    und Arbeit als Schriftsteller


Literarischer Beitrag des
88jährigen Ehrenbürgers der Stadt Rathenow
zur Gala anlässlich 800 Jahrfeier von Rathenow im Kulturzentrum
28.12.2016

Zum 800. Ersterwähnungstag

"Der Horizont von Rathenow"

Acht Jahrhunderte in die Welt geblickt,
mal erbaut und oft genickt.
So erging es Rathenow!
Andere um uns rum und anderswo,
die hatte oft mehr Glück gehabt.
Doch ab und an hat es geklappt,
da war man hier davon gekommen!
Da war das Schicksal uns gesonnen!
Erstmals ward der Ort erwähnt,
als heir kaum einer lesen konnte,
was Mönche einst für wichtig hielten,
als sie uns lasen die Leviten,
die meisten waren hart im Ohr
und das ist heute wie zuvor!

Hier an der Havel um die Ecke,
gab "Solche" es und "Sonnewecke!"
Zogen "Sonnewecke" weiter,
so fanden "solche" es dann heiter,
bis "Kluggewordne" wiederkamen,
dann an der Havel glücklich waren,
bei Sonnenschein und klarer Sicht
und neuem Mut in aufrichtiger Pflicht!
Erhört, gehorcht ward mancher Ton,
genetisch oft verändert schon,
wodurch auch manches aufgefrischt!
Gemeinsam saß man froh bei Tisch,
teilte diesen und das Bett
und war einander zeitweise nett,
wenn sich so die Dinge banden,
ist Friede dann im Haus vorhanden!
Doch eigene und fremde Gene,
man glaubt es kaum,
die schauten gerne über´n Zaun,
nachdem, wie es die anderen trieben.
Das war nicht immer dann ein Lieben!

Das Gute oder da Böse tun,
wer ist dagegen schon immun?
Ein Jeglicher gar, der ist es nicht,
wenn er davon sich was verspricht!
Wer immer eine Meinung hat, -
der tat sie kund hier oft zu matt.
Doch im Oberhaus der Stadt,
wo einst auch schon man Sorgen hatt
als die Einen "hue", die andern "hott",
sorgten für der Bürger Spott!
Einst Ratsherr Heider, der mit seinem Gang,
sagte einfach kurz wie lang,
dass er die Hälfte dieser Welt,
rundherum für Esel hält
und entschuldigte sich dann fein,
dass die Hälfte keine sein!

Nicht immer tat der Stadt es gut!
Drum bleibet ständig auf der Hut!
Denn wer den Hut hat auf dem Kopf,
der schaut voraus in seinem Schopf,
auf Vor- und Rücksicht jener baut,
Sicherheit und Macht bewahrt, - nicht klaut,
nur Friedlichkeit, die führt zum Ziel,
das oft zu hoch ist oder niedrig,
was wiederum an dann kotzt, weil widrig!
Ob lang, kurz, dünn oder dick,
jedem sitzt sein Schicksal im Genick
und abnickend wird zu oft gemacht, -
was von Oben wird gesagt!
Und Unten graben sie das Loch,
die es anders herum gemocht!
So läuft es schon seit Ewigkeiten,
wir sollten nicht  darüber streiten!

Wie es kommt, so ist es eben -
das ganze nennen wir: "Das Leben"!


Werke von Günter Thonke

 
  1. Die Apothekerraupen
  2. Beiderseits der Havel von Rathenow bis Plaue
  3. Aus dem wendischen Sprachschatz
  4. Benebelt im Nebel
  5. Auf dem Bock und unterm Rock 
  6. Das Rosenfest
  7. Des Lehrers Ankunft
  8. Dett segge ick nich!/…zum Kotzen!
  9. Die beiden Mahler
10. Die Eieruhr des Pastors
11. Die Havel
12. Wenn nach langem Arbeitsleben
13. Wenn du denkst du denkst
14. Währungen währen nicht ewig
15. Bonn an der Havel
16. Een Wetta wie int Märchen
17. Apropos Prozente
18. Der Panoramablick
19. Frühlingserwachen
20. Bankgespräche
21. Det kannste vajessen
22. Hallihallo
23. Det Bank-Zeit-Konto
24. Die Bank am Havelblick
25. Ir(r)en ist menschlich
26. Höret nicht auf anzufangen
27. EurOPAeer
28. Für eine freudige Zukunft
29. Man war dann mal weg
30. Kater Podolski`s Vogelschar
31. Der Lebensinn eines Fischers und eines Bankers
32. Mit den Beinen auf der Erde
33. Schwarze Tage
34. Die Ergebung
35. Die Kleinwegsamkeit
36. Die See(h)-Blicker
37. Die Steckelsdorfer Windmühlen
38. Die Uhr
39. Ein Nesthocker
40. Ein gewitzter Hund und mehr
41.
Eine durstige Seele
42. Von Not und Tugend
43. Über das Essen und Trinken, den Leib und die Seele
44. Die feurige Caroline
45. Fischer und Banker
46. Zeitlebens
47. Geldgeschichte
48. Bankgeschichte
49. Mit Pauken und Trompeten kommt 2013
50. Jahre und Zeiten
51. Kein Kreuz mit dem Kreuz
52. Uns reichte es immer
53. Von Liegen und Lage
54. Wenn du denkst du denkst
55. Von Vorzeiten
56. 85. Geburtstag
57. Refo oder Revu im Himmel
58. Was kunft noch zu?
59. Ein alter Mann
60. Eine Sicht aus Lehrjahre der Zeiten
61.
Vom Aushalten der Zeit



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Biografien

Christian Friese aus Kanada spendete eine Orgelpfeife

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 30. Dezember 2010 13:53






English

Christian Friese aus Calgary in Kanada spendete die Orgelpfeife Nr. 3  (100,00 €) für die neue Schuke-Orgel der Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Christian Friese ist mit seinem Bruder Bernhard als Kind in Rathenow aufgewachsen. Dem Vater gehörte die Geflügelfarm in der Rhinower Landstrasse. Die Familie floh vor der kommunistischen Verfolgung nach Westdeutschland und emigrierte später nach Südafrika, wo die beiden Jungen ihre Jugend erlebten und ihre Berufe erlernten. Christian Friese studierte in Südafrika Philosophie, arbeitete aber später als Rattan-Möbelhersteller. Christian Friese ging aus Furcht vor Unruhen vor dem Ende der Apartheid mit seiner  Familie  nach Calgary in Kanada, wo er gute Geschäfte als Polstermöbel-Ausstatter von Restaurants  und Hotels für die Olympischen Spiele machte. Heute lebt er auf Vancouver-Island.


Familie Stiles aus Kanada spendete Orgelpfeife

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 30. Dezember 2010 13:46


English

 

 

Prof. Dr. Michael Stiles und seine Frau Shirley
vor dem Antikhotel in Semlin

Der Professor für Mikrobiologie an Universität von Edmonton in Kanada, Michael Stiles und seine Frau Shirley, wohnten 2002 im Antikhotel, The Cottage, in Semlin, als sie zu einem Enterokokkenkongress in Berlin waren. Natürlich ließen sie es sich nicht nehmen, die Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow zu besichtigen. Ich führte sie durch die Kirche und erläuterte ihnen den Wiederaufbau des Gotteshauses. Anschließend fand eine Fahrt durch das Havelland statt, wo Stölln, Ribbeck und natürlich Potsdam mit den Schlössern Sanssouci und Cecilienhof nicht fehlen durften. Da ihnen alles ausnehmend gut gefiel, erbaten sie eine zusätzlich Spaziergang durch Berlin. Am meisten beeindruckt waren beide vom Berliner Dom und vom Pergamonmuseum.  Professor Michael Stiles und seine Frau Shirley, spendeten  am 14. Juni 2002   die Orgelpfeife Nr. 1 (100,00 €)  für die neue Schuke-Orgel. Der Förderkreis dankt dem Ehepaar aus Kanada herzliche für die Spende.

Dr. Heinz-Walter Knackmuß


Biografie von Erika Guthjahr

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 30. Dezember 2010 11:26

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Biografie der Ehrenbürgerin der Stadt Rathenow Erika Guthjahr

Erika Guthjahr, geborenen Pelzer, wurde am Montag, den 12. September 1916, in Rathenow geboren. Es war kurz vor Mitternacht, wie ihre etwas abergläubische Mutter berichtete und dass sie Furcht hatte, ihr Kind könnte am 13. September geboren werden. Die Konstellation der Gestirne war wohl aber doch günstig. Schon seit der frühesten Kindheit war das Zeichnen ihre Leidenschaft. Alles Papier wurde bemalt und wenn kein Papier da war, musste der Sand herhalten. Schon damals malte sie Sonnenblumen, die sie das ganze Leben als künstlerische Aufgabe begleitet haben. Von 1923 -1935 besuchte sie das Viktoria-Luise-Lyzeum in Rathenow. Nach der Schule begann sie eine optische Lehre als Industriekaufmann bei Stegmann und Seeger. Nach dem Lehrabschluss arbeitete sie in der Firma Nitsche und Günther in der Kanzlei, im Versand und im Werbebüro. Besonders freute sie sich über die Geburt ihres Sohnes Udo im Jahr 1944, der leider viel Unrecht durch den DDR-Staat erfahren musste und viel zu früh gestorben ist. Als dann im Jahre 1947 ihre Tochter Ulrike-Marie geboren wurde, hatte sich ihr Leben auch in dieser Hinsicht erfüllt. Ihre Tochter musste ebenfalls durch den DDR-Staat schlimmste Erfahrungen machen. Erika Guthjahr liebte ihre vier Enkelsöhne über alles und hatte durch besondere Umstände ein sehr inniges Verhältnis zu ihrem Enkel Sebastian. 1946 besuchte sie ein Jahr lang die Wredowsche Zeichenschule in Brandenburg.

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Wredowsche Zeichenschule in Brandenburg an der Havel

1948 wurden die pädagogischen Kenntnisse am Lehrerbildungsinstitut in Ludwigsfelde erweitert und sie übernahm ab 1949 -1977 die Aufgaben als Kunsterzieherin und Deutschlehrerin an der Bruno-H.-Bürgel-Schule in Rathenow. Viele Generationen von Schülern sind durch ihre Hände gegangen. Als Kunsterzieherin an den Schulen hatte sie ihr ganzes Berufsleben über Arbeitsgemeinschaften für Kunsterziehung ehrenamtlich betreut. Sie bedauerte sehr, dass diese Form der musischen Erziehung heute kaum noch an den Schulen gepflegt wird. Von 1977 - 1991 war sie Dozentin an der Volkshochschule in Rathenow für künstlerisches Gestalten. Ausstellungen ihrer Schüler an der Volkshochschule wurden alle zwei Jahre im Rathenower Kulturhaus präsentiert. Seit 1995 gab sie Malkurse in der Diakonie in Rathenow. Zahlreiche Ausstellungen in Rathenow und im Land Brandenburg und in Prag machten sie auch als Künstlerin bekannt. Die erste Ausstellung war vom 30. November bis 10. Dezember 1946 in Rathenow, in der ehemaligen Hagenschule (jetzige Feuerwehr). Diese Ausstellung zeigte Sonnenblumen, die Landschaft um den Wolzensee und Märchenbilder, wobei sie besonders am Bild "Der kleine Häwelmann" hing, dass aber verloren gegangen ist. Es folgten unzählige Ausstellungen im Rathenower Kulturhaus, in der Musikschule in Rathenow, in der Volksbank Nennhausen und natürlich im Chorraum der Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Malen und Zeichnen war ihr Hobby bis ins hohe Alter. Alle Berichte des Gesundheitsamtes tragen seit 1990 als Logo unter anderem die Zeichnung einer mächtigen Kiefer vor Semlin von Erika Guthjahr. Sie fand es wichtig, auch im Alter noch Aufgaben zu haben. So bliebe man geistig fit, meinte sie. Sie war nicht der Mensch, der nur vor dem Fernseher sitzen konnte. So schrieb sie jede Woche ein Artikel mit heimatkundlichem Inhalt für das Brandenburger Wochenblatt. Sie konnte auch sehr schelmisch sein und herzlich lachen und schrieb lustige Briefe. Seit 1954 betrieb Erika Guthjahr die Wetterbeobachtungsstation Nr. 120413800, zuerst für das Wetteramt in Potsdam und später für den Deutschen Wetterdienst in Offenbach mit phänologischen Beobachtungen (verschiedenen Wachstumsphasen der Pflanzen). Seit 1971 gab sie jedes Jahr einen Bilderkalender mit heimatlichen Motiven heraus. Als der Ehemann Dr. Rudolf Guthjahr 1988 starb, setzte sie die Tradition der Artikelserie in der Volksstimme, die ihr Mann seit Erscheinen der Zeitung begründet hatte, fort. Erika Guthjahr war auch immer an heimatkundlichen Themen interessiert. Es sind "Sagen und Geschichten aus dem Havelland" (1991),
"Alte Rathenower Bauten" (1992), "Havelländischer Jahreslauf" (1994) und
"Altes Handwerk im Havelland" (1999) erschienen.
1996 zum 80. Geburtstag wurde sie Ehrenbürgerin der Stadt Rathenow. Sie war seit 1996 aktives Gründungsmitglied des Förderkreises zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. und hat sich besondere Verdienste bei der Organisation der zahlreichen Ausstellungen in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche erworben, die dazu beigetragen haben, dass die Kirche der kulturelle Mittelpunkt der Stadt wurde. Als Mitglied im Kuratorium des Förderkreises hat sie viele Anregungen für die Arbeit und die Ausstrahlung des Förderkreises gegeben. Mit der Idee Spenden für den Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche statt Geschenke zu ihrem 80. Geburtstag zu erbitten, hat sie vielen ein Vorbild gegeben. Anfragen aus verschiedenen heimatkundlichen Gebieten gingen so zahlreich bei ihr ein, dass es ihr schwer fiel, alle zu beantworten. Erika Guthjahr starb am 23. Februar 2005 an den Folgen eines Schlaganfalls im Alter von 88 Jahren.

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Grabstein von Erika Guthjahr
auf dem Weinbergfriedhof in Rathenow

 

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Erika Guthjahr in jungen Jahren –

ihre Zeichnungen und Bilder

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Kirchgang Bismarckturm Gerberhaus –Baderstrasse

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Kelter auf dem Weinberg Lungenheilstätte

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Hinter dem Jederitzer Tor Luisenhöhe

© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß

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Biografien

Webseite wieder in Betrieb

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 17. Dezember 2010 06:16


Am 17.12.2010 wurde die Webseite des Förderkreises zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow  e. V.  in aktualisierter Form wieder in Betrieb genommen.

Technische Einrichtung : Matthias Fischer, Rathenow
Inhaltliche Gestaltung:  Dr. Heinz-Walter Knackmuß
                                   Röntgenstr. 13
                                   14712 Rathenow
                                   Tel:03385-5200224

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Goldene Hochzeit von Ingeborg und Karl-Heinz-Wille

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 27. November 2010 08:57


Ingeborg und Karl-Heinz Wille aus Rathenow feierten am 27.11.2010 in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche das seltene Fest ihrer Goldenen Hochzeit. Superintendent a.D. Eberhard Gutjahr aus Berlin-Neukölln, ein Cousin des Jubelpaares, wies in seiner Predigt auf die Höhen und Tiefen des gemeinsamen Lebens hin und meinte, dass er vor 20 Jahren nicht daran geglaubt habe, als Westberliner einmal eine Goldene Hochzeit in der wieder aufgebauten Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow feiern zu können. Er segnete das Goldene Paar, das in der bitterkalten Kirche in warmen Festpelzen erschienen war und nur kurz zur Segnung die Mäntel ablegte. Ingeborg und Karl-Heinz Wille hatten ihre Gäste um eine Spende für den Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Chorraum gebeten. Am 16.12.2010 überreichte ihnen der Förderkreis die Urkunde über die gespendeten Säulensteine Nr. 817 – 837 und eine kleine Keramiktafel mit den Kreuzgewölben in der Kirche. Der Förderkreis bedankt sich bei dem Jubelpaar für die Spende und wünscht beiden noch recht viele schöne gemeinsame Jahre.

© Dr. Heinz-Walter Knackmuß


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