Diamantene Hochzeit von Erna und Heinz Schaefer

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 10. Januar 2011 06:25


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Medizinalrat Dr. Heinz Schaefer und seine Frau Erna feierten am 22.10.2009 in der Lutherkirche in Rathenow das seltene Jubiläum der Diamantenen Hochzeit (60 Jahre). Pfarrer Andreas Buchholz predigte über das Pauluswort „Glaube, Liebe, Hoffnung, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen“ und stellte das ganze Leben des Ehepaares Schaefer unter diese Motto. Er berichtete von der schweren Nachkriegszeit 1949, wo sich das Ehepaar zur Hochzeit vier Hühner und das Futter für ein Jahr von den bäuerlichen Verwandtschaft wünschte, von der Tuberkuloseerkrankung, von der Dr. Heinz Schaefer selbst betroffen war und von der liebevollen Zusammenarbeit mit seiner Frau in Carolagrün, wo die Tuberkulosekranken einen langwierigem Heilungsprozess entgegensahen. Die Leitung der Tbc-Heilstätte als Chefarzt war verantwortungsvoll und arbeitsreich, aber auch von vielen dankbaren Patienten geprägt. Als er 1961 nach Rathenow kam, wo er als Chefarzt der Zentral-Röntgenabteilung des Paracelsus-Krankenhauses tätig war, konnte die Familie dem Segeln auf dem Semliner See nachgehen, denn das war das liebste Hobby in der kargen Freizeit. Aber auch nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben leitete Dr. Heinz Schaefer mit Umsicht und Engagement ab 1990 die Seniorenunion. Wie echte Diamanten haben beide viel Druck aushalten müssen und das Leben hat sie wohl auch etwas abgeschliffen, aber alle wirkliche Liebe ist göttlich und so segnete Pfarrer Andreas Buchholz das diamantene Paar noch einmal ein und dankte, dass sie statt Blumen und Geschenke wieder für den Aufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche um Spenden gebeten hatten. Dabei kamen 460,50 € zusammen, die das Jubelpaar Schaefer auf 700,00 € aufstockte. Der Förderkreis bedankte sich bei dem Diamantenen Paar und überreichte ihnen den Stifterbrief in Bronze Nr. 26 (500,00 €) und die Stifterurkunde über zwei Orgelpfeifen à 100,00 € (Nr.83 und 84).

Biografie von Christa Hildebrand

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 10. Januar 2011 06:03


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Christa Hildebrand, geborene Redegeld, wurde am 08.08.1949 in Rathenow geboren. Ihr Vater Friedrich Redegeld war Malermeister und ihre Mutter Ella Gertrud Liesbeth Redegeld, geborene Röhl, arbeitete in der optischen Industrie in Rathenow. Christa Hildebrand wurde am 27.11.1949 in der Lutherkirche von Superintendent Georg Heimerdinger getauft. Sie wuchs mit ihrem am 23.09.1938 geborenen Bruder Fritz Günther Redegeld in Rathenow auf und wurde  1956 in der Neuen Schule in Rathenow eingeschult. Hier durchlief sie die erste und zweite Klasse und kam dann zur Geschwister-Scholl-Schule, wo sie die 3.-10.Klasse in einer R-Klasse absolvierte. R-Klassen hatten speziell Russisch ab der dritten Klasse und sollten so sprachbegabten Kindern einen frühen Einstieg in eine Fremdsprache ermöglichen. Nach der 10. Klasse ging ging sie zur Pädagogischen Hochschule " Karl Friedrich Wilhelm Wander" in Dresden und holte hier 1966 ihr Abitur nach und studierte dann dort weiter bis 1972 Mathematik und Physik und nahm 1972 eine Tätigkeit als Diplom-Fachlehrer für Mathematik und Physik an der Geschwister-Scholl-Schule in Rathenow auf. Hier arbeitete als engagierte Lehrerin bis 1990. Von 1990 - 1992 war sie Personalleiterin des Staatlichen Schulamtes des Kreises Rathenow und übernahm ab 1992 die Funktion einer Schulrätin für weiterführende Schulen (Gesamtschulen, Realschulen und Gymnasien).
Am 13.09.1968 heiratete sie in Dresden den Kraftwerksingenieur Rüdiger Hildebrand. Dem Ehepaar wuden die Kinder Susanne am 24.03.1969 und Karl Ulrich am 09.02.1972 geboren. Christa Hildebrand trat am 07.11.1996 dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. bei, weil sie mithelfen wollte, das schwer zerstörte Wahrzeichen ihrer Heimatstadt wieder aufzubauen. Zu ihrem 60. Geburtstag im Jahr 2009 bat sie ihre Gratulanten statt Blumen und Geschenke um ein Spende für den Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Dabei kamen 700,00 Euro zusammen. Der Förderkreis bedankte sich bei Frau Christa Hildebrand und überreichte ihr die Stifterurkunde Nr. 23 in Bronze (500,00 €) und zwei Bausteinurkunden (Nr. 62-63). In ihrer Freizeit malt sie gern. In einer Ausstellung 2013 in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche wurden zwei Bilder von ihr gezeigt.

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Nr. 33 Christa Hildebrand: Das Brötchen


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Nr. 35 Christa Hildebrand: Stillleben mit Ölkanne


© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß (01.04.2013)

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Biografien

Biografie of Jörg Anke

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 10. Januar 2011 04:53


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 Jörg Anke and his wife Brigitte

Jörg Kurt Anke was born on October 27,1944 in Rathenow. His father Kurt Heinz Anke was a commercial employee and his mother Liesbeth Anna Gertrud Anke,née Thiele, was a commercial employee as well. As his father ran the National Insurance in Groß-Behnitz; the family lived there from 1946 to 1949. The family moved back to Rathenow in 1949; at first they lived at Philipp-Müller- Street 3 ( today's Ferdinand- Lassalle-Street ) and later at Duncker square 16.

From 1951 to 1959 Jörg Anke attended the Sibling-Scholl-Primary School up to the 8th form. In 1959 he was confirmed by Superintendent Georg Heimerdinger in the Sankt- Marien- Andreas Church in Rathenow. From 1959 to 1963 he attended the grammer school " Karl Marx" in Rathenow where he took his A levels in 1963. From 1963 to 1964 he successfully completed his training as a bricklayer and moved to Berlin in 1964. >From 1964 to 1967 he studied at the College for the Construction Industry in Berlin where he received the final qualification as a graduate engineer.

On October 28, 1967 he married Brigitte Rink in Berlin.

From 1967 to 1971 he worked as a constructor in an engineering group of a property company building houses.

In 1969 his son,Sirko, was born.

From1971 to 1974 Jörg Anke worked as a building site manager of an investment firm and as an engineer for drawing up plans for constructions at the Secura Works Berlin.From 1975 to 1977 he took on the works as a structural engineer of drawing up office of a food concern and combine Narva Berlin.

From 1978 to 1981 Jörg Anke worked as an engineer of properties with the key account in the construction of transportation facilities in Berlin, and from 1981 to 1984 he worked as a leading building manager and as a head of the Department of the Local Administration of the local housing industry in Berlin-Marzahn. >From 1984 to 1990 Jörg Anke was an engineer of properties and department head with the key account in the constuction facilities in Berlin, and in 1991 he worked as an engineer for drawing up the construction plans in the architect's office of Dr Krüger. Since 1992 Jörg Anke has worked freelance and has run his own engineering office.

His hobbies are gardening, travelling and his family as well as doing construction work at home. His two grandchildren make him and his wife happy.

On March 3, 2004 he joined the support group to rebuild Sankt-Marien- Andreas- Church in Rathenow.

© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß

Translation by Christine Holweger

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Biografie von Jörg Anke

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 10. Januar 2011 04:40

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Brigitte und Jörg Anke

Englisch

Jörg Anke wurde am 27.10.1944 in Rathenow geboren. Sein Vater Kurt Heinz Anke war kaufmännischer Angestellter und seine Mutter Liesbeth Anna Gertrud Anke, geborene Thiele war ebenfalls kaufmännische Angestellte. Da der Vater die Sozialversicherung in Groß-Behnitz leitete, wohnte die Familie von 1946 –1949 in Groß-Behnitz. Ab 1949 wohnte die Familie wieder in Rathenow, zuerst in der Philipp-Müller-Str. 3 (heute Ferdinand-Lassalle-Str.3) und später am Dunckerplatz 16. Von 1951 –1959 ging Jörg Anke bis zur 8. Klasse  in die Geschwister-Scholl-Schule in Rathenow zur Grundschule. 1959 wurde er von Superintendent Heimerdinger in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche konfirmiert. Von 1959 – 1963 besuchte der die Erweiterte Karl-Marx-Oberschule in Rathenow und legte 1963 das Abitur ab.

 

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Lehrerkollegium der Erweiterten Oberschule “Karl Marx” 1963 in Rathenow
(von links 1. Reihe  von unten: Eva Horn, Hans-Joachim Mahnkopf, Schulsekretärin Lieselotte Knütter, Heinz Mede, Renate Schirrholz, Direktor Dr. Heinz Schirrholz, Kurt Balzer, Karl Just, Käte Engel
2. Reihe von unten: Horst Horn, Hausmeisterin Elisabeth Steffen, Fritz Lorenz, Horst Lichtenberg, Eberhard Benndorf, Doris Rösicke, Edelgard Moritz
3. Reihe von unten: Hausmeister Willi Steffen, Dr. Ernst Steingräber, Rosemarie Muchin, Hermann Tressel,Käte Seeger, Lothar Seeger

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Abiturklasse 12 A Jahrgang 1963
1. Reihe von unten von links: Klassenlehrer Eberhard Benndorf, Christine Nagel, Manuela Wilma, Waltraud Fehmann, Jutta Liesicke, Elke Peters, Renate Sandberg, Karin Block
2. Reihe von unten von links: Wolf-Dieter Berger, Brigitte Fleischhauer, Mareile Kurzinsky, Elke Müller, Dietrich Theden
3. Reihe von unten von links: Jörg Anke, Heinz-Walter Knackmuß, Günter Kretzschmar, Hans-Jürgen Krause

1964 - 1967 studierte Jörg Anke an der Ingenieurschule frü Bauwesen in Berlin und erhielt den Abschluss als Diplom-Ingenieur. 1967 heiratete er Brigitte Rink und arbeitte seit diesem Jahr als Konstrukteur im Ingenieurbüro des Wohnungsbaukombinates Berlin. 1969 wurde dem Ehepaarder Sohn Sirko geboren. Von 1071 -1974 arbeitete Jörg Anke als investbauleiter und Projektierungsingenieur in den Secura-Werken Berlin und von 1975 -1977 als Statiker im Projektierungsbüro der Nahrungsgüterwirtschaft Berlin und des Kombinates NARVA-Berlin. Von 1977 -1978 absolviert Jörg Anke ein Fernstudieum an der inenieurhochschule für Bauwesen Berlin mit dem 'Abschluss als Fachingenieur für Gebäudeerhaltung. Von 1978 -1981 war er als Objektingenieur beim Hauptauftraggeber Verkehrsbau Berlin beschäftigt und von 1981 -1984 Oberbauleiter und Abteilungsleiter in der kommunalen Wohnungsverwaltung Berlin-Marzahn. Von 1984 -1990 war er Objektingenieur und Komplexleiter beim Hauptauftraggeber Verkehrsbau Berlin und 1991 als Projektierungsingenieur im Architektenbüro Dr. Krüger. Seit 1992 arbeitet er freiberuflich im eignen Ingenieurbüro.Am 21.10.2012 besuchte  Jörg Anke mit seiner Frau Brigitte seine Heimatstadt Rathenow, um abends in das Konzert mit Kammersänger Jochen Kowalski im Rathenower Theater zu sein.

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Brigitte und Jörg Anke auf dem Märkischen Platz in Rathenow
21.10.2012

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Brigitte und Jörg Anke im Theatersaal des Kulturzentrums in Rathenow
21.10.2012

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Kammersänger Jochen Kowalski mit dem Salonorchester
Unter´n Linden der Staatsoper Berlin im Kulturzentrum in
Rathenow 21.10.2012

Nach einer schweren Krebserkrankung, die sie in großer Geduld jehrelang ertragen hat, starb Brigitte Anke am 22.04.2017 an ihrem Leiden. Sie war der Mittelpunkt der Familie und die ehemalige Abiturklasse hatte sie auch ins Herz geschlossen, denn bei den jährlichen Klassenfahrten hatten sie alle als fröhliche engagierte Frau kennengelernt.

© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß18.07.2017

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Biografien

Biografie von Gertrud Scheele

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 10. Januar 2011 04:31

imageGertrud Scheele, geborene Krajewski, wurde am 31.10.1924 in Wiesbaden geboren.  Sie ist am 11.11.1924 noch  in einer kleinen Kapelle im Krankenhaus in Wiesbaden  getauft worden. Ihr Vater, Dr. phil. Achilles Bruno Gustav Krajewski, war Chemiker und arbeitete bei IG Farben in Ludwigshafen und später in Wolfen und Leuna. Die Mutter, Johanna Erna Hildegard Hedwig Krajewski, geborene Meese, war chemisch-technische Assistentin. Sie wuchs mit zwei jüngeren Brüdern Gerhard, geboren am 26.01.1927 und Thomas, geboren am 17.09.1942 auf und obwohl Thomas 18 Jahre jünger war, hatte sie immer ein sehr inniges Verhältnis zu ihm. Gertrud Scheele besuchte ab 1931 für vier Jahre die Grundschule in Leuna und kam 1935 auf das Oberlyzeum nach Merseburg, wo sie 1943 das Abitur ablegte. 1940 wurde sie in Leuna konfirmiert. Ihr Konfirmationsspruch lautete: " Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade " (Hebräer 13,9). Nach dem Abitur musste sie ein Jahr zum Arbeitsdienst nach Sitzenroda bei Torgau. Von 1944 - 1946 absolvierte Gertrud Scheele eine Lehre als Apothekenpraktikantin in der Friedrichs-Apotheke in Weißenfels. 1946 -1947 arbeitete sie je sechs Monate in einer Apotheke in Bad Dürrenberg und in Halle an der Saale. Dann bewarb sie sich um ein Studienplatz für Pharmazie an der Martin-Luther-Universität in Halle und wurde von insgesamt 177 Bewerbern für fähig befunden, mit 14 anderen Kommilitonen von 1947 -1950 das Studium aufzunehmen. Während des Studiums lernte sie ihren späteren Ehemann Konrad Scheele kennen, der ebenfalls Pharmazie studierte. 1951 erhielt Gertrud Scheele die Approbation als Apothekerin und heiratete am 02.06.1951 in Leuna den Apotheker Konrad, Ernst Christfried Scheele. Ihr  Trauspruch lautete: " Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein" (Mose12,2). Der Familienspruch der Scheeles hieß:" Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit" (Hebräer 12,8). Der Vater, der Großvater und der Urgroßvater des Ehemanns waren Pastoren und stammtean aus Dahme/Mark. Das Ehepaar Scheele arbeitete nun von 1951- 1952 in der Engel-Apotheke in Halle an der Saale zusammen. Am 04.07.1952 zog das Ehepaar Scheele nach Milow, das damals noch zum Kreis Jerichow II mit der Kreisstadt Genthin gehörte. Konrad Scheele leitete die Apotheke  und Gertrud Scheele arbeitete sowohl in der Milower Apotheke als auch tageweise in der Einhorn-Apotheke in Genthin. Am 17.04.1953 wurden der Sohn Walter und am 27.04.1955 die Tochter Christiane geboren. Milow gehörte durch eine Gebietsreform im Jahr 1952 zum Kreis Rathenow und seit 1956 bekleidete Konrad Scheele das Amt des Kreisapothekers für die Apotheken des Kreises Rathenow. Mit dem Neubau der Neustadt-Apotheke in Rathenow zog die Familie am 18.09.1957 nach Rathenow um, wo Konrad Scheele neben der Kreisapothekerfunktion auch die Neustadt-Apotheke leitete. Für die Kinder boten sich in Rathenow auch bessere Schulmöglichkeiten. Gertrud Scheele arbeitete in der Neustadt-Apotheke mit und setzte nur nach der Geburt ihres Sohnes Andreas am 06.08.1962 für drei Jahre zur Erziehung der Kinder mit ihrer Tätigkeit als Apothekerin aus. Nach dem Tode ihres Mannes am 30.09.1980 übernahm Werner Galys die Apotheke und Gertrud Scheele wurde stellvertretende Leiterin der Neustadt-Apotheke bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Berufsleben im Juli 1989. Ganz gab sie die Tätigkeit als Apothekerin aber auch im Rentenalter nicht auf. 1990 arbeitete sie als Apothekerin im Gesundheitsamt des Kreises Rathenow  und baute in Honorartätigkeit die Aufsicht über die Rezeptabgabe der Suchtmittel  und die Aufsicht über frei verkäufliche Arzneimittel in den Drogerien und im Lebensmittelhandel auf. Nach einem Jahr zog sie sich dann gänzlich vom Erwerbsleben zurück. Gertrud Scheele hat als Kind Klavierunterricht erhalten und singt gern. Lange Jahre war sie Mitglied des Chors der Sankt-Marien-Andreas-Kantorei in Rathenow. Sie liest gern, vor allen Dingen geschichtliche Sachen und ist den schönen Künsten zugewandt. Sie wandert, geht zur Gymnastik und betreibt Qui-Gong und hält sich damit fit. Ihre sechs Enkelkinder liebt sie innig und hat gute Kontakte zu vielen Menschen in Rathenow. Ihr jüngster Sohn Andreas ist in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche konfirmiert worden. Rathenow ist ihr doch ein Stück Heimat geworden und deshalb trat sie am 21.01.1997  dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e. V. bei.

imageGertrud Scheele am 90. Geburtstag

Am 31.10.2014 feierte Gertrud Scheele bei guter Gesundheit ihren 90. Geburtstag in Rathenow und der Chor der Sankt-Marien-Andreas-Kirche brachte ihr ein kleines Ständchen, denn sie war viele Jahre aktives Mitglied in der Sankt-Marien-Andreas-Kantorei. Nach einer schweren Krankheit nahm sie Gott der Herr, gelobt sei sein Name, am 11.04.2017 zu sich.


Dr. Heinz-Walter Knackmuß

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Biografien

Biografie von Viola Knackmuß

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 10. Januar 2011 04:28

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Viola, Sylvia Knackmuß, geborene Kempf, wurde am 07.08.1955 in Rathenow geboren. Sie wurde am 01.04.1956 in der Evangelischen Kirche in Premnitz von Pfarrer Paulick getauft. ihre Taufpaten waren Fritz Giese und Walter Rau.


Taufurkunde

Ihre Mutter Marianne, Ursula, Hanni Kempf, geborene Schmidt, arbeitete im VEB (Volkseigener Betrieb) Chemiefaserwerk "Friedrich-Engels" in Premnitz und ihr Vater Kurt, Karl, Ernst Kempf war von Beruf Schornsteinfeger, arbeitete aber als Arbeitskontrolleur  im VEB (Volkseigener Betrieb) Chemiefaserwerk "Friedrich-Engels" in Premnitz. Sie wurde in der Evangelischen Kirche in Premnitz getauft. Viola wuchs mit drei Brüdern in Premnitz auf.

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Sie besuchte die Tagesheimschule und die Dachsbergoberschule in Premnitz (1.-10.Klasse). 

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Viola bei der Einschulung

Nach der Schule begann sie eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester im Paracelsus-Krankenhaus Rathenow. Nach dem Examen arbeitete sie zunächst auf der Kinderstation des Paracelsus-Krankenhauses in Rathenow. Berufsbegleitend absolvierte sie die Zusatzausbildung zur Fachkinderkrankenschwester, die sie 1986 erfolgreich abschloss.

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Viola als junges Mädchen

1986 ging sie zur Mütterberatung der Vereinigten Gesundheitseinrichtungen des Kreises Rathenow. 1990 wurde sie in das Gesundheitsamt des Landkreises Rathenow übernommen und arbeitete  im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst des Landkreises Rathenow und ab 1994 nach der Kreisgebietsreform des Landkreises Havelland. 2008 nahm sie eine Tätigkeit als Krankenschwester im amtsärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes des Landkreises Havelland auf. Am 02.09.1981 wurde ihre Tochter Anika Kempf geboren. Sie las ihr jeden Abend ein Märchen vor.

 

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Viola bei der Einschulung ihrer Tochter Anika

Nach dem Abitur  absolvierte die Tochter ein freiwilliges soziales Jahr in den Behinderteneinrichtungen in Schollene. Auf dem Weg nach Haus  verunglückte sie bei einen Autounfall am 18.01.2002 tödlich.

Am 01.08.2003 heiratete Viola Knackmuß in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche den Amtsarzt Dr. Heinz-Walter Knackmuß.

Trauung-01-08-2003Trauung in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche am 01.08.2003

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Ihre Hobbys sind Gartenarbeit und Reisen. Am 21.10.2002 trat sie dem Förderkreis bei, weil sie am Wiederaufbau der Kirche ihrer Geburtsstadt mithelfen wollte. Für das marode Dach der Kirche hat sie sich besonders engagiert und spendete die Dachsteine Nr.1000, 2000, 3000, 4000 und 5000. Ebenso engagierte sie sich für den Wiederaufbau der  Kreuzgewölbe im Chorraum und den dazugehörigen sechs Säulen und spendete den Säulenstein Nr. 1000.

 

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Viola Knackmuß
Röntgenstraße 13
in Rathenow

 

Am  traf sie bei einem Faschingskonzert am 11.02.2012 in Madlitz mit Kammersänger Jochen Kowalski zusammen.

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Viola Knackmuß  mit Kammersänger Jochen Kowalski
11.02.2012

Am 21.10.2012 traf sie am Rande eines Konzertes im Theatersaal in Rathenow den Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg a. D. Dr. Manfred Stolpe.

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Viola Knackmuß und Dr. Stolpe
21.10.2012

Vom 29.11.-12.12.2015 war Viola in Marienbad zur Kur und besuchte am 05.12.2015 den Weihnachtsmarkt in Prag.

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Seit 2012 vermietet sie in der Röntgenstr.13 in  14712 Rathenow, Tel:03385-5200224 eine kleine sehr schöne Ferienwohnung mit 5 Betten in zwei Zweibettzimmern und einem Einbettzimmer. www.fewo-rathenow.eu

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Rundgang-2 Video

 

60. Geburtstag

Am 07.08.2015 wurde Viola Knackmuß 60 Jahre alt und hatte für Samstag, den 08.08.2015, Gäste zu einer Dampferfahrt mit dem Motorschiff Sonnenschein auf der Havel eingeladen. Es war herrliches Sommerwetter und die Fahrt führte von Rathenow bis Ferchesar und zurück. An Bord gab es einen Brunch und viel unterhaltsame Einlagen. Die musikalische Umrahmung des runden Geburtstages hatte Gert Bergow übernommen. Viola Knackmuß spendete zu ihrem 60. Geburtstag die Säulensteine Nr. 9392 –9403 (60,00 €) zum Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Chorraum der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow. Der Förderkreis bedankt sich für die Spende und wünscht der Jubilarin Gottes Segen, Glück und Gesundheit für das nächste Jahrzehnt.

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Viola Knackmuß

Impressionen vom 08.08.2015 auf der Havel

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Marianne Kempf

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Manfred Kempf                            Sarina Kempf        

 

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Dorothea Langner             Manfred Langner

 

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Detlef Schwieger und Ruth Schwieger

 

 

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Christlinde Richter                Luise Freitag  

 

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Gerhold Radziewitz                                               Irene Prüß

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Helmut Torno                           Erika Kamp

 

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Jürgen Guthan                  Rosemarie Uhlich   

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          Ingrid Mewes                              Petra Gordner

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Karl-Heinz Wille  und Petra Stegemann

 

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Joachim Kurth         Astrid Kurth

 

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Dieter Missmann und Dr. Rüdiger Croux

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Heidi Croux und Dagmar Missmann

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Sigrid Wichmann und Jörg Schütz

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Hans-Jürgen Schulze und Edeltraud Schulze

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Ingo Rempke und Gert Bergow

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Sabine Just und Adelheid Rempke

 Eine Kur in Marienbad (19.02.2017 - 01.03.2017)

Nachdem Viola´s Mutter, Marianne Kempf, am 31.01.2017 gestorben war, gin es Viola nicht so gut und sie fuhr mit ihrem Mann nach Marienbad. Als sie dort ankamen, war noch viel Schnee, aber der warme Frühlingsregen leckte bald alles weg. Das Hotel "Pazifik" war leider ausgebucht und so wohnten die Kanckmussens im "Reitenberger", das fest in deutscher Hand ist, denn die Touristenbusse kommen dort Tag und Nacht an und bringen ganz viel alte Leute aus Deutschland. So fühlten sich die beiden Alten dort auch gut angenommen.


Viola im Speisesaal des Pazifik

Neben den Kuranwendungen haben sie natürlich auch das kulturelle Angebot wahrgenommen und waren zweimal zum Operettenabend und einmal im Sinfoniekonzert mit der Italienischen Sinfonie von Felix Medelssohn-Bartholdy im Casino.


Das Casino

Das Wassertrinken gehört immer dazu. Man schüttet die Rudolfsquelle oben rein und nach zehn Minuten läuft sie unten wiider raus. Man braucht also immer eine Toilette in der Nähe. in den letzten Februartagen wurde es so schön, dass die Menschen in den Cafés schon draußen saßen und man konnte schon Kutschfahrten unternehmen.


Kutschfahrt-Video


Der Kutscher  in altmodischer Kutschertracht hat immer erklärt, was es zu sehen gab. Er konnte ja nicht wissen, dass wir seit 20 Jahren Jahr für Jahr in Marienbad sind und alles kennen. Er hat eben gedacht, wir wären Touristen.



Hotel Olympia


Im Hotel Olympia haben meine Cousine Bärbel Ramner und ihr Mann Peter aus dem Taunus mal zusammen mit uns gekurt. Das war auch schön. Die Massagen helfen, alles zu lockern und das Mineralbad soll die Nieren und das Herz stärken.

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Es war gut, dass wirda waren. Nun geht es mit neuen kräften in Rathenow weiter. Bist Du des lebens nicht mehr froh, so komm geschwind nach Rathenow.
(©  28.08.2017 Dr. Heinz-Walter Knackmß)










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Biografien

Biografie von Ursula Beer

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 10. Januar 2011 04:22

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Ursula Beer, geborenen Noetzel, wurde am 06.08.1927 in Woitekaten, Kreis Pillkallen, in Ostpreußen geboren. Ihr Vater Otto Noetzel, war Bauunternehmer. Ihre Mutter, Anna, Maria Noetzel, geborenen Siemokat, war Hausfrau und stammte aus dem Memelland. Ihre vier Geschwister Kurt, Berta, Lieselotte und Erika verstarben im frühen Kindesalter. Ursula Beer besuchte die Volksschule (1.-8.Klasse) in Tulpeningken. 1942 wurde sie in Lasdenen von Pfarrer Erich Sack konfirmiert. Pfarrer Erich Sack wurde im Konzentrationslager (KZ), einem der vielen Vernichtungslager der Nazis, ermordet, weil er sich gegen die Judenverfolgung eingesetzt hatte. Ursula Beer besuchte ab 1943 die Aufbauschule in Ragnit, erkrankte aber in dieser Zeit schwer an eine Infektionskrankheit, sodass sie nicht mehr laufen konnte.



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Pilkallen östlich von Königsberg gelegen war die Kreisstadt

Die Eltern von Ursula Beer sind beide auf der Flucht ums Leben gekommen. Der Vater wurde 1945 auf dem Treck von sowjetischen Beschuss getroffen und verblutete, die Mutter kam 1947 in einem Lager bei Gumbinnen ums Leben. Sie war sehr krank und arbeitsunfähig; es gab kaum etwas zu essen, sodass sie den Freitod  wählte. Mit einem der letzten Züge wurde Ursula Beer evakuiert und kam nach Stollberg im Erzgebirge, wo sie ein Hals-, Nasen- und Ohrenarzt heilte. Sie lebte dort in einem Lager und besuchte die Oberschule in Stollberg. Sie wurde dann von einer Beamtenfamilie aufgenommen und wohnte auf dem Wischberg Schloß Hoheneck, wo sich ein Frauengefängnis befand. 1945 musste sie Stollberg verlassen und kam nach Mühlhausen in Thüringen, wo sie zunächst wieder in einem Lager wohnte, bis sie bei einer  Witwe eines Papierwarenhändlers als Pflegetochter aufgenommen wurde. Sie ging in Mühlhausen weiter zur Oberschule und legte dort 1948 ihr Abitur ab. Nach dem Abitur studierte sie Theologie in Jena und Leipzig. Nach dem Examen nahm sie am Sozialunterricht im Berliner Johannisstift in Spandau teil und  absolvierte dann ein halbes Jahr ein Lehrvikariat in Letschin im Oderbruch. Hier kam sie bald zu der Auffassung, dass der Beruf einer Pfarrerin doch nichts für wie war. Sie ging jedoch nochmals ein halbes Jahr lang zu einem  Lehrvikariat im Klosterstift zum Heilgengrabe bei der Äbtissin Ingeborg-Maria Freiin von Werthern. Hier erteilte sie Konfirmandenunterricht und leitete die Gottesdienste. Anschließend arbeitete sie  im Burghardthaus in Berlin und 10 Jahre lang als freie Mitarbeiterin bei der Evangelischen Verlagsanstalt Berlin (EVA-Berlin). Dann nahm sie die Arbeit im Kinderheim "Gottesschutz"  für schwer erziehbare Kinder in Erkner auf, wo sie sehr gut mit den Kindern zurecht kam. Es kam aber über ihre Erziehungsmethoden zu Auseinandersetzungen mit der leitenden Mitarbeiterin, sodass sie kurzerhand eine Arbeit bei der Post aufnahm und hier auch ihren Facharbeiter für Postverkehr ablegte. Sie arbeitete in Erkner acht Jahre lang bei der Post und fühlte sich dabei sehr wohl. Nebenher war sie immer freiberuflich in der Evangelischen Verlagsanstalt Berlin tätig. 1967 lernte sie Reinhold Beer aus Rathenow kennen und heirate ihn am 06.05.1967. Reinhold Beer war sehr krank und war nach dem frühen Tode seiner ersten Frau seelisch angeschlagen. Mit den zwei Söhnen von Reinhold Beer kam Ursula Beer sehr gut zurecht. Es war viel Arbeit im Haushalt und in der Familie, aber es waren auch sehr glückliche Jahre. Sie führte den Haushalt und kümmerte sich um die Familie und bewirtschaftete mit Leidenschaft einen kleinen Garten. Sie war als Lektorin in der Kirche tätig und nähte viel für die Kinder, denn Nähen, Sticken und Stricken war ihr zweites Hobby neben der Gartenarbeit. Mit ihrem Mann unternahm sie viele Reisen, die sie fast zu allen Kontinente dieser Erde führte. Als ihr Mann an Blutkrebs erkrankte pflegte sie ihn aufopferungsvoll bis zu seinem Tode am 25.06.2008. Sie wollte mithelfen am Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche ihrer neuen Heimatstadt. So spendete sie 250 DM (125,00 €) für die Kupferplatte Nr. 47 der Turmspitze im Jahr 1999 und trat  am 01.01.2009 dem Förderkreis bei.


© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß

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Biografien

Biografie von Renate Assmann

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 10. Januar 2011 04:01

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Renate Emma Linda Assmann, geborene Strehlow, wurde am 27.04.1940 in Rathenow geboren. Ihr Vater, Ernst Strehlow, war ein bekannter Kaufmann in Rathenow. Ihre Mutter, Gertrud Strehlow, geborene Blackstein, half dem Vater im Geschäft. 1946 wurde Renate Assmann in die Jahnschule in Rathenow eingeschult. Die neunte und zehnte Klasse absolvierte Renate Assmann in der Schule in Premnitz Süd.  Sie wuchs mit ihrem Bruder, Wolfgang Hans Strehlow, geboren am 27.07.1937, auf, der 1956 nach Westdeutschland ging, weil er in der DDR (Deutsche Demokratische Republik – ein kommunistischer deutscher Teilstaat nach dem Zweiten Weltkrieg) keinen Studienplatz bekam. Nach der Schule begann sie eine Lehre als medizinische Assistentin bei der Zahnärztin Dr. Rosemarie Quandt und wurde zahnärztliche Helferin. Nach der Ausbildung ging sie zur Jugendzahnklink und arbeitete dort als zahnärztliche Helferin. Am 19.03.1962 heiratete sie den Tierarzt, Dr. Günther Hermann Richard Assmann und arbeitete in der Tierarztpraxis mit. Als ihr Mann 1974 Kreistierarzt in Rathenow wurde, eröffnete sie einen Hundesalon und führte ihn bis 1981.  1981 begann Renate Assmann eine Tätigkeit als Sekretärin beim FDGB (Freien Deutschen Gewerkschaftsbund). Sie arbeitete für den Kulturbund Potsdam als Clubsekretärin, was ihr sehr gefiel und aus heutiger Sicht ihr Traumjob war, weil sie künstlerische Veranstaltungen planen und durchführen durfte und mit vielen Künstlern Kontakt hatte. 1990 erhielt sie eine ABM-Stelle (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme) im Kreiskulturhaus Rathenow. Der Kulturhausleiter, Dr. Kupper, kam aus Stuttgart und bezeichnete sie immer als “ den guten Geist des Hauses”. Nach dem Auslaufen der ABM, arbeitete sie in der Galerie am Märkischen Platz in Rathenow bis zu ihrem Rentenalter. Dem Ehepaar Assmann wurde am 16.05.1963 der Sohn Reimar geboren. Renate Assmann trat am 10.09.1999 dem Förderkreiszum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. bei, weil sie den Wiederaufbau des schwer zerstörten Gotteshauses unterstützen wollte. Sie beteiligt sich regelmäßig an der Aufsicht in der Kirche während der winterlichen Öffnungszeiten. Sie malt in ihrer Freizeit gern und interessiert sich für alles, was Kunst und Kultur betrifft. Sie besucht Ausstellungen, geht ins Theater und liest selbst gern.

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Biografien

Biografie von Joseph Hermann Tressel

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 10. Januar 2011 03:43

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Hermann Joseph Tressel wurde am 17.09.1932 in München geboren. Der Vater Franz Joseph Tressel war Maschineningenieur und stammte aus Lautrach bei Memmingen im Allgäu. Die Mutter, Maria Anna Theresia Tressel, geborene Pensberger, war Hausfrau und stammte aus Bad Tölz. Hermann Tressel wuchs mit seiner älteren Schwester Wilma auf, die die Eltern adoptiert hatten.

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Wappen der Familie Tressel
Intarsienarbeit in Holz von Hermann Tressel
im Haus der Familie in Rathenow

Der Vater wurde 1934 nach Rathenow in die Landmaschinenzentrale am Viertellandsweg versetzt. So kam die Familie nach Rathenow, was für die adoptierte Schwester gut war, da sie Halbjüdin war und dadurch der Verfolgung besser entzogen werden konnte. Seine Schwester Wilma ging aber 1939 wieder nach München zurück und starb 2006. Die Familie verlebte  bis zum Ende des zweiten Weltkrieges jeden Urlaub in Bayern, um Verwandte und Bekannte zu besuchen und die heimatlichen Wurzeln zu pflegen.

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Stadtansicht von Rathenow nach einem alten Stich
Intarsienarbeit in Holz von Hermann Tressel
im Haus der Familie in Rathenow

Hermann Tressel wurde in Rathenow zunächst in die Hagenschule (heute Feuerwehr) eingeschult und wechselte dann zur Jahnschule. Ab der 5. Klasse besuchte er das Gymnasium in der Schleusenstraße und legte hier 1952 verspätet durch die Kriegswirren das Abitur ab. Man hatte noch versucht ihn 1945 zum Volkssturm einzuziehen. Die schnell fortschreitenden Kriegsereignisse machten aber einen Einsatz nicht mehr erforderlich.  Hermann Tressel war katholisch erzogen und aufgewachsen. Er wurde natürlich auch durch den Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Georg in Rathenow, August Fröhlich, geprägt.  August Fröhlich war von 1937 - 1941 als Pfarrer in der Katholische Gemeinde St. Georg in Rathenow eingesetzt. Er hatte sich unerschrocken gegen Misshandlungen der Zwangsarbeiter in der optischen Industrie in Rathenow gewandt und wurde am 22.06.1942 im Konzentrationslager Dachau ermordet. Nach der Nazidiktatur fielen dem so politisch gebildeten jungen Tressel natürlich die Ähnlichkeiten einer kommunistischen Diktatur  mit dem von den Kommunisten ideologisch bekämpften Naziregime auf. Hermann Tressel  war, wie Maria Meuß, die Tochter eines Rathenower Pfarrers, nicht in der Freien Deutschen Jugend (FDJ), was bedeutete, dass man in Staatsbürgerkunde eine fünf erhielt und das Abitur nicht bestanden hatte. Erst der neue Direktor, Dr. Heinz Schirrholz, schaffte diese diskriminierde politische Praxis ab, sodass beide das Abitur bestanden.   Hermann Tressel wollte Medizin studieren und  Missionsarzt werden nach dem Vorbild von Albert Schweitzer. Eine Zusage für einen Studienplatz in Regensburg hatte er ab 1953. Erdmann Bogisch, sein Musiklehrer, riet ihm aber, Musik zu studieren. Hermann Tressel hatte auf Betreiben seiner Mutter schon als Kind Violine spielen gelernt und musste nun innerhalb von sechs Wochen noch Klavier lernen, damit er an einer Aufnahmeprüfung am Institut für Musikerziehung an der Humboldt-Universität zu Berlin teilnehmen durfte. Hermann Tressel bestand die Aufnahmeprüfung und studierte ab 1952 Schulmusik am Institut für Musikerziehung der Humboldt-Universität zu Berlin bei Professor Dr. Friedrich Graupner.
Professor Graupner war ein exzellenter Musikpädagoge und die Studenten mussten acht Semester studieren, wenn sie an der Oberstufe unterrichten wollten oder sechs Semester, wenn sie an der Mittelstufe unterrichten wollten. So studierte Hermann Tressel von 1952 -1956 acht Semester an diesem Institut und erhielt Einzelunterricht bei den Dozenten. Es war eine unpolitische Ausbildung, weil die Musik im Vordergrund stand. Nachdem Prof. Graupner 1955 in den Westen geflohen war, wurde auch der Unterricht politisiert. Der Nachteil dieser hochqualifizierten Ausbildung war, dass man nur Musik studieren konnte und kein zweites Lehrfach angeboten wurde. So gingen dann auch die meisten Absolventen nach dem Studium zu den Rundfunkanstalten und nur zwei seines Jahrgangs wurden wirklich Musiklehrer. Während der Studentenzeit hatte er sich immer mit Musikunterricht an verschiedenen Schulen in Berlin etwas dazu verdient und kannte den Schulbetrieb mit allen Höhen und Tiefen. Im Gegensatz zu den meisten Kommilitonen war er dadurch fit für den Schulunterricht. Er hatte auch zwei Chöre geleitet, den Chor am Außenministerium der DDR und den Chor der Fachschule der Bibliothekare in Berlin und besserte so sein knappes Stipendium auf. Er hatte mit seiner Frau Helga für sich beschlossen, 1955 auch nach Bayern zu gehen. Er wollte natürlich seine Eltern mitnehmen. Die in Bayern lebenden Schwester Wilma fürchtete aber familiäre Belastungen für sie, sodass die Familie doch von einer Flucht in die alte Heimat Abstand nahm. Nach dem Staatsexamen musste er sich verpflichten, nach Sondershausen zu gehen, bekam aber dort keine Wohnung. So kam er 1956 doch nach Rathenow und sollte in Premnitz arbeiten, kam aber durch glückliche Umstände und mit Unterstützung des Direktors der Erweiterten Oberschule Dr. Heinz Schirrholz mit einer halben Stelle zur Oberschule und mit einer halben Stelle an die Bruno- H.- Bürgelschule nach Rathenow.

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Bismarckturm auf dem Weinberg in Rathenow
Intarsienarbeit in Holz von Hermann Tressel
im Haus der Familie in Rathenow

Ab dem zweiten Jahr arbeitete er dann nur noch an der Erweiterten Oberschule " Karl Marx" in Rathenow. Er unterrichtete auch Latein bis zum Abitur, nahm aber, als das Fach zurückgefahren wurde, als Zweitfach Russisch. Durch die Forderungen des russischen Kommandanten gründete er die Musikschule für russische Kinder und unterrichtete mit seiner Frau, mit Lisa und Dieter Sanselzon als Vertragslehrer jeden Nachmittag die Kinder der Offiziere der russischen Garnison in Klavier, Bajan, Akkordeon und Gitarre. Seinen Russischkenntnissen tat das gut und es brachte neben dem schmalen Salär als Musiklehrer noch eine Aufstockung der Familienkasse. Im Fernstudium holte er bis 1972 in Potsdam das Staatsexamen als Russischlehrer nach und konnte nun regulär zwei Fächer an der Erweiterten Oberschule " Karl Marx" unterrichten. 1956 trat er der Christlich Demokratischen Union (CDU) bei. Die CDU-Kreissekretärin Conrad hatte vor seiner Aufnahme erst bei der SED-Kreisleitung angerufen und die Zustimmung eingeholt. Die CDU war damals noch nicht gleichgeschaltet und wandte sich noch gegen die Jugendweihe. Hermann Tressel engagierte sich hauptsächlich für die Kultur. Er erinnerte sich, dass er in Potsdam nachfragen musste, ob er christliche Weihnachtslieder singen durfte und erhielt die Antwort, christliche Weihnachtslieder könne er schon singen lassen, nur keine Kirchenlieder. Er war auch Abgeordneter im Rathenower Stadtparlament. Schon früh hatte er den Chor der Rathenower Katholischen Gemeinde St. Georg geleitet (1951-1958) und spielte auch zeitweise Orgel zu den Gottesdiensten in der Katholischen Kirche St. Georg in Rathenow. Lilian Schmidt hatte den Karl-Marx-Chor gegründet, der aus Schülern der Karl-Marx-Oberschule entstanden war, aber ein Eigenleben entwickelte. Ihr Vater, der so genannte Milchschmidt, war eine Kulturgröße in Rathenow und spielte in einem komischen Theaterstück "Alwin der Letzte" erfolgreich die Hauptrolle, in dem es um Probleme in einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) ging. Er gehörte auch der CDU an. Nach Lilian Schmidt übernahm Dieter Nachtigall die Leitung des Karl-Marx-Chores, der später in Trägerschaft der FDJ-Kreisleitung überging. 1956 gründete Hermann Tressel den Chor der Erweiterten Oberschule " Karl Marx" und wurde so zu einer Konkurrenz zum etablierten Karl-Marx-Chor. Der Direktor Dr. Heinz Schirrholz forderte aber die Neugründung, weil er seinen eigenen Schulchor wollte. Obwohl er anfänglich noch liberale Auffassungen vertrat, wurde er nach dem Bau der Mauer 1961 ziemlich engstirnig gegenüber dem Lehrerkollegium. Am Ende der 50iger Jahre löste sich dann der Karl-Marx-Chor von  selbst auf, weil kein Nachwuchs mehr kam. Es bahnten sich aber für den Chor der Erweiterten Oberschule " Karl-Marx" in den siebziger Jahren erneut Gefahren durch die neu entstehenden Singegruppen an, die im Gegensatz zum Chor als politisch zuverlässig galten. Der Chor spielte im kulturellen Leben der Schule und der Stadt eine bedeutende Rolle. Trotzdem wurde er nur duch einen Zufall gerettet. Prof. Grüttner bekam den Auftrag einen zentralen FDJ-Chor als Ensemble aufzubauen. Der Chor der Erweiterten Oberschule "Karl Marx" in Rathenow konnte da mitwirken und brachte so alle politischen Gegner zum Schweigen. Das zentrale Chorensemble scheiterte 1984 an der Abschaffung der Vorbereitungsklassen (9. und 10. Klasse),sodass die Schüler nur noch zwei Jahre im Chor singen konnten. Doch der Chor der Karl-Marx-Oberschule überbestand auch diese Zeit und wurde nach der Einheit Deutschlands in Dunckerchor und später in Schulchor des Jahngymnasiums umbenannt.

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Kreisverwaltung in Rathenow
Intarsienarbeit in Holz von Hermann Tressel
im Haus der Familie in Rathenow

Die Chöre haben es Hermann Tressel angetan. 1954-1956 leitete er den Männerchor in Neufriedrichsdorf in Rathenow. 1957 übernahm er den Gesangverein in Milow und 1958 den Chor in Mögelin. Beide  Chöre führte er im nachfolgenden Jahrzehnt zusammen und leitete sie bis 2005 als Chorvereinigung Milow-Mögelin. Die Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) Duncker hatte Helga Tressel 1974 engagiert, um einen Chor aufzubauen. 1982 übernahm der Ehemann Hermann Tressel diesen Chor und leitet ihn noch heute als Frauenchor Rathenow e.V..
1953 hatte er sein spätere Frau Charlotte Erna Helga Böhme während seines Musikstudiums kennengelernt. Sie hatte ein Jahr nach ihm am Institut für Musikerziehung der Humboldt-Universität zu Berlin ein Studium zur Musiklehrerin für die Mittelstufe begonnen und war somit gleichzeitig mit ihm fertig.  Am 20.07.1955 heirateten beide. Am 16.11.1956 wurde Regina Maria Tressel, am 24.08.1960 Monika Sabine Tressel und am 24.10.1965 Silvia Martina Tressel geboren.

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Haus der Familie Tressel in Rathenow
Intarsienarbeit in Holz von Hermann Tressel

Die Familie reiste gern und viel. Vor der Einheit Deutschlands wurden fast alle osteuropäischen Länder bereist und nach der der Einheit die westeuropäischen.1997 ging Hermann Tressel in den Ruhestand, war aber immer engagiert als Stadtverordneter der CDU und als leidenschaftlicher Chorleiter. Die Höhepunkte seiner beruflichen Laufbahn sind schon die Chorkonzerte gewesen, die auch für ihn Glanzpunkte seines Lebens waren. Er fühlt sich in der märkischen Landschaft wohl und liebt die Weite des Landes. Er kam auch mit seiner katholischen Lebensweise hier gut zurecht, wenngleich er den Glanz in den Kirchen und bei den Messen im Lande seiner bayrischen Vorfahren  nicht fand.

Hermann Tressel ist ein sehr praktischer Mensch und handwerklich begabt. Er hat viele schöne Intarsienarbeiten aus Holz in seinem Haus selbst angefertigt und liebt auch die Gartenarbeit. Das Wichtigste in seinem Leben war und ist aber die Musik. Sie begleitet ihn durch alle Höhen und Tiefen seines Lebens. Viele Schülergenerationen sind durch seine musikalische Ausbildung geprägt worden und haben ihre Liebe zur Musik durch ihn entdeckt. Auf den Chorfesten in Rathenow wird er als ein Nestor des musikalischen Lebens in Rathenow gefeiert und gewürdigt. Er ist eine prägende Figur im kulturellen Leben der Stadt Rathenow und des Landkreises gewesen und leitet ja heute noch den Frauenchor zur Freude der Sängerinnen und der Zuhörer bei den Konzerten.

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Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow
Intarsienarbeit in Holz von Hermann Tressel
im Haus der Familie in Rathenow

Am 01.08.2006 trat er dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e. V. bei, weil er als CDU-Stadtverordneter den anderen Abgeordneten zeigen wollte, dass er sich für den Wiederaufbau des Wahrzeichens der Stadt Rathenow engagiert und ihnen ein Zeichen zur Nachahmung geben wollte. Am 15.09.2012 gab der Frauenchor Rathenow unter dem Dirigat von Hermann Tressel ein

Festliches Konzert

in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche aus Anlass des 60jährigen Chorleiterjubiläums von Hermann Tressel. Als Gastchöre waren der Burger Volkschor und ein Gesangsensemble aus Schönebeck geladen. Das  Konzert war nicht nur dem 60jährigen Chorleiterjubiläum gewidmet, sondern stellte auch eine Hommage zum 80. Geburtstag am 17.09.2012 dar.

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Herrmann Tressel am 17.09.2012
mit Ehefrau und Enkelin
in der kleinen Idylle des Tresselschen Hausgartens

Am 04.08.2014 starb Hermann Tressel in Rathenow kurz vor Vollendung seines 82. Lebensjahrs.

Am 25.02.2015 überreichte ihm die Vorsitzende des Kulturausschusses, Karin Dietze, im Auftrag der  Stadt Rathenow posthum den Kulturförderkreis 2014, der mit 500,00 € dotiert ist. Seine Witwe, Helga Tressel, nahm die Auszeichnung tief bewegt an. Hermann Tressel hat mi seinem Wirken als Musiklehrer und Chorleiter sowie als Abgeordneter im Stadtparlament  das musikalische Leben in der Stadt Rathenow geprägt und beeinflusst.  Kurz vor seinem Todes gab er noch ein schönes Konzert mit dem Frauenchor in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow.   Hermann Tressel hatte 1945 in Buckow (Nennhausen) bei einen Ausflug im Schutt eine altes Messbuch von 1516 gefunden, dass er ordentlich restaurieren ließ und 2010 an Dr. Uwe Czubatynski, dem Leiter des Domstitfarchivs in Brandenburg, übergab.

© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß

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Biografien

Auf dem Bock und unterm Rock

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 6. Januar 2011 13:09


von Günter Thonke

Die Windmühlen als Zeugen der Vergangenheit sind selten geworden und bestimmen nun kaum noch als Landmarken das Bild.

Dem Denkmalschutz ist zu oft die Zeit davongelaufen.

Es wartet kein Müller mehr an seiner Luke auf das Mahlgut der Kunden, woran er seinen Anteil und dadurch die fettesten Schweine im Stall hatte. Kein Geselle hilft mehr beim Mahlen, dem Winden und die Mühlsteine behauen und die auf einer eichenen Bockwindmühle tätig waren, von denen sagte man, der arbeitet auf dem Bock. Auf den Holländermühlen mit dem drehbaren Kopf und dem wie ein langer Frauenrock aussehenden Mühlenkörper, die ökelte man als unter dem Rock arbeitend. Viele Menschen tragen den Namen Müller im Schilde und waren es einst im Leben gewesen. Der Wind wehte ja nicht immer und da hat man nicht nur Säcke geflickt gehabt, sondern Spaß gehabt, daß es ihrer viele wurden!

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