Luise Freitag spendete Säulensteine

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 27. September 2017 19:09



Luise Freitag feierte am 19.09.2017 ihren  83. Geburstag. Statt Blumen und Geschenke erbat sie von ihren Gästen eine Spende für den Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow. Der Schatzmeister des Förderkreises stellte ihr deshalb die Urkunde über die Stiftung der Säulensteine Nr. 11383 -11402 (100,00 €) für den Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Chorraum aus. Der Förderkreis bedankt sich für die Spende.


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Touristen spendeten Säulensteine

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 27. September 2017 06:09


Eine Touristengruppe aus Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und Schleswig-Holstein besuchte am 25.09.2017 die Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow und bewunderte den Gotischen Marienaltar, die Fenster im Chorraum und die neu errichteten Kreuzgewölbe im Kirchenschiff. Sie spendeten nach ihrem Besuch die Säulensteine Nr. 11364 -11375 für den Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Chorraum der Kirche. Der Förderkreis bedankt sich für die Spende.

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Touristen spendeten Säulensteine

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 27. September 2017 06:09



Eine Touristengruppe aus Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen besuchte am 25.09.2017 die Sankt-Marien-Andreas-Kirche und ließ sich etwas über die Kunstwerke und den Wiederaufbau der Kirche erzählen. Am Bedeutsamsten fand die Gruppe das "Rathenower Toleranzfenster", das ein Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen vermittelt. Die Gruppe spendete die Säulensteine Nr. 11376 - 11382 für den Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Chorraum. Der Förderkreis bedankt cih für die Spende.

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Pilgerfahrt nach Leek

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 26. September 2017 12:09

Im Lutherjahr auf Pilgerfahrt
Die Sankt-Marien-Andreas-Gemeinde besuchte
ihre Partnergemeinde in den Niederlanden

Besucher aus Rathenow mit ihren Gastgebern vor der Hoeksteenkirche in Leek

Seit 27 Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen der Protestantischen Gemeinde Leek-Oldebert und der Sankt-Marien-Andreas-Gemeinde in Rathenow. Vom 22.09.-24.09.2017 traf eine Besuchergruppe aus Rathenow in Leek ein. Luise Freitag, Inge Steinke und Viola und Heinz-Walter Knackmuß waren schon am 21.09.2017 nach Leek gereist und wurden von Gé und Bert de Poel herzlich empfangen. Sie haben um das Haus einen herrlichen Garten, der jedes Jahr schöner wird. Der niederländische König, Willem-Alexander, war am Donnerstag, den 21.09.2017, in Groningen und führte Gespräche mit Menschen, die durch Erdbeben bei den Gasbohrungen geschädigt worden waren. In der niederländischen Tageszeitung „Dagblad Noorden“ war auch zu lesen, dass im Brandenburgischen Lebus Deutsche ein geschütztes Bison abgeschossen hätten.

Garten von Gé und Bert de Poel

Es wachsen 1.478 verschiedene Pflanzen und Bäume darin. Es gab natürlich auch einen kleinen Küchengarten, wo Gé de Poel die frischen Kräuter für das Abendessen holte. Louise Henriette von Oranien hatte als niederländische Prinzessin bei ihrem Mann, dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1620-1688) natürlich auch den Garten neben dem Stadtschloss in Berlin (heute Lustgarten) als guten Vitaminspender benutzt. Bert de Poel hat auch das Wappen seiner Familie im Haus.


Wappen der Famlie de Poel

Bert des Poel fuhr mit uns nach Groningen-Süd, wo Toes Pluijter-Hamminga 2016 ihre letzte Ruhe fand. Wir sangen an ihrem Grabe:

  1. Ach, wie flüchtig, ach wie nichtig
    ist des Menschen Leben!
    Wie ein Nebel bald entstehet
    und auch wie der bald vergehet,
    so ist unser Leben sehet.
  2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig
    sind der Menschen Sachen!
    Alles, alles, was wir sehen,
    das muss fallen und vergehen,
    wer Gott fürcht´, wird ewig stehen.

Video

Dann zündeten wir eine Kerze an, stellten Blumen aus Rathenow auf das Grab und sprachenein Vaterunser. Toes Pluijter war das erste Mitglied im Förderkreis aus den Niederlanden.

Grab von Toes Pluijter-Hamminga

Dann fuhr Bert de Poel mit uns nach Assen, wo in einem riesigen Blumenmarkt, Pflanzen und Blumenzwiebeln gekauft wurden. Sie sollen dann in Rathenow wachsen und gedeihen.


Ankunft der Rathenower in der De Hoeksteen kerk


Die meisten Rathenower waren am Freitag, den 22.09.2017 angereist und so begann das Treffen am Samstag, den 22.09.2017 in der Nienoordkapel (Kerk op de Dam) mit einer Andacht mit der Pfarrerin Elly de Rover und dem Organisten Franz van de Berg. Nach einem Spaziergang durch das Zentrum von Leek gab es in der Kerk op de Dam einen Lunch und dann machten sich die Besucher und ihre Gäste nach Groningen auf, wo der Bahnhof besichtigt wurde und dann eine Grachtenfahrt erfolgte. Nach der Bootsfahrt lief die Gruppe an der Synagoge vorbei bis zum Scheepvaartmuseum, wo eine Ausstellung vom Beginn der Schifffahrt bis zu den neuen Containergroßschiffen gezeigt wurde. Daneben gab es einen Film über die Geschichte der Hansestadt Groningen und viele interessante Details wie eine Darstellung der Silhouette von Lübeck im Mittelalter.


Hafenrundfahrt in Groningen


Am Abend wurde in der neu rekonstruierten De Hoeksteenkerk zu Abend gegessen und anschließend wurden Deutsche Volkslieder gesungen, wobei Pfarrer Wolf Schöne die Sänger auf seiner Gitarre begleitete. Das Liederheftchen war von den Niederländern zusammengestellt worden und enthielt auch „Die Lorelei“ und „Der Mond ist aufgegangen.“ Uke Osinga, die Vorsitzende der Rathenow-Commissie und die Sekretärin der Commissie Siety Douma und der Penningmeester (Schatzmeister) der Commissie Herman Smith hatten mit Gé de Poel und Elze Elzes alles geplant und vorbereitet. Die De Hoeksteen-Kirche war gerade frisch umgebaut worden. Es sind neue elegante Sanitäranlagen eingebaut worden und ein neuer Steinfußboden ist überall in den Vorräumen verlegt worden.


Elegante neue Sanitärräume in der De Hoeksteen kerk

Es wurden die Andachts- und Gebetsräume neugestaltet und eine neue Empore eingebaut. Ohne einen anonymen Spender, der 60.000,00 € für die Emporen zur Verfügung stellte, wäre das Projekt aber beinahe gescheitert.




De Hoeksteen kerk mit neuer Empore

Am Sonntag wurde nach dem Frühstück in den Gastfamilien ein Gottesdienst mit der Pfarrerin Elly de Rover in der De Hoeksteen-Kirche gefeiert. Es waren ca. 400 Besucher zum Gottesdienst gekommen.






Gottesdienst in der De Hoeksteen kerk


Zusätzlich kommen immer auch ca. 100 Menschen zum Gottesdienst in die Nienoordkapel. Die Niederländischen Kirchen müssen sich selbst finanzieren und haben eine strengere Gottesdienstordnung als wir. Die gesamte Kirche ist vom Calvinismus geprägt. Elly de Rover predigte über das Navigationssystem in unserem Leben. Sie las dazu eine Geschichte aus dem Alten Testament, wo Jakob vor seinem Zwillingsbruder Esau fliehen musste, weil er ihn um das Erstgeburtsrecht betrogen hatte. Er schläft im Freien und träumt, dass dort eine Himmelsleiter ist, wo die Engel immer auf- und abstiegen. Er bittet daraufhin Gott mit ihm zu sein auf seiner Flucht. (Mose 28,10-22). Dann las sie die Geschichte aus Matthäus 14,22-33, wo Jesus auf dem See Genezareth geht und Petrus ihm entgegengeht, aber dann doch Angst bekommt und in den Wellen versinkt, sodass ihn Jesus retten muss.




Pfarrerin Elly de Rover


Elly de Rover knüpfte daran eine Predigt über die Menschen, die oft ein richtiges Navigationssystem in ihrem Leben suchen. Für Christen ist das Gott. Sie führte dann noch ein Experiment durch und füllte ein großes Glas mit Steinen. Dann meinte sie, dass man da noch kleine Steine und Sand dazugeben könnte, um das Glas zu füllen und da es noch nicht voll war, goss sie noch Wasser dazu und meinte, dass im Leben immer zuerst die wichtigen Sachen getan werden müssen und dann die kleinen Sachen dazukommen müssen. Pfarrer Wolf Schöne sang mit Lydia Jeschke im Gottesdienst das Lied "Ins Wasser fällt ein Stein." Hannelore Scharnbeck überreichte im Auftrag der Gemeinde aus Rathenow einen Keramikbrotteller mit der Aufschrift „500 Jahre Reformation“ und dazu passend eine Keramikabendmahlsweinkaraffe mit gleicher Aufschrift sowie ein Panoramabild von Wittenberg.



Nach dem Gottesdienst gab es ein gemeinsames Mittagessen und eine Einladung der Sankt-Marien-Andreas-Gemeinde an die Gemeinde in Leek-Oldebert vom 28.09.-30.09.2018 nach Rathenow zu kommen.



© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß 24.09.2017

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Touristen spendeten Säulensteine 19.09.2017-1

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 20. September 2017 17:09
Touristen aus Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt besuchten am 19.09.2017 die Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow. Sie ließen sich die wechselvolle Geschichte des Gotteshauses erklären und den ungeheuren Willen der Sankt-Marien-Andreas-Gemeinde, ihre Kirche nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zum Lobe Gottes wiederaufzubauen. Sie ließen sich die Bedeutung der Chorfenster erläutern und hörten sich die Geschichte des  Gotischen Marienaltars an. Zum Schluss wurde noch der Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Mittelschiff dargestellt. Die Besucher spendeten die Säulensteine Nr. 11350 -11356 für den Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Chorraum. Der Förderkreis bedankte sich für die Spende.

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Touristen spendeten Säulensteine 19.09.2017-2

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 20. September 2017 17:09
Am 19.09.2017 besuchte eine Touristengruppe die Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow. Die Besucher kamen aus Süddeutschland und hatten zuvor eine Stadtführung absolviert. Das Wetter war an diesem Tag außergewöhnlich warm und freundlich und so ließen sich die Gäste der Stadt Rathenow hineinnehmen in den Zauber des alten Gotteshauses, das zum Teil wieder in neuem Glanz erstrahlt, ohne die Kriegsschäden zu verleugnen. An den 2010 neu errichteten Kreuzgewölben im Mittelschiff sind noch die schwarzen Steine vom Brand  im Jahr 1945 belassen worden und geben einen historischen Kontrast zu den rotfarbenen neu errichteten Bögen der Gewölbe. Die Akustik in der Kreuzgewölben ist einmalig gut und die Besucher ließen sich gern durch eine Gesangsprobe davon überzeugen. Ungläubig und verwundert betrachteten sie das Rathenower Toleranzfenster im Chorraum der Kirche. So ein weltweit einzigartiges Unikat hatten sie in Rathenow nicht vermutet. Zum Abschluss spendeten sie die Säulensteine Nr. 11357 -11362 für den Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im  Chorraum. Der Förderkreis bedankte sich für die Spende.

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Besuch der Sankt-Marien-Andreas-Gemeinde in Elimäki

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 13. September 2017 18:09


Eine kleine Abordnung aus Rathenow im Gemeindezentrum von Elimäki


(von links: Kantor Kaarel Kollo, Samira Buchholz, Viola Knackmuß, Dr. Heinz-Walter Knackmuß, Magdalena Buchholz, Pfarrer Andreas Buchholz und Pfarrerin Kirsi Hämäläinen)


Die Gemeinde Elimäki liegt 100 km östlich von Helsinki und gehört seit 2009 zur Stadt Kouvola. Elimäki hat 8199 Einwohner. 7000 Menschen gehören zur Evangelischen Kirche von Elimäki, die sich in der ältesten Holzkirche von Finnland zum Gottesdienst versammeln. Neben der Holzkirche befindet sich ein separater Glockenturm und das neu errichtete Gemeindezentrum. Zum 500jährigen Jubiläum der Reformation durch Martin Luther entstand der Wunsch 2017 in der Gemeinde Elimäki eine Kirchenpartnerschaft mit Deutschland aufzubauen. Der Kantor Kaarel Kollo aus Elimäki ist befreundet mit dem dort ansässigen Unternehmer Peter Voecks, der wiederum mit Uwe Liebert aus Rathenow befreundet ist. So kam es 2017 zu einer Anfrage der Geschäftsführenden Pfarrerin Kirsi Hämäläinen aus Elimäki, ob die Sankt-Marien-Andreas-Gemeinde nicht bereit wäre, eine Kirchenpartnerschaft mit Elimäki aufzubauen. Nachdem der Gemeindekirchenrat seine Zustimmung gegeben hatte, flogen Pfarrer Andreas Buchholz und seine Frau Magdalena und seine Tochter Samira sowie Dr. Heinz-Walter Knackmuß mit seiner Frau Viola mit der am Samstag, den 09.09.2017, von Berlin-Tegel nach Helsinki-Vantaa.




Magdalena und Pfarrer Andreas Buchholz im Flugzeug



Ein wunderschöner Flughafen mit besonderem Flair, der schon viele Preise wegen seiner Architektur bekommen hat. Kantor Kaarel Kollo empfing die kleine Gemeindegruppe am Flughafen und fuhr mit den Rathenowern nach Elimäki, wo die Pfarrerin Kirsi Hämäläinen in der alten Kreuzkirche mit etlichen Gemeindemitgliedern die Gäste begrüßte. Es wurde ein Kirchenlied gesungen und Kantor Kaarel Kollo spielte zwei Stücke von Bach und Schubert auf dem Klavier zur Freude alle Zuhörer.  Pfarrerin Kirsi Hämäläinen berichtete mit Stolz, dass in Elimäki eine an Kunstwerken reiche Kirche zu bewundern ist. Der Altar, der von einem geschnitzten Lettner vom Gemeinderaum getrennt ist, hat eine halbrunde Kniebank, wo die Christen zum Abendmahl knien können. Sie hat auch eine geschnitzte Kanzel.



Pfarrerin Kirsi Hämäläinen
Video




Die Evangelische Kirche in Finnland ist eine Staatskirche. Die Kirchensteuern von den Christen werden wie in Deutschland vom Staat eingezogen. Die Kirche hatte eine Dreifachverglasung aller Fenster wie die meisten Häuser auch und zwischen den Fensterscheiben ist 20-30 cm Zwischenraum, denn im Winter sinken die Temperaturen bis auf -20 bis -30 Grad Celsisus. In Elimäki gibt es eine Deutsch-Finnische Gesellschaft mit 80 Mitgliedern und so sprachen einige Menschen gut Deutsch. Viele Gemeindemitglieder gehören diesem Verein an und haben schon länger intensiven Kontakt mit Deutschland.


                         Kantor Kaarel Kollo                               
Video Nr. 1


Video

Wir wohnten im Haus von Ulla Villa. Ulla Villa ist Lehrerin und hatte ihr Haus mit dem schönen Birkenparkett und einer Sauna komplett den Gästen aus Rathenow überlassen und wohnte während unseres Besuches bei ihrem Lebensgefährten John Shuttleworth.



Ulla Villa und John Shuttleworth
auf dem Weg zum Gottesdienst


Ulla Villa sprach sehr gut Deutsch und übersetzte auch die Predigt von Pfarrer Buchholz ins Finnische. Es gibt zwei Amtssprachen in Finnland: Finnisch und Schwedisch und in Lappland gibt es noch Samisch mit eigenen Schulen für die Samen. Das finnische Schulsystem beginnt mit einem freiwilligen Vorschuljahr und wird dann als verbindliches Schulsystem von der 1.-9. Klasse geführt. Wer möchte kann auch zu einer weitergehenden Schule gehen und mit der 12. Klasse das Abitur ablegen. Das Schulsystem in Finnland hat sich sehr an das DDR-Schulsystem orientiert und gilt heute als eins der besten Schulsysteme der Welt. Nach der Begrüßung wurden die Gäste aus Rathenow ins „Arboretum Mustila“ geführt und dort gab es in dem kleinen Restaurant eine Süßkartoffelsuppe und Kaffee und Gebäck.


Weg durch das Arboretum




Ein Forstmeister erzählte in gutem Deutsch über die weltweiten Kontakte des Arboretums zur Erforschung des Verhaltens der Pflanzen in dieser Klimazone. Es erfolgt ein internationaler Samenaustausch. Besonders werden Alpenrosen (Rhododendron) beobachtet. Eine kleine Rhododendronart wächst nur in Lappland und nicht in Elimäki, wobei man bisher nicht weiß, warum? Dann findet man in dem Park viele sibirische Kiefern, die noch gepflanzt wurden, als Finnland zum zaristischen Russland gehörte. Unter selten Pflanzen ist eine kleine Code-Tafel angebracht, von der man mit einem Smartphone die Beschreibung der Pflanze in Finnisch, Schwedisch, Russisch und Englisch abrufen kann. Es hatte seit unser Ankunft in Helsinki geregnet und der Regen wurde immer stärker, sodass der Forstmeister mit uns nur einen kleinen Rundgang durch sein Reich unternehmen konnte. Nach einer Verschnaufpause wurden die Gruppe zum „Gutshof Moisio“ gefahren. Der “ Gutshof Moisio“ hat ein kleines Restaurant, wo Gastgeber und Gäste an einem finnischen Büfett Speisen kosten konnten. Ein „Rotebeeteauflauf“ war besonders lecker. Dann wurden Kunstwerke einer aktuellen Ausstellung bei einem Rundgang durch das klassizistische Gebäude gezeigt und viel über die Geschichte des Gutshofes berichtet.
Am Sonntag, den 10.09.2017, hielt Pfarrer Andreas Buchholz, um 10:00 Uhr die Predigt im Abendmahlsgottesdienst von der geschnitzten Kanzel, wobei Ulla Villa Abschnitt für Abschnitt ins Finnische übersetzte. Der vorgeschriebene Predigttext in Finnland ist etwas anders als in Deutschland und befasste sich mit der Feindesliebe (Matthäus 5,43-48). Pfarrer Andreas Buchholz schlug dabei einen weiten Bogen von der Reformation über die Deutsche Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg mit der russischen Besatzung und der 45jährigen kommunistischen Herrschaft in Ostdeutschland bis zur persönlichen Feindschaft der Menschen untereinander, wo Jesus Christus mit seiner Aufforderung zur Feindesliebe einen Kreis sprengt, in dem die Menschen sonst gefangen wären.




Pfarrer Andreas Buchholz und Ulla Villa
bei der Predigt am 10.09.2017
in Elimäki




Der Chor sang unter Leitung von Kaarel Kollo und die Gläubigen knieten in der gepolsterten Rundung vor dem Altar und erhielten von der finnischen Pfarrerin Chaplain Tuula Ylikangas Brot und von Pfarrer Andreas Buchholz den Wein. Das Brot war ein rundes Brot, aus dem die Pfarrerin immer kleine Stücke herausbrach. Der Wein wurde in Minikelchen gereicht.


Abendmahl in der Kirche von Elimäki


Nach dem Gottesdienst ging es ins Gemeindehaus zum Kaffee und Erzählen und dann folgte ein kleines Grußwort an die Gemeinde in Elimäki, die wieder von Ulla Villa übersetzt wurde.

Das Grußwort enthielt eine Einladung an die Gemeinde in Elimäki 2018 die Sankt-Marien-Andreas-Gemeinde in Rathenow zu besuchen. Pfarrerin Kirsi Hämäläinen überreichte den Gästen ein Buch über Elimäki und eine Schachtel finnisches Konfekt sowie eine kleine Holztafel mit einem Rentierfellbüschel, die als Wettervorhersage in Lappland benutzt wird:

Das Wetter in Lappland

Wenn das Rentierfell nass ist, regnet es.

Wenn das Rentierfell trocken ist, ist schönes Wetter.

Wenn das Rentierfell in Bewegung ist, weht es.

Wenn es nicht in Bewegung ist, ist es windstill.

Wenn das Rentierfell weiß ist, ist die Temperatur unter Null.

Chor von Elimäki sang ein Lied  "Sommer in Kangasalla" von Gabriel Linsen
unter der Leitung von Kantor Kaarel Kollo
Video

Danach mahnte Pfarrerin Kirsi Hämäläinen zum Aufbruch und die Rathenower fuhren mit einem Abstecher zur Felsenkirche in Helsinki zum Flughafen und flogen zurück nach Berlin-Tegel.
Ein Blick über die Landesgrenzen weitet die Glaubenserfahrung für alle Christen. Wir hoffen, dass der erste Kontakt mit der Gemeinde in Elimäki für beide Kirchengemeinden zu einer bleibenden Partnerschaft werden wird und danken allen Gemeindemitgliedern in Elimäki für die herzliche Aufnahme.

© Copyright : Dr. Heinz-Walter Knackmuß 11.09.2017


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Biografie von Prof. Dr. Erardo Cristoforo Rautenberg

von Dr. Heinz-Walter Knackmuß 6. September 2017 18:02



Prof. Dr. Erardo Cristoforo Rautenberg wurde am 10.03.1953 in Comodoro Rivadavia/Argentinien geboren; er ist evangelisch-lutherischen Bekenntisses. Sein Vater Wilfried Karl Christophorus Rautenberg verwaltete in Patagonien zunächst die Estancia La Rosa seines 1945 verstorbenen Onkels und war dann Farmer auf der Estancia Bajo Grande (Las Heras). Er stammte wie seine Ehefrau Ingeborg Anna Minna Engel Marie Rautenberg, geborene Ahrens, aus dem Dorf Hohnstedt in Südniedersachsen. Beide hatten 1951 in Buenos Aires geheiratet. Ihr einziges Kind hat aufgrund seiner Abstammung die deutsche Staatsangehörigkeit (ius sanguinis) und aufgrund seines Geburtsortes die argentische (ius soli). Verwandtschaft lebt noch heute in Argentinien. Dabei handelt es sich um Nachkommen der Schwester seines Großvaters väterlicherseits, die vor dem Ersten Weltkrieg mit ihrem Mann nach Argentinien auswanderte. Es folgte nach dem Ersten Weltkrieg der Bruder seiner Großmutter väterlicherseits.


Comodoro Rivadavia (über 170.000 Einwohner)
Hafenstadt am Atlantik im südlichen Argentinien

Wir kommt man nun zu den Vornamen, die für deutsche Ohren doch  recht fremdländisch klingen. Erardo Cristoforo Rautenberg schreibt zu seiner Geburtsanzeige folgenden kleinen Kommentar.

Geburtsanzeige
 




"Bei dem Namen Erhard-Christoph ist es nicht geblieben: Da ich mit der Geburt in Argentinien auch die argentinische Staatsangehörigkeit erlangt hatte, musste mein Vorname nach der damaligen gesetzlichen Regelung ein inländischer sein. Aus Erhard ( nach meinem im April 1945 mit 17 als Luftwaffenhelfer gefallenen Bruder meines Vaters) wurde somit  in der Geburtsurkunde Erardo, aus Christoph aber nicht Cristobal, denn meine Mutter mochte den Namen nicht und meinem Vater gelang es, den Standesbeamten mit italienischen Wurzeln zu der italienischen Version zu überreden:Cristoforo. Doch wurde ich weiterhin Erhard-Christoph genannt, bis ich meine ersten Personalausweis beantragte, für  den der Name aus der Geburtsurkunde übernommern werden musste. Seitdem steht dieser Name in allen folgenden Ausweisen und Urkunden."
Die Taufe erfolgte am 7. März 1954 auf der Estancia Bajo Grande durch Pfarrer Wilhelm Mirus der Deutschen Evangelischen Gemeinde. Das Wort der Ansprache lautete: "Jesus spricht: Lasst uns hinüberfahren" (Markus 4,35). Der Taufspruch war das Geleitwort für das Jahr 1954: "Jesus spricht: Ich bin das Brot des Lebens" (Johannes 6,35).


Ingeborg und Wilfried Rautenberg mit Erhard-Christoph in Argentinien


Patagonien

1954 kehrten die Eltern mit ihrem Sohn nach Deutschland zurück, und zwar zunächst in das  Heimatdorf seiner Eltern: Hohnstedt bei Northeim (Niedersachsen).

Mutter und Sohn
auf der Schiffspassage
von Argentinien nach Deutschland